Der Mord geschah schon vor dem ersten Gang

Die Burgschauspieler servierten ein  Krimi-Dinner: Julian Rödl, Dirk Büttner, Linda Kratz, Benjamin Peschke und judith Graf.
            Foto: Ralph Bachmann

Die Burgschauspieler servierten ein Krimi-Dinner: Julian Rödl, Dirk Büttner, Linda Kratz, Benjamin Peschke und judith Graf.

Foto: Ralph Bachmann

Der „Kulturdienstag“, kurz „Kudi“ in der Wunderbar Weite Welt wartete diesmal mit einer Premiere auf: Ein Krimi-Dinner mit begleitendem 20iger Jahre Drei-Gänge-Menü und einem Kriminalfall voller Musik, Leidenschaft und dunkler Geheimnisse. Das Stück „Der letzte Ton“

hatte die Eppsteinerin Linda Kratz geschrieben. Drei Monate habe sie daran gearbeitet und nachdem sie Zweidrittel geschrieben hatte, änderte sie kurzerhand noch einmal den Mörder. Die Idee dazu war ihr bei einem gemeinsamen Theaterbesuch mit Betreiberin Saskia Büchs und Koch und „Ideensprudler“ Florian Orth gekommen. Büchs sprach in ihrer Begrüßungsrede von dem bisher am schnellsten ausverkauften Kudi seit Beginn der Reihe und stellte eine Wiederholung in Aussicht.

Über 70 Gäste waren an diesem Abend in der Wunderbar und die Hälfte davon kam in 20iger-Jahre-Outfits. Viele Männer trugen weiße Hemden mit Hosenträgern, die Frauen glitzernde Kleider mit passendem Haarschmuck wie Federn oder Stirnbänder. Von den Burgschauspielern spielten unter der Regie von Kratz Dirk Büttner als Kurt Reinecke, Besitzer der Wunder-Bar, Judith Graf als Sängerin Clara Wasserstrass, Juliane Rödl als Pianistin Lotte Kurzkurz, David Rosenow als Komponist Leonard Falk und Benjamin Peschke in Anlehnung an den legendären Hercule Poirot in der Rolle des Kommissars Hercules Püree.

Für die Burgschauspieler war der Abend eine echte Herausforderung, da es ihr erstes gespieltes Krimi-Dinner war und sie nicht auf einer Bühne, sondern mitten im Publikum und in einer sehr gut besetzten Wunderbar spielten.

Jeweils zwischen den Gängen gab es Spielszenen und die Schauspieler wirkten auf das Publikum, als ob sie noch nie anderes gespielt hätten. Es hatte vorab nur vier Proben gegeben, die in Kratz Wohnzimmer und im Vereinsraum der Schauspieler, der Juchhe, stattgefunden hatten.

Nach dem Begrüßungscocktail und einem kleinen Gruß aus der Küche folgte die erste Szene der Burgschauspieler. Das Publikum saß sozusagen mitten im Schauplatz, denn das Krimi-Dinner in der Wunderbar spielte auch in der Wunderbar. So gab es die Leiche quasi schon vor dem ersten Gang (gefüllte Eier und Blini mit Kaviar). Der Künstler und Komponist Leonhard Falk wurde tot aufgefunden. Der herbeigeeilte Kommissar erklärte den Besitzer der Bar, die Sängerin und die Pianistin für tatverdächtig. In der zweiten Szene klärte sich, dass alle drei Streit mit dem Künstler vor seinem Tod gehabt hatten und damit ein Motiv. Beim Zwischengang Krabbencocktail mit Sellerie wurde an den Tischen der Gäste schon intensiv über den Fall diskutiert, während aus den Lautsprechern der Wunderbar musikalische Klänge aus den 20iger Jahren ertönte. Dirk Büttner, der als Barbesitzer jeden Gang ansagte, kündigte zwischendurch auch immer aktuelle Themen aus der echten Wunderbar an, wie den Mittagstisch oder auch die neue Spargelkarte. Das erzeugte viele Lacher im Publikum wie überhaupt die Stimmung an diesem Abend als heiter, gespannt und neugierig beschrieben werden kann.

Während Kommissar Püree weiter ermittelte und auf dunkle Geheimnisse bei seinen Verdächtigen stieß, ließen sich die Teilnehmer den Hauptgang Kalbsfrikassee mit Champignons, Zwiebeln, Zitrone und Reis schmecken. Zum Dessert, Red Velvet Cake mit Fruchtcocktail, wurden schließlich Abstimmungskarten verteilt, auf denen die Gäste raten sollten, wen sie für den Täter hielten, welches Motiv ihn oder sie antrieb und welche Tatwaffe benutzt wurde. Richtig rieten an diesem Abend nur vier Gäste. Als Gewinn gab es nach der Ziehung ein kleines Präsent. Viel Applaus für die Eppsteiner Burgschauspieler, Verfasserin Linda Kratz und für das Team der Wunderbar Weite Welt beendete gegen 22 Uhr den eindrucksvollen, spannenden Krimi-Abend.sr

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