Bürgerwein: Genießen für einen guten Zweck

Ihre Stifterversammlung mit Zahlen und Projekten für 2025 verknüpfte die Bürgerstiftung auch dieses Jahr wieder mit der Wahl des Bürgerweins.Foto: Julia Palmert

Ihre Stifterversammlung mit Zahlen und Projekten für 2025 verknüpfte die Bürgerstiftung auch dieses Jahr wieder mit der Wahl des Bürgerweins.Foto: Julia Palmert

Überrascht und erfreut war die Vorsitzende der Bürgerstiftung Eva Waitzendorfer-Braun, als sie rund 60 Gäste zu Stifterversammlung und Bürgerweinwahl begrüßte – rund ein Drittel mehr als in früheren Jahren.

Unter ihnen waren langjährige Stifter wie der frühere Beiratsvorsitzende Rudolf Mäusle und seine Frau, aber auch etliche Eppsteiner, die zum ersten Mal an der Weinprobe zur Bürgerweinwahl teilnahmen, wie der Bremthaler Jochen Quack und der Eppsteiner Barthold Sauveur. Ihn lobte die Stiftungsvorsitzende in ihrer Begrüßungsrede für sein Engagement für die Weihnachtshilfe im vorigen Jahr: Als Ideengeber und erfolgreicher Spendenwerber.

Seit vielen Jahren bildet die Weinverkostung unter Leitung von Eppsteins Mundschenk Ramon Olivella den Rahmen für die jährliche Stifterversammlung und öffnet sich dadurch auch für Menschen, die nicht der Stiftung angehören.

Zu den Nutznießern der Stiftung gehören Vereine, die wie der Gusbacher Carneval Club einen Schwerpunkt auf Jugendarbeit, Gemeinsinn und Erhalt des Brauchtums legen. Vier junge Tänzerinnen aus der Garde der „Schneckscher“ für Sieben- bis Zehnjährige hatten für ihren Auftritt zu Beginn der Sitzung eine flotte Polka ausgesucht und bekamen reichlich Applaus für ihren gekonnten Auftritt.

Der Erhalt des Brauchtums, aber auch die Frage, wie Menschen künftig miteinander leben wollen, beschäftige Vereine ebenso wie die Stiftung, leitete die Stiftungsvorsitzende zur Weinprobe über, denn sie verbinde Genuss und Geselligkeit mit der Möglichkeit, etwas Gutes zu tun: Für jede verkaufte Flasche Bürgerwein erhalte die Bürgerstiftung einen Euro. Von solchen Spenden und aus den Zinsen des Stiftungskapitals, das sich im vorigen Jahr auf 228 325 Euro erhöhte, gab die Bürgerstiftung im vergangenen Jahr knapp 12 000 Euro aus für die Weihnachtshilfe, den Jugendpreis, die erste Eppsteiner Buchmesse, Autorenlesungen, die Stadtbücherei, ein Projekt zu sozialen Medien an der Freiherr-vom-Stein-Schule, für den Hospizverein, für Vereine und auch für kleinere Einzel-Projekte wie einen Basketballkorb am Bolzplatz Niederjosbach.

Ramon Olivella gab eine kurze Einführung über modernen Rosé-Anbau, der längst das Image abgelegt habe, ein Abfallprodukt aus der Rotweinherstellung zu sein. Für die Blindverkostung hatte er sechs Rosé-Weine aus unterschiedlichen Rebsorten mitgebracht und aus unterschiedlichen Anbaugebieten in Spanien, Portugal, Italien, Frankreich und Deutschland. Ohne es zu wissen, wählte die Mehrheit der Weinverkoster die beiden deutschen Weine: Auf den zweiten Platz kam ein Rosé aus einer Spätburgundertraube vom Kaiserstuhl, den der Eppsteiner Weinvertrieb „ad hoc“ vorgeschlagen hatte.

Sieger und Bürgerwein wurde ein Rosé aus der Merlottraube des Weinguts Pfaffmann. Das Weingut in der Pfalz sei schon „abonniert auf den Bürgerwein“, scherzte Olivella, denn seit einigen Jahren stelle das Weingut, das in dritter Generation geführt wird, den in Blindverkostung gewählten Eppsteiner Bürgerwein.bpa

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