Mit Lotsen durch die Schule

Im Biologie-Raum waren die Besucher fasziniert von Skeletten, Knochen, Schautafeln und Modellen.Foto: Beate Schuchard-Palmert

Sprachen, Naturwissenschaften, Kunst, Musik und Sport – mehr als 250 Besucher nutzten die Gelegenheit, am Tag der offenen Tür an der Freiherr-vom-Stein-Schule, einen Einblick in den Schulalltag zu gewinnen.

Etliche Grundschüler und ihre Eltern schlossen sich einem Rundgang mit den knapp 20 Lotsen und Lotsinnen an. Wie die beiden Zehntklässlerinnen Sina Gruner und Eve Schrott waren alle an ihren roten Nikolausmützen zu erkennen. Andere Besucher suchten sich ihren Weg auf eigene Faust oder mit Hilfe eines Flyers, den Lehrerin Christine Brandt-Kotthaus am Stand vor der Aula verteilte: „Seid super neugierig und fragt!“, rät sie den Viertklässlern, die zum ersten Mal die weiterführende Schule besichtigen, „es gibt viele Dinge zum Mitmachen“.

Es gab Fragespiele und Rätsel zu lösen, Instrumente zum Ausprobieren, in einem der Kunsträume wurden Windlichter gebastelt. Im großen Chemie-Raum erklärte Lehrerin Susanne Frick die Zutaten für die selbstgemachte Seife, „ein nachhaltiges Produkt“, ergänzte Lehrerin Ina Tillmann, und zeigte der neunjährigen Maxima und ihrer Freundin Finja (11), dass in vielen gekauften Kosmetikprodukten Mikroplastik enthalten sei. Wer Kosmetik selbst herstelle, könne das vermeiden.

Der achtjährige Arian und sein Freund Raphael interessierten sich allerdings mehr für die drei unterschiedlich gefärbten Laugen in Glaskolben und den Molekularbaukasten. Der neunjährige Richy weiß schon, dass er auf die Freiherr-vom-Stein-Schule will. Ihn zog es zur Schulturnhalle, um sich das Angebot anzusehen. „Er liebt Mathe und vor allem Sport“, erklärte seine Mutter Edit Bossow, „seine drei älteren Schwestern waren auch hier auf der Schule. Aber sie studieren schon“.

In der Turnhalle luden Basketballkorb und Fußballtor zum Spielen ein. Aus Matten und Kastenelementen hatten die Sportlehrer einen Minigolf-Parcours aufgebaut, an dem die Kinder ihre Zielgenauigkeit mit Hockeyschlägern ausprobierten. Zwei Tischtennisplatten waren ebenfalls immer belegt.

Stein-Schule mit Kunst und Computern breit aufgestellt

Die neunjährige Sophie und ihre Freundin Ronja, beide aus Eppstein, informieren sich mit ihren Müttern über das Fremdsprachenangebot. Sie würde gern Italienisch lernen, überlegt Sonja. Das wird nicht so oft an Schulen angeboten, bestätigt Lehrerin Cecile Cusimano.

Lehrer Julian Ruppert erläutert in einem der beiden PC-Räume, wie gut die Schule inzwischen aufgestellt sei: „50 Schulcomputer und über 400 iPads stehen zur Verfügung, ohne Lehrer-Tablets gerechnet“, sagt er. Auch die Zahl der Informatik-Stunden sei dieses Schuljahr aufgestockt worden. „Wir legen Grundlagen, haben aber auch schon Projekttage zum Programmieren angeboten – mit tollen Ergebnissen“, sagt er begeistert und erläutert, welche Lernangebote die Schul-PC anbieten. Neueste Errungenschaft seien 84-Zoll-Displays, die nach und nach die Smartboards in den Klassenräumen ersetzen sollen.

Direkt vor dem PC-Raum stellen sich die „Digitalen Helden“ vor, eine Arbeitsgruppe von Schülern, die beispielsweise über Cybermobbing informierten und wie man sich davor schützt. Im Biologie-Raum flanieren die Schüler mit gemischten Gefühlen vorbei an Modellen über den Aufbau der Haut oder einer Gebärmutter. Beim Anblick eines Gehirns aus Plastik rümpft ein Mädchen die Nase. Die Skelette oder die Lehrtafeln über den Aufbau von Blüten gehen den meisten viel weniger nah. Das Hör-Memorie und die Bücher mit optischen Phänomenen sind begehrt.

Luzi und Ina, zwei zehnjährige Mädchen aus Eppstein, sind begeistert über die Kunstprojekte: „Da gibt es so viele verschiedene Techniken zu sehen“, hat Luzi festgestellt. Am meisten beeindruckt haben sie die Phantasie-Tiere, die ältere Schüler in einem Kunstprojekt per Photoshop kreiert haben.

Auf das Arbeiten mit unterschiedlichen Werkzeugen und Techniken, legt auch Kunst- und Arbeitslehre-Lehrerin Brigitte Sasso-Sulger Wert. Ihre Schüler haben Lasagne-Formen tet und Baumschmuck aus Ton gearbeitet. Die selbstgebastelten Papiertonnen für die Klassenräume hat sie ebenfalls mit ihren Schülern entwickelt, „damit ist zumindest ein Anfang bei der Mülltrennung an der Schule gemacht“, sagt sie.

Das neueste Projekt, Tiny-Häuser aus Lebkuchen, ist noch nicht abgeschlossen. „Meine neunte Klasse nimmt an einem Wettbewerb des Zentrums für Baukultur zum Thema ,Minihaus, klein aber fein’, teil und macht sich Gedanken darüber, was beim Wohnen wirklich notwendig ist“, erzählt sie.

Evelyn Fajfar ist mit Sohn Darian gekommen. Der hat seine Freunde Johann und Lenni mitgebracht. Den drei Comenius-Schülern gefällt das Angebot. Sie machen allerdings deutlich, was ihnen wichtig ist: „Uns gibt es nur im Dreierpack, wir wollen auch in der nächsten Klasse zusammenbleiben.“ Mutter Evelyn sieht es pragmatischer: „Eine neue Schule bedeutet auch, dass ihr viele neue Mitschüler kennenlernt.“ Sie freue sich, dass ihrem Sohn ihre alte Schule gefalle. „Auch wenn sich seit meinem Schulabschluss 1994 vieles verändert hat.“ Ein anderer ehemaliger Schüler, Maximilian Gerny, bedauert, „dass die Kleinkunstabende abgeschafft wurden“.

Stattdessen hat die Schule neue Projekte begonnen: Die Bike-School stellte sich in der Aula vor. English Theater-Group und Schulband warteten in eigenen Räume auf Besucher. Natalie Kurbalski vom staatlichen Schulamt überreichte Schulleiter Christoph Krüger in der Aula das dritte von insgesamt vier Zertifikaten für das Gesamt-Prädikat „Gesundheitsfördernde Schule“ zum Thema „Bewegung und Wahrnehmung“. bpa

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