Home | Gesellschaftsleben

Xhenisa ist wieder zurück, die Operation ist geglückt

Xhenisa im Flugzeug.

Die achtjährige Xhenisa ist wieder zurück aus den USA. „Die Operation ist geglückt. Der Tumor wurde komplett entfernt.“

Mit dieser guten Nachricht wollen sich die Eltern Alexandra und Juljan Sata bei den vielen Spendern bedanken, die der Familie den wochenlangen USA-Aufenthalt ermöglicht haben. Rund 12 000 Euro kamen auf dem Spendenkonto der Bürgerstiftung mit dem Stichwort „Xhenisa“ zusammen. Aufgerufen hatten Kinderwartin Jessica Menke und Ingo Horn von der Vockenhäuser Feuerwehr. Sie griffen wiederum einen Spendenaufruf der Burg-Schule auf, die ebenfalls Geld für die weite Reise sammelte. Christina Cantzler von der Bürgerstiftung war fürs Weiterleiten der Spenden verantwortlich. Sie zählte rund 150 Einzelspender nach dem Aufruf. Viele Feuerwehrmitglieder und Feuerwehren aus der Region seien unter den Spendern aber auch viele Eppsteiner. „Mit dem Aufruf haben wir Schleusen geöffnet“, sagte Cantzler, „die Einzelbeträge lagen zwischen 10 und 500 Euro, jeder gab so viel er konnte“.

Am vergangenen Freitag trafen sich alle Beteiligten, darunter auch Xhenisa, im Feuerwehrhaus in Vockenhausen. „Wir danken wirklich jedem einzelnen! Bitte sagen Sie das den vielen Menschen, die für Xhenisa gespendet haben“, sagte Mutter Alexandra Sata sichtlich bewegt zu den Journalisten. „Das war so eine wichtige Erfahrung, dass wir uns neben den Sorgen um Xhenisa keine finanziellen Sorgen machen mussten.“ Ihr Mann und sie nahmen unbezahlten Urlaub. Die Kosten für die Operation übernahm die Krankenkasse, außerdem zahlte sie den Flug für die Patientin und eine Begleitperson. „Wir sind froh, dass die Kasse sofort einverstanden war und nicht der Empfehlung des medizinischen Dienstes folgte, der gegen eine Operation war“, berichtete die Mutter.

Reisekosten, Verdienstausfall, die teuren Lebenshaltungskosten in den USA und die teuren Medikamente verschlangen tausende von Euro, die die Satas selbst bezahlen mussten. „Ohne die Spenden“, so die Mutter, „hätten wir einen Kredit aufnehmen müssen.“ Allein auf sich gestellt wäre sie in den USA überfordert gewesen: Einer musste immer bei Xhenisa bleiben, während der andere einkaufte oder Botengänge erledigte. Das Klinikum mit seinen 90 000 Mitarbeitern sei groß wie eine Stadt. Stationäre Aufenthalte sind nicht üblich. Deshalb mietete die Familie ein Appartement ganz in der Nähe der Klinik.

Wie berichtet, ist Xhenisa acht Jahre alt, wohnt in Vockenhausen und besucht die Burg-Schule. Sie ist Mitglied in der Kinderfeuerwehr und tanzte begeistert in der Garde des TSV Vockenhausen, bis ihr Gesundheitszustand das nicht mehr zuließ. Seit frühester Kindheit litt Xhenisa an einem gutartigen, aber dynamischen Tumor in ihrem Gehirn.

Die Lage nah am Sehnerv und am Erinnerungszentrum war schwierig. Mit Medikamenten versuchten die Ärzte am Uniklinikum Frankfurt, den Tumor einzudämmen. Seit etwa einem Jahr litt Xhenisa jedoch zunehmend an epileptischen Anfällen. Sie durfte nicht mehr klettern, Radfahren oder Schwimmen. Zuletzt durfte sie nicht einmal zu Hause ohne Hilfe über die Treppe laufen, berichtete die Mutter. Auf dem Schulweg ließ ihre große Schwester Ophelia sie nicht aus den Augen. In der Schule stand ihr ein Helfer zur Seite. Seit Jahren ist Xhenisa Patientin in der Neuropädiatrie der Universtität Frankfurt. Doch eine Operation kam dort nicht in Frage. In ganz Europa gibt es keine Spezialisten für die bei Xhenisa notwendige Laser-Behandlung.

Die Ärzte fanden schließlich eine Adresse in Houston, wo ähnliche Operationen routinemäßig durchgeführt werden. Am 21. Oktober startete der Flug nach Texas. Die 13-jährige Schwester Ophelia blieb mit Hund Rocky in der Obhut ihrer Tante. Für den 24. Oktober waren die ersten Untersuchungen angesetzt, am 9. November wurde Xhenisa operiert. Am 22. November kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Sieben Stunden lang blieb Xhenisa unter Vollnarkose, die Operation selbst dauerte nur 20 Minuten. Bei mehreren minimalinvasiven Eingriffen wurden mit dem Laser rund um Xhenisas Kopf jeweils zwei kleine Löcher in die Schädeldecke gebohrt und das Tumorgewebe mit einem Sauger abgetragen. Nicht einmal ihre blonden Locken musste sie dafür opfern, berichtete die Mutter. Als das Mädchen nach dem Aufwachen sofort quengelte, „wusste ich, sie hat es gut überstanden“, sagte Alexandra Sata erleichtert.

Außer den winzigen Narben ist schon wenige Wochen nach der Operation äußerlich nichts mehr zu sehen. Sehr müde sei sie nach der Operation gewesen, erinnert sich die junge Patientin. Noch klagt sie über Kopfschmerzen. Das sei normal, sagen die Ärzte. Mindestens ein halbes Jahr dauere es, bis die Folgen der Operation überstanden seien und sich die Synapsen im Gehirn neu verknüpft haben. Was sich Xhenisa am meisten wünscht: Sie freut sich aufs Plätzchenbacken bei der Feuerwehr am kommenden Samstag, aber vor allem darauf, endlich wieder in die Schule zu gehen und die Freundinnen wiederzusehen. bpa

Weitere Artikelbilder:

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (3 Bewertungen)

Neueste Kommentare

Glasfaser-Jackpot für Eppstein
3 Tage 11 Stunden
Glasfaser-Jackpot für Eppstein
3 Tage 14 Stunden
Glasfaser-Jackpot für Eppstein
4 Tage 12 Stunden
Glasfaser-Jackpot für Eppstein
5 Tage 5 Stunden
Glasfaser-Jackpot für Eppstein
1 Woche 3 Tage
X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert