Mit Musik, Kerbebaum und Kaiserwetter

Fahnenschwenkend zogen die Kerbegruppen durch den Ort, allen voran die Ehlhaltener Kerbeburschen und -mädchen.Foto: Walter Adler/adler-photoart.de

Fahnenschwenkend zogen die Kerbegruppen durch den Ort, allen voran die Ehlhaltener Kerbeburschen und -mädchen.Foto: Walter Adler/adler-photoart.de

„Solches Kaiserwetter haben wir bei unserer Kerb Anfang Oktober selten“, freute sich die Sprecherin der Ehlhaltener Kerbegesellschaft Ann-Kathrin Schomburg nach drei intensiven Festtagen: Schon beim Kerbebaumstellen am Samstag leuchtete der Himmel strahlendblau.

Vermutlich zum letzten Mal hatte Andreas Frankenbach die Ehre, die Kerbepuppe, den Schlackes, am Stamm zu befestigen. Kerbevater Lucas de Ridder ließ dem langjährigen Vereinsvorsitzenden des Kerbevereins „Kohlestibbel“ gern den Vortritt, da Frankenbach angekündigt hatte, dass er den Vorsitz bald abgeben möchte.

Die Partyband „Blaska“, die zum zweiten Mal extra vom Bodensee nach Ehlhalten angereist war, hatte offensichtlich schon im vorigen Jahr mit ihrer „Party-Power-Blasmusik“ viele Fans gefunden, denn rund 250 Karten gingen schon im Vorverkauf weg, der Rest an der Abendkasse. Die Dattenbachhalle füllte sich am Samstagabend schnell, auch mit etlichen auswärtigen Gästen. „Wir haben bewusst auf einige Tischreihen verzichtet, um die Tanzfläche zu vergrößern“, berichtete Schomburg von den Vorbereitungen. Die Umsicht zahlte sich aus: Schon nach einer Viertelstunde hielt es kaum einen der Gäste auf seinem Stuhl.

Selbst das traditionelle Kerbelied hatte die Band aus dem badischen Land einstudiert, nur mit dem hessischen Text waren sie überfordert: Deshalb übernahm der ehemalige Kerbevater Max Schomburg das Mikro und musste nicht lange warten auf die Antwort auf seine gesungene Frage: „Wem ist die Kerb?“

Nach einer kurzen Nacht waren die Kerbeburschen und -mädchen am Sonntagmorgen schon um 9 Uhr zum Patronatsgottesdienst in der Kirche und zogen danach zum Frühschoppen mit der Bremthaler Blaskapelle in die Dattenbachhalle. Beim Umzug am Sonntagnachmittag zeigten auch die befreundeten Kerbegruppen aus Oberjosbach, Königshofen und Niederseelbach Flagge. Bei strahlendem Sonnenschein startete der Zug in der oberen Feldbergstraße und wand sich, wieder angeführt von den Bremthaler Blasmusikern, an zahlreichen Verpflegungsständen halt machend, durch die Dorfstraßen bis hinunter zur Dattenbachhalle.

Auf dem kleinen Rummelplatz mit Schießbude, Kinderkarussell, Süßigkeitenbude, Bratwurststand und, seit vorigem Jahr, Pullet-Pork-Burger und Veggi-Gerichten von einem ehemaligen Ehlhaltener.

Am Montag machte die Blaskapelle Ehlhalten in der Dattenbachhalle Stimmung und spielte dort vom Frühschoppen bis zum frühen Abend. Beim kleinen Kerbeumzug mit Gickelschlag am Montagnachmittag durfte auch der Nachwuchs, die 44 Kinder und Jugendlichen der „Kohlestibbelchen“, aktiv mitmachen, mitsingen und mittanzen. Denn ein Tänzchen auf der Straße mit den Ehlhaltenern, die vor ihren Höfen Gemüsesuppe, Schmalzbrot und Getränke verteilten, gehört traditionell mit dazu. Beim Abschluss in der Dattenbachhalle wurden, wie jedes Jahr, die Tombola-Gewinne ausgelost. Der Kerbebaum als einer der Hauptgewinne geht diesmal nach Heftrich: an Tanja Kilb, die einen früheren Ehlhaltener Kerbeburschen geheiratet hat. Zwei Wochen nach der Kerb, also am kommenden Samstag, wird er gefällt und in transportfähige Stücke zersägt.

„Ohne Unterstützung wäre das nicht möglich“, sagte Ann-Kathrin Schomburg und zählte auf: „Rund 120 Menschen stehen auf dem Dienstplan für die eigentliche Kerb am Wochenende, hinzu kommen drei Abende für den Auf- und einen Tag für den Abbau. Das zeigt doch, wie viele helfende Hände wir für ein solches Fest benötigen.“ bpa

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


X