Helferin Alla Serhiieva aus der Ukraine, die wie Engin Kaldirim und seine Frau Sevil schon seit einigen Jahren bei der Aktion mitmachen, freute sich über das große Interesse. Sie bereitete mit ihrer Gruppe Kartoffel-Zrazy zu, ein Gericht aus ihrer Heimat. Amy Marlow von der Jugendarbeit bereitete mit ihren Kindern einen leckeren Salat zu. Engin Kaldirim und seine Frau kochten mit ihren Gruppen zwei türkische Gerichte.
Höhepunkt und Abschluss waren das gemeinsame Mittagessen und „die wunderbare Zeit mit netten Gesprächen“, fasst Alla Serhijeva die Ferienaktion zusammen.
Gemeinsam mit der Stadt organisierte der Asylkreis auch die Teilnahme an Schwimmkursen im Schwimmbad in Bad Soden als Ferienaktion für Flüchtlinge. Vier Kinder und zwei Erwachsene meldeten sich zum Schwimmenlernen an.
Die Spielgruppenteams der beiden Gemeinschaftsunterkünfte in Bremthal und in Vockenhausen organisierten in Eigenregie ebenfalls gemeinsame Ferienaktionen für die Kinder der jeweiligen Einrichtungen.
In Bremthal unternahmen Elisabeth Frake-Rothert, Christiane Becker-Schulte und Ulrike Herrmann vom wöchentlichen Montagstreff Ausflüge mit dem Bus in den Opelzoo mit einer Gruppe von zehn Kindern. Mit vier Jugendlichen waren sie im Kinopolis. Im Opelzoo war die Elefantenkuh mit ihrem Kalb der absolute Favorit bei den Kindern. Zur Stärkung gab es mitgebrachte Snacks.
In Vockenhausen fuhr Antje Szymendera mit zwei Flüchtlingsfamilien, insgesamt zehn Personen, und einer weiteren Helferin nach Rüdesheim. Sie wollten den Familien, die in den Sommerferien keinen Urlaub machen können, etwas Besonderes bieten. Deshalb unternahm die Gruppe eine Loreley-Rundfahrt auf dem Rhein und fuhr nach dem Mittagessen – für jeden an der Uferpromenade eine Portion knusprige Pommes frites – noch mit der Seilbahn zum Niederwalddenkmal hoch.
Die Bootstour begeisterte alle. Die Kinder, die noch nie am Meer waren, waren der Meinung, der Rhein müsse doch nun das Meer sein, weil um sie herum so viel Wasser war. Kurz darauf schwebten sie zum erstem mal in einer Seilbahn durch die Luft und waren davor ganz aufgeregt und ängstlich. „So schlimm, wie sie zunächst gedacht hatten, war es am Schluss gar nicht“, berichtete Antje Szymendera.
Am Niederwalddenkmal erfuhren die Kinder und ihre Mütter noch ein bisschen über Deutschlands Geschichte und genossen den herrlichen Blick auf die Rheinlandschaft. Als sie gegen 17 Uhr wieder zu Hause waren, waren sich alle einig: „Es war ein toller Tag!“
Der Asylkreis ist nicht nur in den Ferien aktiv. Seine Mitglieder betreuen das ganze Jahr über Flüchtlinge, die hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia, Iran, Irak, Türkei, Ukraine oder Pakistan kommen. Zurzeit leben viele Familien in den Unterkünften.
In Bremthal ist jeden Montag von 17 bis 19 Uhr der Montagstreff, der aktuell von vielen Kindern besucht wird. Elisabeth Frake-Rothert, Ulrike Herrmann und Christiane Becker-Schulte spielen mit den Kindern. Manchmal schnippeln sie auch Gemüse und lernen dabei viel über gesundes Essen.
Anschließend ist Elisabeth Frake-Rothert für die Erwachsenen da, die Fragen zu ihrer Post oder Ämterangelegenheiten haben. Seit vielen Jahren schon begleitet sie Familien zu Fachärzten oder Ämtern. „Manchmal häufen sich die Termine und sie würde sich Unterstützung von weiteren Ehrenamtlichen bei der Begleitung wünschen“, wirbt der Asylkreis um weitere Helfer.
In Vockenhausen bieten die acht Helferinnen täglich von Montag bis Donnerstag zwei Stunden Hausaufgabenhilfe und auch Deutschnachhilfe an für Erwachsene, die in der Unterkunft leben. Die Frauen unterstützen im Wechsel die Familien und suchen ebenfalls Verstärkung, so der Asylkreis, da immer mal Helferinnen krankheitsbedingt ausfallen.
Dann gibt es noch ein regelmäßiges Sportangebot mit Sportcoach Samuel Zerai: Sonntags von 10 bis 12 Uhr lädt er zum Fußballspielen auf dem Sportplatz in Niederjosbach ein. Dazu sind alle Fußballinteressierte eingeladen.
Derzeit hat der Verein 79 Mitglieder. Einige sind erst seit kurzem dabei. Es sind Menschen, die selbst einmal Hilfe vom Asylkreis erfahren haben und nun ihrerseits helfen wollen. So hat Maria Virk aus Pakistan ehrenamtlich die Homepage des Asylkreis www.asylkreis-eppstein.de technisch auf einen neueren Stand gebracht. Wer sich für die Arbeit des Asylkreises interessiert, kann auch per E-Mail Kontakt aufnehmen: info[at]asylkreis-eppstein.de[dot]EZ


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