Darüber hinaus erinnern sich die Sänger und Sängerinnen an harmonische, wöchentliche Gesangsstunden und erfolgreiche Chorprojekte. Seit knapp zwei Jahren leitet Chorleiter Konstantin Karklisiyski Männer- und Frauenchor. „Das hat die gemeinsamen Proben zu den Jubiläumsauftritten sehr vereinfacht“, stellt Sänger-Chef Roland Häuber fest. Auch die Chronik, verrät der Vorsitzende, sei in Arbeit und soll rechtzeitig zum Jubiläums-Wochenende vorliegen. Sie knüpft an die große Chronik zur 150-Jahr-Feier 2001 an und schließt die zeitliche Lücke zu 175 Jahren Männerchor und 50 Jahren Frauenchor.
Den Auftakt zum Festwochenende macht der Sängerbund mit einem Fest-Abend im Bürgersaal in der Rossertstraße für geladene Gäste. An diesem Abend werden längjährige und verdiente Mitglieder geehrt. „Das sind viele“, verrät Häuber schon jetzt, denn etliche aktive und auch passive Mitglieder wurden bei früheren Jubiläumsfesten geworben und sind inzwischen 25 oder, wie er selbst, 50 Jahre dabei.
Das älteste Mitglied, Willi Mohr, ist inzwischen 95 Jahre alt und seit 75 Jahren beim Sängerbund – er kam 1951 nach der 100-Jahr-Feier zum Chor. Obwohl Mohr schon lange in Niederems lebe, nahm er viele Jahre den Weg nach Vockenhausen auf sich, um an den Gesangsstunden teilzunehmen, sagt Häuber. Inzwischen sei Mohr schon lange passives Mitglied. Wenn es seine Gesundheit zulasse, so der Vorsitzende, wolle der Jubilar auch am Festabend teilnehmen.
Auch beim Frauenchor sind etliche Sängerinnen seit Jahrzehnten aktiv: Gerda Menke gehört noch zu den 20 Frauen, die 1976 den Frauenchor gründeten, Sabine Kammler trat 1975 in den damals neu gegründeten Kinderchor ein und singt längst im Frauenchor.
Eingeladen sind zum großen Festakt die anderen Eppsteiner Gesangvereine, Vertreter von Vockenhausens Vereinen, aus Politik und Gesellschaft. Der Männerchor probt extra für diesen Festabend Schuberts „Abendfrieden“, „ein Lied aus der Zeit der Romantik und der Gründung des Vereins“, verrät Häuber und erinnert daran, dass 1809 Carl Friedrich Zelter in Berlin die erste Liedertafel gründete und, dass spätestens seit dem „ersten Allgemeinen deutschen Liederfest“ 1838 in Frankfurt in ganz Deutschland gesungen wurde.
Mit Blick auf die Geschichte des Chorgesangs fühle sich der Männerchor des Sängerbund Vockenhausen, obwohl nur noch 22 Sänger aktiv singen, der Tradition der Männergesangvereine verpflichtet, sagt Häuber, „auch wenn wir längst gerne mit den Frauen im gemischten Chor singen“.
Fürs Jubiläum hat der Verein seine Sänger und Sängerinnen neu ausgestattet: Wahlweise mit Fliege, Krawatte oder Halstücher in Mattgold zum klassischen schwarzen Outfit.
Auch die 24 Sängerinnen des Frauenchors arbeiten an einem eigenen Repertoire. Zum Abschluss treten beide gemeinsam als gemischter Chor beim Festakt auf. Die Musikschule unterstützt den offiziellen Akt mit dem Auftritt einer Instrumentalgruppe.
Auch die große Jubiläums-Party „Maitoberfest“ am Samstag, 30. Mai, steigt im Bürgersaal – dort sind Gäste ausdrücklich erwünscht. Ab 19.30 Uhr spielt Karsten Webers Partyband „Reinheitsgebot“ und macht den Mai zum Oktober – zumindest was das Outfit angeht: Dirndl-Kleider und Lederhosen sind angesagt. Für jeden Gast, der im bayerischen Outfit kommt, gibt es einen Shot gratis. Das wird die „Mottoparty des Jahres“ wirbt der Sängerbund und bereitet sich auch kulinarisch mit Fleischkäse und bayerischem Bier auf einen deftigen Abend mit viel Gaudi und Tanzmusik vor. Karten und Infos gibt es über info[at]saengerbund-vockenhausen[dot]de.
Das Freundschaftssingen am Sonntag, 31. Mai, um 15 Uhr, ebenfalls im Bürgersaal, ist als „Tag des Liedes“ dem Gesang gewidmet. Außer dem Jubiläumsverein treten befreundete Vereine wie die Taunusliebe Niederjosbach, der Liederkranz Bremthal, der Frauenchor Lorsbach, der Männergesangverein Trebur, Cantabile Hattersheim und zum Schluss alle Chöre gemeinsam auf.bpa




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