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Lernen dürfen: Bildung verbessert die Lebensverhältnisse

Der Verein „Lernen dürfen“ hat in einem beispielhaften Kraftakt innerhalb von zehn Jahren Schulen und Infrastruktur in der abgelegenen Region Gobnangou im Südosten Burkina Fasos aufgebaut, so dass inzwischen dort alle Kinder die Möglichkeit haben, eine Schule zu Fuß zu erreichen.

Die Projekte des Vereins werden seit Jahren schon vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert. „Für jeden Euro, den wir für ein Schulprojekt sammeln, gibt das Ministerium drei Euro dazu, das ist also richtig gut angelegtes Geld!“, betont die Vereinsvorsitzende Claudia Papenhausen. Denn, so die ehemalige Lehrerin, Bildung sei der beste Weg, um Menschen in ihrer Heimat eine Zukunft zu ermöglichen.

Die Anerkennung seiner Projekte durch das Entwicklungshilfeministerium machte dem Verein Mut, sich für den Bau einer weiterführenden Schule in Nagarée, dem zentralen Ort der Region, einzusetzen. Sie ermöglicht Jungen und Mädchen einen mittleren Abschluss und den Wechsel in die Oberstufe. Als letztes Schulprojekt steht jetzt der Ausbau der Oberstufe auf dem gleichen Schulgelände an.

Für den Ausbau des Schulzentrums bittet der Verein dringend um Spenden. „In einem Land, in dem Internetanschlüsse noch die Ausnahme sind, ist eine Schulbibliothek mit einem Lesesaal kein Luxus, sondern notwendig fürs Lernen“, erläutert Papenhausen, wofür die Mittel konkret verwendet werden.

Außerdem organisiert der Verein seit seiner Gründung 2009 zweijährige Alphabetisierungskurse für Erwachsene. Sie werden vor allem von jungen Frauen besucht. Dafür benötigt der Verein dringend Spenden. „Das Geld kommt zu 99,8 Prozent da an, wo es gebraucht wird“, verspricht Papenhausen. Da die Kurse auch Alltagswissen vermitteln und zu 85 Prozent von Frauen angenommen werden, seien sie Entwicklungshilfe im besten Sinne.

Noch immer steigt die Zahl der erwachsenen Schüler in der Region Gobnangou. Am Alphabetisierungskurs 2019/2020 nehmen 1300 Erwachsene teil. 45 Klassen wurden dafür gebildet.

Für beide Projekte zusammen muss der Verein bis zum 31. März knapp 65 000 Euro aufbringen. „Auf dem Vereinskonto stehen derzeit 43 081 Euro“, signalisiert Kassenwart Joachim Souverein. Exakt 21 878 Euro fehlen noch.

Möglicherweise halten viele der bisher so großzügigen Spender in Eppstein das Erreichte für ausreichend und eine gymnasiale Oberstufe im ländlichen Burkina Faso für unnötig. So berichtet eine der Sammlerinnen von Lernen dürfen, dass ein Spender 15 Cents in ihre Spardose geworfen habe mit dem Kommentar, er sei selbst nur ein armer Rentner.

Dabei ist gerade die Unterstützung aus einer der reichsten Regionen der Welt für eine der ärmsten Regionen in einem Land, das zurzeit zudem von Terrorgruppen heimgesucht wird, ein wichtiges Zeichen der Solidarität.

„Durch Bildung und Wissen stärken wir die Eigeninitiative der Menschen und verbessern ihre Lebensverhältnisse“, hält Papenhausen Kritikern entgegen. Sie weist darauf hin, dass die Siedlungen in der Falaise Gobnangou, die „Lernen dürfen“ unterstützt, vermutlich wegen ihrer abgelegenen Lage bisher von Überfällen verschont blieben. Dennoch ist die Terrorgefahr allgegenwärtig. „Noch nie brauchte Lernen dürfen Ihre Hilfe so sehr wie jetzt!“ appelliert der Verein deshalb an die Hilfsbereitschaft der Eppsteinerinnen und Eppsteiner. bpa

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