Zeitkapsel auf dem Burgturm zum Abschluss der Sanierung

Fuhrunternehmer Martin Burkhard, Maurermeister Michael Grimm und Bürgermeister Alexander Simon setzen gemeinsam den Schlussstein.    Fotos: bpa

Grundsteine hat Bürgermeister Alexander Simon in seiner Amtszeit schon einige gelegt, jetzt ließ er zum ersten Mal eine Zeitkapsel mit historischen Dokumenten zum Abschluss einer Großbaustelle einmauern: Am Dienstag legte er gemeinsam mit Firmenchef Martin Burkhard und Maurermeister Michael Grimm eine Edelstahlhülse in den Mauerring der obersten Turmbrüstung des Bergfrieds – als vorläufigen Abschluss der seit Jahrhunderten andauernden Bauarbeiten am Burgturm.

Die luft- und wasserdicht verschlossene Kapsel enthält die aktuelle Ausgabe der Eppsteiner Zeitung, die Titelseiten der Tageszeitungen, ein Buch über Eppstein, das aktuelle Kulturprogramm auf der Burg, Pläne der Sanierung des Bergfrieds, Informationen über den historischen Stadtbahnhof und einen Brief von Simon an seine Amtsnachfolgerin oder seinen Nachfolger – „aber hoffentlich erst in 100 oder 200 Jahren“, sagte Simon. Museumsleiterin Rohde-Reith ergänzte den Inhalt mit einer Geschichte über den mumifizierten Hund, der beim Bau der ersten Treppe zur Turmplattform 1872 gefunden wurde. Jahrzehntelang war er der gruselige Publikumsmagnet im Burgmuseum.

Lange Zeit wurde vermutet, der Hund könne eine Opfergabe aus dem Mittelalter sein; das haben spätere Untersuchungen jedoch nicht bestätigt. Dazu war die Mumie zu gut konserviert. Laut Rohde Reith, sei eher zu vermuten, dass der Hund in einen Mauerspalt stürzte und nicht mehr herauskonnte, vielleicht sogar beim Sturz ums Leben kam, und im Laufe der Zeit vertrocknete.

Rohde-Reith berichtet außerdem, dass rund 100 Jahre nach dem Bau der ersten Eisentreppe eine neue Treppe gebaut wurde, damals noch ohne jeglichen Denkmalschutz. So wurde die unterste Turmkammer Anfang der 1970er Jahre mit Beton aufgefüllt und damit die Möglichkeit zerstört, durch Ausgrabungen und archäologische Untersuchungen festzustellen, wofür dieser Teil des Turms genutzt wurde. „Möglicherweise als Gefängnis oder als Lager“, spekulierte Rohde-Reith.

Umso genauer ist der Denkmalschutz bei der aktuellen Baumaßnahme. Nicht einmal das Schutzhaus aus den 1980er Jahren darf erneuert werden. Die Brüstung wird aus Taunus-Gestein gemauert. Die passenden Steine, um die Kapsel dicht und sicher abzuschließen, hatten die Maurer schon zurecht gelegt. Die Lage der Zeitkapsel markiert ein Mauerstein, in den die Jahreszahl 2022 gemeißelt wurde.

Am Tag des offenen Museums am kommenden Sonntag ist der Turmaufstieg noch gesperrt, aber im Museum können Besucher von 15 bis 17 Uhr die neue Sonderausstellung „Das ist das alte Schloss und Thal Eppstein!“ besichtigen und Wissenswertes über die Geschichte der Burg erfahren.bpa

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