Alois Ickstadt: „Jubeln über das, was man hat“

Jubiläumskonzert im September

Professor Alois Ickstadt bedankte sich bei Chorleiter Paul Leonard Schäffer für den musikalischen Abstecher des Figuralchors nach Niederjosbach.Foto: Roland Palmert

Professor Alois Ickstadt bedankte sich bei Chorleiter Paul Leonard Schäffer für den musikalischen Abstecher des Figuralchors nach Niederjosbach.Foto: Roland Palmert

Ein Leben für Musik und mit Musik – Als Dank dafür gab es natürlich wieder Musik: der Figuralchor Frankfurt ehrte seinen Gründer, Professor Alois Ickstadt mit einem Dankkonzert in der Niederjosbacher Kirche St. Michael. Der Titel des Programms lautete „Im Vorübergehen“.

Chormusik der Romantik, aufgelockert von Kompositionen für Orgel (gespielt von Helge Brendel) und Trompete (David Tara). Denn der inzwischen 95-jährige Professor Ickstadt verriet: „Ich bin ja auch Trompeten-Fan.“

Mit wachem Ohr verfolgte er den Auftritt seines Chors, den er im Jahr 1966 gegründet und bis zu seinem 80. Lebensjahr 2011 geleitet hat, um große Oratorien oder Kompositionen für mehrstimmigen A-Capella-Gesang (ohne instrumentale Begleitung) aufzuführen.

In diesem Jahr begeht der Chor sein 60. Jubiläum. Viele seiner ehemaligen Sänger saßen als Zuhörer im gut besetzten Niederjosbacher Kirchenschiff. Und die aktiven Sänger und Sängerinnen entführten ihr Publikum in den deutschen Wald.

Melodien von Felix Mendelssohn-Bartholdy (Abschied vom Walde) sowie seiner Schwester Fanny (Hörst Du nicht die Bäume rauschen) oder von Johannes Brahms (In stiller Nacht) und Carl Reinecke (Frühlingsgruß) zu Gedichten von Goethe, Eichendorff oder Heine sorgten für Wohlklang und Stimmungsbilder aus der deutschen Romantik: Schattige Bäume, säuselnde Wipfel, feuchte Nebelgespinste, linde Abendkühle und ersten Reif auf grünen Blättern – während draußen vor der Kirche schwüle Hitze und Gewittergrollen miteinander brodelten.

Mit den Liedern „Waldesgruß“ sowie „Abendlied“ des Schweizer Komponisten Joseph Gabriel Rheinberger endete der Geburtstags-Reigen des Chors.

Professor Ickstadt genoss den fein intonierten Gesang („Das ist meine Welt“) in der stimmigen Akustik der Michael-Kirche. Und er war gerührt über die Würdigung seines Lebenswerks und das Wiedersehen mit vielen alten Weggefährten und Freunden: „Jubiläum heißt ja auch: jubeln über das, was man hat.“ Und er dankte seinem Nachfolger als musikalischer Leiter, Paul Leonard Schäffer: „Der Figuralchor ist in besten Händen.“

Die Niederjosbacher Kirchengemeinde freute sich über die Einnahmen aus dem Konzert. Nicht nur zum Erhalt der Kirche, sondern auch für künftige Kirchenmusikveranstaltungen. Das bleibt Professor Alois Ickstadts Herzenswunsch.rp

Im September gibt der Figuralchor Frankfurt übrigens sein eigentliches Jubiläumskonzert und singt am Sonntag, 27. September, um 18 Uhr in der Heiliggeistkirche im Dominikanerkloster in Frankfurt Felix Mendelssohn Bartholdys „Elias“.

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