Jugendfeuerwehr feiert und besteht Prüfung

Jugendfeuerwehr probt Ernstfall

Früh übt sich: Der sechsjährige Max ist seit kurzem in der Bremthaler Kinderfeuerwehr und probierte mit Vater Christian Schmidt den Feuerlöscher aus, den Thomas Schwabe (li.) zur Verfügung stellte.

Früh übt sich: Der sechsjährige Max ist seit kurzem in der Bremthaler Kinderfeuerwehr und probierte mit Vater Christian Schmidt den Feuerlöscher aus, den Thomas Schwabe (li.) zur Verfügung stellte.

Die Jugendfeuerwehr Niederjosbach hatte am Samstag gleich zweifachen Grund zum Feiern: das 50-jährige Bestehen der Jugendwehr und die erfolgreiche Abnahme der Jugendflamme der Stufe zwei, nachdem die fünf jugendlichen Teilnehmer aus Niederjosbach alle fünf Stationen durchlaufen hatten.

Insgesamt hatten sich 28 Jugendliche aus vier Eppsteiner Stadtteilwehren und aus den Kelkheimer Stadtteilen Mitte und Fischbach zur Prüfung angemeldet. Die Alt-Eppsteiner Jugendwehr war nicht dabei. Dort wird noch für die erste Flamme geübt.

In Niederjosbach stand am Samstag die Prüfung zur zweifachen Flamme an. Dazu mussten die Jugendlichen zeigen, dass sie wichtige Handgriffe zur Ersten Hilfe, wie die stabile Seitenlage, beherrschen, die unterschiedlichen Brandklassen kennen, das Rohr für die Löschwasser-Versorgung anschließen können, den Aufbau einer Einsatzbefehlskette kennen und einen sportlichen Parcours durchlaufen. Zur Verleihung der Abzeichen hatte sich Hessens Innenminister Roman Poseck angesagt. Zusammen mit Justizminister Christian Heinz, der als Niederjosbacher ohnehin zum Fest gekommen war, und Bürgermeister Alexander Simon waren die 28 Abzeichen schnell verteilt.

Nach dem Mittagessen stand die Schauübung für die gesamte Nachwuchstruppe auf dem Programm: Ein Dutzend Kinder und Jugendliche waren nach der Alarmierung umgehend zur Stelle, um einen Löscheinsatz an einer aus Paletten gezimmerten Holzhütte zu demonstrieren. Ruckzuck hatten die Jugendlichen die Schläuche ausgerollt und die Rohrverbindungen hergestellt. So war die hoch auflodernde Stichflamme schnell unter Kontrolle gebracht.

Einen kontrollierten Brand durften Besucher am Stand von Thomas Schwabe löschen: Wer noch nie einen Feuerlöscher ausprobiert hatte, durfte ihn dort einsetzen, um eine Gasflamme gezielt zu löschen: Dem sechsjährigen Max aus Bremthal, seit kurzem erst Mitglied der Bremthaler Kinderfeuerwehr, zeigte der Mitarbeiter einer Brandschutzfirma jeden einzelnen Schritt, vom Abziehen der Plombe bis hin zur richtigen Handhabung des Schlauches, bis das Feuer gelöscht war.

Auch einen Stand zur Aufklärung zur Not- und Krisenvorsorge hatte die Feuerwehr vorbereitet, um Besuchern zu erklären, wie ein Vorrat für mindestens drei Tage pro Person zusammengestellt wird. Broschüren des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhile lagen zum Mitnehmen aus. In einem Regal waren beispielhaft einige wichtige Vorräte ausgestellt: allen voran der Wasservorrat von zwei Liter pro Person am Tag, aber auch H-Milch, haltbare Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen, Hygiene-Artikel, Taschenlampen samt Ersatzbatterien und – „ganz wichtig“, betonten Carsten und Caroline Süß, die am Stand informierten, „eine kleine Hausapotheke mit einem Vorrat an wichtigen Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln“. Auch eine Powerbank fürs Handy sei wichtig, denn bei einem Stromausfall kann es sonst nicht geladen werden.

Das DRK Eppstein hatte seinen geländegängigen Rettungswagen mitgebracht und erklärte seine verschiedenen Funktionen und Einsatzmöglichkeiten, auch auf schlecht zugänglichem Gelände.

Außerdem konnten Besucher ein Löschfahrzeug der Niederjosbacher Wehr besichtigen, die Drehleiter aus Vockenhausen und ein Fahrzeug der Berufsfeuerwehr von In­fraserv mit großem Dach-Wasserwerfer und entsprechend starker Pumpe. bpa

Beim alljährlichen Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren der Stadt Eppstein trainieren die Jugendlichen 24 Stunden lang an unterschiedlichen Einsatzstellen im kompletten Stadtgebiet unterschiedliche Szenarien für Ernstfälle. Dadurch kann es am Samstag, 26. September, zu einem vermehrten Aufkommen von Einsatzfahrzeugen kommen. „Der Einsatzbetrieb wird hierdurch nicht eingeschränkt“, betont Stadtjugendwartin Anna-Lena Cassel. Die Abschlussübung findet ab 19 Uhr an der Dattenbachhalle in Ehlhalten statt. Dabei sind Zuschauer ausdrücklich erwünscht.

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


X