Start in die Außensaison

Ausflügler genossen trotz kühler Temperaturen die Einkehr auf dem Wernerplatz.Foto: jp

Rechtzeitig zum langen Pfingst-Wochenende wurde im Main-Taunus-Kreis die „Notbremse“ aufgehoben. Fünf Werktage lang lag die 7-Tage-Inzidenz unter 100 und die Außengastronomie konnte unter Auflagen öffnen – Aufatmen nach sieben langen Monaten der Schließung.

Zwei Wandererinnen aus Frankfurt freuten sich, dass sie auf dem Wernerplatz in der Altstadt einkehren und gemütlich am Tisch sitzend ihr Essen genießen durften. Familie Völkel aus Schloßborn erkundete ihre neue Heimat mit dem E-Bike, Töchterchen Matilda (3) genoss die Fahrt im Fahrradanhänger. Bei der Fahrt durchs frühlingsgrüne Silberbachtal entdeckten sie den Spielplatz in Ehlhalten als schönen Zwischenstopp und vor der Rückfahrt gab’s in der Altstadt einen Eisbecher.

Vor dem Burg-Café bildeten sich am Pfingstmontag zeitweise lange Schlangen von Ausflüglern, die ein Eis oder Kuchen naschen wollten. Seit dem Wochenende stehen nun auch dort Tische und Stühle vor dem Haus.

Doch das für Mai ungewöhnlich kühle und regnerische Wetter trübte die Stimmung bei manchen Gastronomen – nicht alle hatten schon ihre Terrassen vorbereitet oder warteten vergeblich auf Gäste. Viele Menschen sind noch zurückhaltend und auf Picknick eingestellt oder haben keinen Negativtest. Joel Karsenti vom Kaisertempel-Restaurant zählte gerade mal acht Gäste auf seiner Terrasse. Er hofft auf besseren Besuch am Wochenende und rät seinen Gästen, sich anzumelden. Vor dem Restaurant Da Domenico in Vockenhausen tummelten sich auf dem geschützten Vorplatz am Wochenende die ersten Gäste. Dharmbir Singh, seit 15. Mai Nachfolger im ehemaligen „Kalispera“, will seine Außenterrasse in der Hauptstraße am Wochenende öffnen – „wenn das Wetter mitspielt“, sagt der Wirt im neuen „Grillhaus“. Auch bei Mille Vini am Wernerplatz, im Fischbachtal und im Kastanienhof in Niederjosbach wird am Wochenende wieder draußen serviert. Am Freitag startet um 14 Uhr auf dem Wochenmarkt am Gottfriedplatz der Getränkeausschank wieder. In Abstimmung mit Ramon Olivella, Betreiber der Eppsteiner Weinpresse, hat Bürgermeister Alexander Simon entschieden, den Marktausschank wieder zu öffnen, allerdings mit Auflagen: Auf dem Wochenmarkt gilt weiterhin die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Das Verweilen und Trinken ist nur in einem abgetrennten Bereich gestattet. Dort ist eine Registrierung notwendig. Ein Zutritt wird nur bei Vorlage eines Negativattestes oder vollem Impfschutz gewährt. Die Plätze sind beschränkt.

 

Notbremse aufgehoben – Testpflicht bleibt

„Das ist eine gute Nachricht zum Wochenausklang, auf die viele Menschen gewartet haben“, kommentierte Landrat Michael Cyriax die niedrige Inzidenz und die Öffnung der Außengastronomie. Kreisbeigeordnete Madlen Overdick wertet die Entwicklung als „Konsequenz der Impfkampagne und des verantwortungsbewussten Handelns vieler Bürgerinnen und Bürger.“ Nach den Regelungen des Bundes wird die Notbremse aufgehoben, wenn die kreisweite Inzidenz an fünf Werktagen die 100er-Marke unterschreitet. Nachdem sie am Samstag vor einer Woche unter diese Grenze fiel, konstant darunter blieb und am Donnerstag vergangener Woche 61 betrug, traten die Lockerungen in Kraft.

Mit der Notbremse fallen unter anderem die bis dahin bestehenden nächtlichen Ausgangsbeschränkungen weg. Es dürfen sich künftig zwei Haushalte plus Genesene und Geimpfte treffen. Die Schulklassen 1 bis 6 und die Abschlussklassen haben Präsenzunterricht, die Klassen 7 bis 11 Wechselunterricht. In den Kindertagesstätten läuft der Regelbetrieb, aber unter Pandemiebedingungen. Es können weitere Geschäfte des Einzelhandels öffnen, um den täglichen Bedarf abzudecken. Auch die Außengastronomie darf unter Auflagen wieder öffnen – unter anderem mit Registrierungspflicht und Negativtest. Veranstaltungen in Innenräumen zu bestimmten Zwecken, etwa berufliche Zusammenkünfte, sind erlaubt. Außenveranstaltungen mit bis zu 100 ungeimpften Personen sind ebenfalls möglich, aber unter strengen Auflagen. Die genauen Bestimmungen können auf der Internetseite des Landes Hessen nachgelesen werden. (www.hessen.de).

Nach den hessischen Regelungen ist das zunächst die Stufe 1 der Lockerungen. Wenn im Main-Taunus-Kreis die Inzidenz weitere 14 Tage unter 100 bleibt oder sobald sie fünf Tage unter 50 fällt, tritt ab dem darauffolgenden Tag die Stufe 2 in Kraft. Sie bringt weitere Lockerungen wie eine Öffnung der Innengastronomie, außerdem vollen Präsenzunterricht an den Schulen. Der Main-Taunus-Kreis setzt im Landratsamt ab sofort die Corona-Kontaktverfolgungs-App „Luca“ ein. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, können sich Besucher des Landratsamtes und seiner Außenstellen beim Betreten der Räume auf freiwilliger Basis mit der App registrieren lassen. „Trotz des Voranschreitens der Impfkampagne und gesunkener Infektionszahlen bleibt die Nachverfolgung von Kontakten bei Infizierten ein ganz wichtiges Element der Pandemiebekämpfung“, erläutert Cyriax. Auch die Stadtverwaltung Eppstein setzt auf die Luca-App und hat an den Rathäusern und im Bürgerbüro entsprechende Hinweise angebracht.

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