Dem Neubau vorausgegangen waren Gesetzesänderungen der Regierung – „auch Kenia bildet da keine Ausnahme“, stellt Guido Ernst, Vorsitzender des Freundeskreises St. Lukes, nach seiner Rückkehr aus Afrika fest. Seit 2023 bestimmt die neue Regelung des kenianischen Gesundheitsministeriums, dass nur noch Entbindungsstationen mit mindestens acht Betten und mindestens zwei Geburtszimmern unter die staatliche Förderung fallen. Ohne entsprechende Baumaßnahmen erfüllte das Health Center diese Regelung nicht – überlebensnotwendige Einnahmen, die den Fortbestand des Krankenhauses sichern, drohten zu entfallen.
Im Freundeskreis war man sich einig, dass eine entsprechende Modernisierung des Klinikums in Kanamai unumgänglich sei. Doch stellte die entsprechende Spendensumme eine gewichtige Herausforderung dar, denn die erforderliche Summe in Euro war sechsstellig. Was dann passierte, grenzt für den Vorstand immer noch an ein „kleines Wunder“. Die Hilfsorganisation wurde mit einer Spende bedacht, die eine umgehende Modernisierung des Health Centers ermöglichte. Für den Ehrenvorsitzenden der Hilfsorganisation, Dr. Hans Meisemann, den die Nachricht als ersten ereilte, ein bewegender Moment. Die Zukunft des Health Centers Kanamai, dessen Bau von ihm und seinen Mitstreitern vor mehr als einem Vierteljahrhundert initiiert wurde und das bis heute vom Freundeskreises unterstützt wird, war gesichert.
Anfang 2025 startete man gemeinsam mit der Diözese Mombasa mit den Planungen und im Herbst wurde der Anbau an das bestehende Health Center beschlossen. Auf die ausdrücklichen Vorgaben des 1. Vorsitzenden hin musste die Statik des Anbaus eine spätere Aufstockung um bis zu zwei Stockwerke berücksichtigen und die Unabhängigkeit des gesamtes Health Centers von der kenianischen Stromversorgung gesichert sein.
Mit einem kleinen Festakt fand am 10. Januar 2026 der Spatenstich statt. Über den Fortgang der Bauarbeiten wurde der Freundeskreis via Foto und Video auf dem Laufenden gehalten. Bis auf eine dreiwöchige Zwangspause während der „Regenzeit“ konnte man zusehen, wie die Entbindungsstation wuchs. Die gesamte Einrichtung wurde, wie vom Gesundheitsamt vorgeschrieben, vor Ort in Kenia beauftragt und termingerecht bis Anfang September geliefert.
Am 26. September wurde die neue Entbindungs-Station ihrer Bestimmung übergeben. Ein bedeutender Samstag für das Health Center und die Menschen im Distrikt, den Erzbischof Dominic Kimengich am Morgen mit einer Heiligen Messe eröffnete. Viele Menschen waren der Einladung des Health Center-Teams gefolgt. Für Guido Ernst, der nach Kenia gereist war, war es ein unvergesslicher Tag: Die Dankbarkeit und die Freude der Menschen zeige, wie wichtig die Hilfe ist. „In Gedanken habe ich mich bei unseren beiden anonymen Spendern mit einem herzlichen ,Asante Sana‘ bedankt, die mit ihren großzügigen Spenden diesen Tag haben wahr werden lassen“, so Ernst.
Wer den Freundeskreis unterstützen will, kann das auf vielfältige Weise tun: Jede Sach- oder Geldspende, jedes neue Mitglied, jede ehrenamtliche Tätigkeit sichert das Überleben der Menschen in Ostafrika. In einer Welt, die immer rücksichtsloser und kälter wird, wird das Motto des Freundeskreises „Leben retten, Leben erhalten, Leben eine Chance geben“ immer wichtiger.
Das Spendenkonto: Freundeskreis Ostafrika e.V., IBAN: DE96 5105 0015 0225 0372 80 bei der Nassauischen Sparkasse. Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt werden bei Angabe des Namens und der Adresse erteilt. EZ

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