Programm zur Sirenenförderung: Heulton für die Sicherheit

Anders als in vielen Orten in den Katastrophenregionen in der Eifel, an Mosel oder Ruhr sind im Main-Taunus-Kreis und in Eppstein Sirenen noch funktionstüchtig und beweisen das mindestens einmal im Monat beim laut gellenden Probealarm. Foto: Oto Zapletal/pixabay.com

Der Main-Taunus-Kreis sieht sich nach eigenem Bekunden mit der Ankündigung einer Bundesförderung für Sirenen in seiner eigenen Strategie der vergangenen Jahre bestätigt.

Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, haben die Kommunen im Kreis ihr Sirenennetz immer weiter ausgebaut, und der MTK habe sie dabei bereits mit einem eigenen Förderprogramm unterstützt. „Die Hochwasserkatastrophe an der Ahr hat das Thema Bevölkerungswarnung wieder in den Vordergrund gerückt, aber wir sehen hier schon seit Jahren ein ganz wichtiges Element der Sicherheit“, fasst Cyriax zusammen. Das könne aber nur funktionieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger die Signale auch kennen. Darüber informiert der Kreis auch auf seiner Internetseite www.mtk.org.

Nach jüngsten Ankündigungen will der Bund die Modernisierung des Sirenennetzes mit elektronischen Sirenen und digitaler Steuerung fördern. Cyriax zufolge schießt der Kreis bereits seit Jahren den Kommunen Geld für neue Sirenen und die Digitalisierung zu. Die Kommunen sind für die Aufstellung der Anlagen zuständig; derzeit gibt es Sirenen an knapp 100 Standorten im Kreis. Ausgelöst werden die Bevölkerungswarnungen von den Kommunen. Nur im Katastrophenfall übernimmt diese Aufgabe zentral der Main-Taunus-Kreis.

Wie Cyriax erläutert, seien nach Ende des Kalten Krieges in Deutschland vielerorts Sirenen abgebaut worden, weil sie für überflüssig gehalten wurden. Der Main-Taunus-Kreis aber habe deren Sinn nie angezweifelt und deshalb auch keine Anlagen abgebaut – was sich jetzt auszahle.

Leider würden aber viele Menschen die unterschiedlichen Signale nicht kennen. Wie das Amt für Brandschutz und Rettungswesen erläutert, gibt es zwei Töne mit unterschiedlicher Bedeutung. Mit einem einminütigen Dauerton, der zweimal unterbrochen wird, werden die Einsatzkräfte alarmiert. Dann sollen die Bürger auf Privat-Pkw mit Einsatzkräften achten, die schnell unterwegs zum Feuerwehrhaus sind, und ihnen Vorfahrt gewähren. Einsatzfahrzeugen sollten sie generell freie Fahrt gewähren. Mit einem einminütigen Heulton, der an- und abschwillt, erhalten die Bürger verschiedene Verhaltensanweisungen, so der Kreis: • Sie sollen in geschlossene Räume gehen, schutzlose Passanten aufnehmen und Kinder nicht aus Schule oder Kindergarten abholen.

• Sie sollten Klimaanlagen und Belüftungen ausschalten, nicht rauchen und keine Funken verursachen.

• Sie sollen Radio und Fernsehen einschalten (bevorzugt regionale und landesweite Sender) und Nachrichten in den Sozialen Medien verfolgen (vor allem diejenigen auf offiziellen Kanälen wie dem Facebook-Kanal des MTK oder der Kommunen).

• Sie sollen nur im Notfall telefonieren, um die Netze zu entlasten. Bei Notfällen wie Feuer und Unfall sollten die Notrufnummern 112 und 110 genutzt werden.

Ein Merkblatt zu den Tönen, das zu Hause für den Ernstfall zum Nachlesen bereitgelegt werden kann, kann auf der Internetseite des Kreises (www.mtk.org) unter dem Suchbegriff „Sirenensignale“ heruntergeladen werden.

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