Der Projektchot „Vox Elisabeth“ untermalte den Gottesdienst musikalisch.
Bereits am Donnerstag war Bätzing zusammen mit der Bischöflichen Bevollmächtigten, Professorin Hildegard Wustmans, in Hofheim und Kriftel unterwegs und sprach mit Verwaltungsrat, Pfarrgemeinderat und Ortsausschussmitgliedern. Sie sprachen Themen an wie Verbesserung der Kommunikation und Transparenz innerhalb des Bistums sowie Ideen für die Zukunft der Kirche, trotz zurückgehender Kirchensteuermittel und Mitgliederzahlen.
Am Donnerstagmorgen besuchte der Bischof in Hofheim einen der sieben Kindergärten der Pfarrei, kam als Türöffner mit Eltern ins Gespräch und hörte sich danach die Themen der sieben Leiterinnen an, unter ihnen auch Gaby Hohmeister aus Bremthal und Kerstin Haupt aus Vockenhausen. Nachmittags war Zeit „Auf eine Pommes mit dem Bischof“ auf dem Gelände der Bonifatius-Kapelle in Kriftel.
Pfarrer Helmut Gros, der den Bischof begleitete, sagte am Sonntag, das sei ein guter Tag der Begegnungen gewesen, und auch der Bischof zeigte sich am Sonntag beeindruckt, insbesondere von seinem Kita-Besuch: Das seien starke Orte für das christliche Zeugnis, sagte er und betonte, wie wichtig die Arbeit sei, die dort geleistet werde. Seine Eindrücke von den Stationen seiner Visitation fasste der Bischof zu Beginn der Messe zusammen. Er habe Kirchorte vorgefunden, die stark verwurzelt sind, die aber dennoch alle gemeinsam unterwegs seien in der Frage, wie sie christliche Gemeinde sein können für die Fragen dieser Zeit. Da sei es wichtig, so Bätzing, nicht nur um sich selbst zu kreisen, sondern ein offenes Herz für andere zu haben.
Seine Predigt hielt er über das „Mensch sein – in aller Gebrochenheit und Abhängigkeit“. Es gehe nicht darum, ein herausragender Anführer zu sein, sondern um das Miteinander. Er erzählte von Margot Friedländer, die als Holocaustüberlebende im Alter zurück nach Deutschland kam mit der Mission, als Zeitzeugin vor allem jungen Menschen vom NS-Staat zu erzählen, vom Herrenmenschentum, das sich über andere erhob und andere ausgrenzte.
Miteinander sprechen und auch streiten
Angesichts der Wahl in Sachsen-Anhalt, sagte Bätzing, dass es heute wieder ähnliche Bewegungen gebe. Auch gegen ein Menschenbild, wie es der amerikanische Vize-Präsident JD Vance vor einigen Monaten propagiert habe, das den „Nächsten“ genau klassifiziere in „Familie“, „Freunde“, „Nachbarn“, „Nationalität“, entspreche nicht dem christlichen Gebot der Liebe. Kein Mensch solle sich über den anderen erheben, mahnte der Bischof. Aber zum christlichen Miteinander gehöre auch der Mut und die Verantwortung, einem anderen deutlich zu sagen, wenn etwas schief laufe, sagte Bätzing und appellierte: „Wir müssen ins Gespräch kommen und auch mal streiten.“
Nach der Predigt begrüßte Bätzing eine Schar von Kindern, die parallel im Kinderwortgottesdienst im Ostzwinger mit Bärbel Hasselbach über den Besuch des Bischofs gesprochen hatten. Neugierig untersuchten die Kinder den Hirtenstab des Bischofs, der aus einem Buchsbaumstamm gefertigt ist.
Der Burghof mit mehreren hundert Gläubigen war auch Kulisse für den Abschied von Gemeindereferentin Bärbel Hasselmann, die in den Ruhestand geht. Als Neuzugang wurde Pastoralassistent Eric Tilch begrüßt. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dagmar Hirtz-Weiser lobte den Ortsausschuss Bremthal, der diesmal den Gottesdienst federführend vorbereitet hatte. Dem Bischof dankte sie für seine Offenheit, er sei ein Mensch, der zuhören könne. Sie schloss mit der Bitte, die Gemeinschaft beim Umtrunk nach dem Gottesdienst zu nutzen, um das Miteinander zu vertiefen und zu zeigen, dass die Kirche durch die Menschen präsent ist. bpa




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