„Man kann die Kräuterhexe für Führungen und Geburtstage mieten, schauen Sie mal unter www.die-kleineKraeuterhexe.de“, verriet die zertifizierte Heilkräuterexpertin Wittich. Es muss wohl einer ihrer geheimen Zaubersprüche gewesen sein, der den angekündigten Regen bis fast zum Ende der Veranstaltung von der Burg verbannt hatte.
Im Burghof waren unter Schirmen einige Tische eingedeckt, die an diesem lauen Herbsttag immer gut besetzt waren. Die Tanzgruppe Vockenhäuser Hexen schenkte Kaffee aus und verwöhnte mit selbstgebackenen Kuchen. Für die eher herzhaft interessierten Besucher hielten die Burgschauspieler im Juchhe-Café Kartoffel- sowie Kürbissuppe und Zwiebelkuchen bereit. Das Team um Helga Terzka hatte neben der klassischen Version mit Speck auch vegetarische sowie glutenfreie Varianten vorbereitet. Im Burghof gab es griechische Wraps frisch zubereitet mit selbstgebackenem Fladenbrot, Zaziki, Spinat oder Schafskäse. Für den Markt war Betreiber Zekilov extra aus der Pfalz angereist. Auch die anderen Marktstände kamen aus der gesamten Region: Lippis Trüffel sind in Bad Camberg zu Hause. Dahinter verbirgt sich Koch Lippert, der zusammen mit kleinen Manufakturen und einem Metzger ganz verschiedene Trüffelspezialitäten kreiert. Am Stand gab es unter anderem Trüffelsenf und Trüffelbutter, die man gut für Nudeln oder Bruschetta nutzen kann.
Aus dem Kreis Offenbach war Janine mit witzigen Kürbis- und Trockenblumengestecken angereist. Sie war zum ersten Mal auf einem Markt und hatte sichtlich Erfolg. Fachfrauen für unterschiedliche Spezialgebiete kamen aus Oberjosbach: Sigrun Wewer stellt seit über 20 Jahren selbstgemachte Seifen aus Biopflanzen her in unterschiedlichsten Duftnoten. „Mein Sohn ist Chemiker, er staunt immer wieder, welche Erkenntnisse ich in der Seifenherstellung im Laufe der Jahre so gesammelt habe“, erklärte Wewer. Rebecca Henkel hingegen hat sich der Wolle verschrieben. Zusammen mit Freunden hält sie einige Schafe und verarbeitet die eigene Wolle vom frisch geschorenen Flies bis hin zum Spinnen und Stricken. Ganz unterschiedliche Schafe grasen auf ihrer Weide und so unterschiedlich ist auch die Wolle. Deutlich mehr, aber viel kleinere Tiere betreut Familie Zickwert aus Niederjosbach. Die Hobby-Imkerei hatte verschiedene Honigsorten mitgebracht. „Den Lindenblütenhonig gewinnen wir an einer Lindenallee in Okriftel, die Sommer- oder Frühlingstracht enthält das Potpourri, das die Bienen zu der Jahreszeit finden“, erklärte Erika Zickwert.
Eher zum Knuddeln waren die gehäkelten Tiere bei „Gabis Flotte Nadel“. Jede Lebenslage inspiriert Gabriele Kück zu neuen Werken. So entstehen praktische Walfische die Handtücher im Maul tragen, Hammer und Werkzeug für den Junior, Knochen aus Sisal für Hunde, flauschige Elefanten zum Streicheln oder Taschen. Das kleine Häkel-Alpaka wird durch Alexander Sehr ein neues Zuhause bei seiner Kollegin finden, einer großen Freundin der interessanten Tiere.
Nette Geschenke fand man bei Bärbel Vogel, Kindersachen bei „Aprilsonne“. Ganz im Sinne der gastgebenden Kräuterhexe Gabi Wittich verkaufte der Stand „Wildes Kraut“ von Monika Wiegand Pflanzen, die oft als „Unkraut“ verpönt aus dem Garten verbannt werden. Gabi Wittich erklärte bei ihrer Führung durch den Altangarten, welche Heilkräfte die verschiedenen Pflanzen besitzen. Das Interesse an heimischen Wildkräutern wachse, zog Wiegand Resümee. Sie kultiviert aus Samen der Mutterpflanzen oder aus Samen des Spezialisten für regionales Wildkräutersaatgut Rieger-Hofmann kleine Standortgetreue Pflanzen und trägt damit zum Artenschutz bei.
Eine Themenkiste ihrer kleinen Wildkräutergärtnerei aus Heidenrod im Taunus trug den Titel „Rote-Liste-Pflanzen“. In anderen warteten essbare Blüten, Raumduftpflanzen wie Weihrauch-Nessel, Salatkräuter, Heilpflanzen, Wiesenblumen, Nachtfalter und Fledermauspflanzen oder Wiesenblumen auf Käufer. In der „Teekiste“ lockten Minzearten, von Apfel-Minze bis hin zu Schoko-Minze. „Es gibt mehr Minzesorten wie der Mensch Haare hat“, scherzte Gabi Wittich bei ihrem Vortrag. Sie lud die Besucher ein, die Schätze des Burggartens zu ernten. Wittich gab Ratschläge und verriet Rezepte darunter auch Mispel-Schnaps, einem „Aufgesetzten“ mit 36% Korn und kleingeschnittenen Mispeln, die es dieses Jahr in großen Mengen zu ernten gab. Viele der Stände wird man dieses Jahr auch auf den kommenden Kreativmärkten in Vockenhausen (Europart) und Niederjosbach wiedertreffen. Die Termine der Wildkräutergärtnerei sind auf der Webseite www.wildeskraut.net/gaertnerei/ zu finden.ffg


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