Anja Roethele und die Goldenen 20er Jahre

Anja Roethele bei der Arbeit am Kunstwerk im Loftwerk. Fotograf ist Ulrich H.M. Wolf

Anja Roethele, Goldschmiedin aus Bremthal und Inhaberin des Wiesbadener Loftwerks, hat, wie so viele Veranstalter im vergangenen Jahr, sämtliche Ausstellungen, Präsentationen, Workshops und Spezialitäten-Verkostungen absagen müssen.

Zeit und Raum hat sie genutzt, um ein Kunstprojekt zu entwickeln.

Die „Stille auf 230 Quadratmeter“, so die Goldschmiedin, denn so groß ist ihre Werkstatt samt Veranstaltungsfläche in Wiesbaden, hat sie zu einem monumentalen Kunstwerk inspiriert: 1044 Quadrate hat sie zu einem 8,70 Meter breiten und 2,70 Meter hohen Gesamtkunstwerk zusammengefügt. Die 1044 je 15 mal 15 Zentimeter großen Einzelquadrate aus MDF-Platte spachtelte sie zunächst als Gesamtfläche, um damit die Spuren von Höhen und Tiefen des Corona-Jahres zu visualisieren. Dann wurde die Fläche mit Blattgold belegt, insgesamt 4250 Blatt. Sie symbolisieren für Röthele die „goldenen 20er Jahre“ und die Hoffnung auf eine Zukunft trotz der Krise.

Zum Schutz der Gold-Fläche und als Symbol der Krise wird jedes Quadrat einzeln mit einem Plexiglas-Quadrat verschraubt. Denn, „Plexiglas ist überall!“, sagt Rothele: In der Gastronomie, an der Weinbar, im Modegeschäft hält es die Kunden einerseits auf Abstand, macht aber derzeit Begegnung erst möglich. Vor dem Verschrauben schreibt die Goldschmiedin mit weißem Kreidestift über die gesamte Plexiglasfläche Gedanken und Assoziationen zum Corona-Jahr – flüssige Tafelkreide, die sie mit klarem Nagellack mehrmals fixiert. Das eine stehe, so Roethele, unter anderem für Old-School und Digitalisierung, das andere für die Sehnsucht nach Theater, Kino, einem Date.

Die Quadrate sind nummeriert und handsigniert. Roethele verkauft sie einzeln für 50 Euro. Wer mindestens fünf der vergoldeten Tafeln kauft, darf seinen eigenen Schriftzug auf der Plexiglasplatte kreieren. Wer das Gesamtwerk betrachten will, kann dazu schon jetzt Besichtigungstermine mit Anja Roethele vereinbaren. Zurzeit arbeitet die Künstlerin in ihrer Werkstatt im Loftwerk, im ersten Obergeschoss der Langgasse 20 in Wiesbaden noch an den Plexiglas-Quadraten. Das fertige Gesamtkunstwerk wird an eigens für das Gesamtgewicht von 650 Kilogramm ausgerichteten Stellwänden ab Mitte April für etwa zwei Monate ausgestellt. Danach gehen die einzelne Quadrate in den Besitz der Käufer über.

Interessenten wenden sich am besten per E-Mail an: contact[at]loftwerk-roethele[dot]de oder informieren sich über den Entstehungsprozess auf www.loftwerk-roethele.de.bpa

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