Freundeskreis hat gute und weniger gute Nachrichten aus Kenia

Dank der Spenden aus Deutschland kann der Freundeskreis Menschen im Gesundheitszentrum in Kenia auch mit Lebensmitteln versorgen. Foto: privat

Auf der Mitgliederversammlung des Freundeskreis Ostafrikahilfe St. Luke’s berichtete der Erste Vorsitzende Guido Ernst über seine jüngsten Erlebnisse und Erfahrungen von seiner Reise nach Kenia.

Was die Arbeiten der vom Freundeskreis errichteten Hilfsprojekte anbeteffe, seien die Nachrichten gut. Weniger gut sind dagegen seine Berichte über die allgemeine Lage in deren kenianischem Distrikt. Wie schon früher in Dürrezeiten oder vor Wahlen zu beobachten war, erhöhen sich die Preise für die zum Leben unverzichtbaren Nahrungsmittel Maismehl, Öl und Zucker auch in der aktuell kritischen Zeit wieder, teilweise sogar um das Dreifache. Wie zurzeit überall üblich, wird dieser Anstieg mit den durch den Krieg in der Ukraine entstehenden Versorgungsengpässen begründet. Für die Menschen in Kenia, wo selbst in der Küstenregion der überwiegende Teil der Bevölkerung zurzeit pandemiebedingt ohne Arbeit und Einkommen ist, bedeutet das eine schwere drohende Mangelernährung. Für „Handicaped“ People, wie die Menschen mit Beeinträchtigungen in Kenia genannt werden, eine lebensbedrohliche Situation.

Umso mehr freute es Guido Ernst, dass „dank der Spendenbereitschaft der Menschen in unserer Heimat der Freundeskreis auch in Zukunft in Kenia helfen kann“. Denn dank dieser Spenden könnten im Health Center (HC) viele der monatlich rund 1000 mittellosen Patienten kostenlos behandelt werden. Und auch die wöchentliche Ausgabe von Grundnahrungsmitteln an die Ärmsten der umliegenden, meist in Lehmhütten wohnenden Menschen könne fortgeführt werden.

Ernst, der sich auch wieder aktiv an der täglichen Essenausgabe in der dem HC benachbarten Baharini Primary School (BPS) beteiligte, ist für jeden gespendeten Euro dankbar. Schüler, die dort jeden Mittag geduldig und dankbar in langen Reihen anstehen, sind glücklich über ihren Teller Mais oder Reis mit Bohnen. Die Schulspeisung wird seit vielen Jahren vom Freundeskreis finanziert und letztlich war und ist es wohl diese eine warme Mahlzeit, die die Schülerzahl von ursprünglich 300 auf aktuell 1800 hat wachsen lassen. Der Erfolg dieser „Investition in die Bildung“ zahlt sich aber mehr als aus: Die BPS ist seit Jahren die Schule mit den besten Leistungen im gesamten Distrikt Kilifi. „Es lernt sich halt besser ohne knurrenden Magen“, schlussfolgerte Ernst.

Erfreulich auch sein Bericht vom jüngsten Freundeskreis-Projekt, der Marianist Education in Bombululu und Kilifi. Die Unterstützung erfolge dort zeitlich begrenzt beim Aufbau neuer Unterrichtsklassen und die Vergabe von Stipendien für förderungswürdige junge Menschen. In der Elektriker-Klasse haben gerade neun junge Männer ihre Prüfungen mit sehr guten Erfolgen bestanden und alle neun haben eine Arbeitsstelle.

Einziger Wermutstropfen: Die Fahrräder für beeinträchtigte Menschen können nicht wie geplant in der Metaller-Klasse produziert werden. Ernst konnte aber mit dem Workshop Bombululu, einer mit den Praunheimer Werkstätten vergleichbaren Einrichtung, einen wunderbaren Ersatz finden. Im Workshop Bombululu produzieren beeinträchtigte Menschen Rollstühle für gehbehinderte Menschen zu einem Stückpreis von umgerechnet 170 Euro. Von den bereits zahlreich eingegangenen Spenden für den ursprünglich geplanten Fahrrad-Rollstuhl-Bau (die EZ berichtete) wurde ein Rollstuhl für den im HC vorgemerkten gehbehinderten Mann übergeben.

Für Dr. Hans Meisemann, der den Freundeskreis i1990 ins Leben gerufen hat und den die Menschen in Kenia liebevoll „Papa Kaloleni“ nennen, sind diese Nachrichten ein Grund mehr, sich herzlich bei allen zu bedanken, die den Verein durch 32 Jahre begleitet haben und begleiten. Meisemann dankte den Menschen, die durch aktive Unterstützung, durch Sach- und Geldspenden die Hilfe möglich machten. „Ein wenig stolz sein dürfen wir alle“, so Meisemann, „denn ein privates Hilfsprojekt, das 32 Jahre erfolgreich in einem Entwicklungsland arbeitet, dürfte es nicht allzu häufig geben“. Seine Bitte: „Helfen Sie uns auch in Zukunft mit Ihren Spenden und lassen Sie uns gemeinsam dem Motto des Freundeskreises ,Leben retten, Leben erhalten und Leben eine Chance geben’ noch viele Jahre gerecht werden.“

Das Spendenkonto des Freundeskreises Ostafrika hat die IBAN: DE96 5105 0015 0225 0372 80 bei der Nassauischen Sparkasse. Eine Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt wird zeitnah bei Angabe von Namen und Adresse zugestellt. Der Verein freue sich auch über jedes neue Mitglied, sagte Guido Ernst zum Ende der Versammlung (www.freundeskreis-ostafrikahilfe.de).

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