Gastgeberin Almut Karig konnte zahlreiche Eltern und auch pädagogische Fachkräfte begrüßen. Schnell wurde deutlich, wie sehr Familien die Themen Schule, Leistungsdruck und Hausaufgaben beschäftigen.
McDonald stellte als zentrale Frage in den Raum: „Was wäre, wenn Schule wieder mehr Kinderspiel wäre?“ Kinder, so die systemische Beraterin, seien von Natur aus neugierig, haben Entdeckerfreude und die Überzeugung, Dinge lernen zu können. Diese Lernfreude zu erhalten, sei wichtiger, als Kinder immer leistungsfähiger machen zu wollen. Ein Schlüssel dafür sei Selbstwirksamkeit: Kinder erleben, dass ihr eigenes Handeln etwas bewirkt und sie Herausforderungen selbst bewältigen können.
Dafür brauchen sie Vertrauen. Eltern müssten nicht als Nachhilfelehrer neben dem Kind sitzen oder jede Hürde aus dem Weg räumen. Sie können begleiten, Angebote machen und Orientierung geben. Die Haltung dahinter: „Ich bin da. Ich begleite dich. Ich traue dir zu, dass du deinen Weg findest.“
Doch der Abend machte auch deutlich: Der Druck liegt längst nicht mehr nur auf den Kindern. Er betrifft auch die Eltern. In den Fragen und Wortmeldungen waren neben großem Interesse auch Hilflosigkeit und teilweise Verzweiflung spürbar. Besonders deutlich wurde dies beim Thema Eltern-Whatsapp-Gruppen. Hausaufgaben, Aufgabenstellungen und Termine werden ausgetauscht – und schnell entstehe das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man nicht dabei ist. Auch für Eltern entstehe schnell zusätzlicher Druck.
McDonalds „Mission: glückliche Schulzeit“ richtet sich an beide Seiten: Eltern sollen wieder mehr Gelassenheit erleben und Kinder ihre Freude am Lernen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten behalten.
Dazu gehöre auch, dass nicht immer alles gelingt. Misserfolge, so McDonald, gehören zum Lernen dazu. Sie zeigen, was noch ausprobiert, verändert oder gelernt werden darf.
Manchmal beginne Entlastung mit einer neuen Haltung: Vertrauen und Zutrauen und einer Begleitung, die Kindern Raum für eigene Erfahrungen lässt.
Denn starke Kinder, so die Pädagogin, brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen zutrauen, ihren eigenen Weg zu finden auch wenn dabei einmal etwas schiefgeht.EZ

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