Beim Höfefest Anfang Mai stellte er in seinem Hof in der Schäfergasse seine Sammlerregale mit Lastwagen, Baggern, Kippern und Kranen unter einem geräumigen Zeltdach aus und freute sich über den stetigen Strom an Besuchern. Die meisten seiner Fahrzeuge seien Sammlermodelle, sagt Düben, nur wenige als Spielzeug gedacht. Anfassen war deshalb verboten.
Wer fragte, dem zeigte Düben trotzdem welche Finessen seine Modelle können: Ein mit einer winzigen Kette betriebener Spielzeugkran aus Metall – aus den 1960er oder 70er Jahren –, öffnete beim Kurbeln seine Schaufel und schloss sie auch wieder. Eine deutlich größere Catarpillar-Raupe aus Plastik ließ auf Knopfdruck Dampf aus dem Schornstein ab.
Am Kopfende der Ausstellung präsentierte Düben einen Spielzeugbauernhof mit Traktor und etlichen historischen landwirtschaftlichen Geräten zum Anhängen: Egge, Heuwender oder Kartoffelroder. Das Bauernhaus samt Stall habe er einst selbst für seine Kinder gebaut, jetzt stellten es ihm seine vier Enkel samt Tieren zur Verfügung. Die ordentlich auf dem Hänger aufgestellten Kartoffelsäcke hat Ehefrau Babsi für seine Sammlung genäht.
Eigentlich wollte Siggi Düben, der aus Diedenbergen stammt, Lkw-Fahrer werden und in einer Kiesgrube arbeiten. Dann machte er doch lieber eine Schlosserlehre und fing bei der damaligen Hoechst AG an. Als Schlossermeister leitete Siggi Düben später bei der Hoechst AG zunächst eine Reparaturtruppe und bereitete schließlich die Montage ganzer Anlagen auch im Ausland vor.
Seinen Lkw-Führerschein machte er bei der Bundeswehr und fährt bis heute im Nebenjob am Wochenende für eine Firma in der Region Kipper, Bagger oder Radlader. „Das macht mir einfach Spaß!“, sagt er lachend. Noch vor der Bundeswehrzeit lernte der junge Schlosser seine Babsi in Bremthal kennen, zog nach dem Bund mit ihr nach Niederjosbach. 1980 baute die Familie das Elternhaus von Ehefrau Barbara aus und zog nach Bremthal. Zur SGB kam Siggi Düben als junger Vater und übernahm schnell das Jugendtraining.
1994 trat er der SG bei, wurde Jugendleiter und übernahm als erfahrener Handwerker beim Bau des neuen Vereinsheims 1999/2000 quasi die Bauleitung bei allen Eigenleistungen. „Irgendwer nannte mich mal den ,Manager des Neubaus‘“, erinnert sich Düben schmunzelnd. Danach übernahm er die Aufgaben als Platzwart für die gesamte Anlage der SG Bremthal. 2008 wurde der erste Kunstrasen in Bremthal angelegt. 2012 beauftragte ihn die Stadt mit dessen Wartung, später kam der Kunstrasen des TuS auf dem Lochberg hinzu und, ganz neu, der neue Sportplatz der Sportfreunde an der Embsmühle.
Dafür schaffte Düben sich einen richtigen Traktor an, einen ISEKI Kleintraktor samt Kehrmaschine, mit dem er den Füllsand auf den Kunstrasenplätzen der Stadt bürstet, filtert und wieder einarbeitet. Dafür braucht er den Lkw-Führerschein natürlich nicht. Aber auch für diese Maschine nutzt ihm sein technisches Wissen.
Aus dem Berufswunsch Lkw-Fahrer habe sich schließlich seine Modell-Sammlung ergeben, sagt Düben. Sein erstes Modell habe er 1968 noch als Lehrling auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt erstanden: „Auf der Messe hatte ich 1,50 Mark für eine Bratwurst dabei und kaufte mir stattdessen von dem Geld einen Demag-Bagger als kleines Schuko-Modell“, erinnert er sich noch ganz genau.
Auf Anfrage holt er sein Erstlingsmodell aus dem Haus, das für ihn einen hohen ideellen Wert hat. Ausgestellt hatte er diesen Bagger beim Höfefest nicht. Dafür sei er ihm zu kostbar, sagt Düben. bpa



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