Enten im Schafspelz, mit Europa-Botschaft und als Burgfräulein

In Rekordzeit legten die knapp 500 gelben Schwimmer beim Entenrennen des Lions Clubs  am Sonntag die Strecke zwischen Rathaus und Goldbachtal zurück. Der hohe Wasserstand trieb die Plastikenten unaufhaltsam durch Strudel und über Untiefen hinweg – die Helfer der Jugendwehr Vockenhausen mussten selten eingreifen. Hunderte Besucher verfolgten das Rennen begeistert vom Ufer aus. bpa/Foto: Beate Schuchard-Palmert,

In Rekordzeit legten die knapp 500 gelben Schwimmer beim Entenrennen des Lions Clubs am Sonntag die Strecke zwischen Rathaus und Goldbachtal zurück. Der hohe Wasserstand trieb die Plastikenten unaufhaltsam durch Strudel und über Untiefen hinweg – die Helfer der Jugendwehr Vockenhausen mussten selten eingreifen. Hunderte Besucher verfolgten das Rennen begeistert vom Ufer aus. bpa/Foto: Beate Schuchard-Palmert,

Die Startbedingungen für das Entenrennen des Lions Clubs waren denkbar günstig: Strahlend blauer Himmel und hoher Wasserstand im Schwarzbach. Das versprach einen spannenden und zügigen Rennverlauf.

Bevor die Enten mit Hilfe einer riesigen Plastiktüte auf die Strecke geschickt wurden, hatte die Jury die denkbar schwierige Aufgabe unter unzähligen liebevoll und individuell geschmückten Enten die drei schönsten auszuwählen – eigentlich unmöglich: Sollte das liebevoll mit Wolle und zwei rosa Öhrchen beklebte Schaf in die engere Wahl oder die Europa-Ente mit dem Wahlspruch „Einigkeit, Recht, Freiheit“, die Sennerin mit blonden Wollzöpfen unter ihrem Jeanshut oder der düstere Darth Vader mit seinem Visier aus schwarz gefärbtem Alu, die mit vier kleinen Schloten auf dem Rücken eindeutig als Titanic erkennbare Ente des achtjährigen Julian oder das reizende Burgfräulein von Klara und Anna mit Tüllschleppe und Perlenhaube, das schon wegen des örtliche Bezugs zur Burg in der engere Auswahl stand?

Bis kurz vor der Kür wurden immer noch Ergebnisse kreativer Tüftelei zur Jury gebracht. Fußballenten mit Deutschlandtrikot waren eindeutig in der Überzahl. Sportlich war auch die rote Ferrari-Ente des siebenjährigen Formel-1-Fans Luis aus Niederjosbach. Stella hat ihren Traumurlaub auf Kreta dargestellt, die siebenjährige Ella einen Enten-Kavalier mit einem Strauß aus Trockenblumen. Hatice Karabacak erzählte, dass sie für ihre beiden Enkelinnen Hevia (2) und Ronani (8) am Samstag in letzter Minute zwei Enten am Stand vor dem Edeka-Markt ergattert habe, damit die beiden sie noch mit Glitzersteinen schmücken konnten.

Am Ende standen zwei Enten und ein Trio als Sieger fest: Der 12-jährige Andri Podolian wurde mit seiner glänzend schwarz lackierten und mit geheimnisvollen silbernen und goldenen Zeichen verzierten Ente Dritter und erhielt einen Kescher. Luisa Scherer hatte ihre Ente in eine entzückende Köchin verwandelt: mit aus Knoblauchschale gefalteter Haube und Schürze, Mandeln auf dem Rücken, einer Nudel als Schal und mit gelben Linsen beklebtem Schnabel. Dafür gab es den zweiten Preis, einen Kino-Gutschein. Sie erhielt später sogar noch einen Sonderpreis für die langsamste Ente, die als letzte das Ziel erreichte. Für die drei nach ihren vierbeinigen Vorbildern Lotte, Rubi und Louie auf einer Pferdeweide bei Vockenhausen benannten Enten mit kunstvollen, aus Knetmasse geformten Mähnen und Schweifen nahmen die zehnjährige Katharina Göbel, ihre Tante Esther Elsen, Jeanine Gemein und Bea Hefter den Siegerpreis entgegen, einen Familieneintritt für die Vogelburg bei Weilburg.

Während der Siegerehrung hatten sich die 17 Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Vockenhausen bereits entlang des Baches postiert, um verirrten Enten zurück auf den Weg zu helfen. Die schnellste Ente war diesmal in einer guten Viertelstunde im Ziel: Dort fischten Ralf Herrmann und Ulrika Sickenberger die Nummer 655 als erste aus dem Bach. Familie Kröll erhielt dafür einen Gutschein im Wert von 200 Euro für das Phantasialand bei Köln.

Wie die meisten Zuschauer, die den Enten am Ufer bis zum Ziel folgten, wartete auch die 82-jährige Marianne Kühne, bis die letzte Ente aus dem Bach gefischt war. „Meine Enkel sind schon zu groß für dieses Spektakel“, sagte die Vockenhäuserin. Trotzdem komme sie jedes Jahr zu dem Rennen, fotografiere die Enten und freue sich an der Begeisterung der Familien und den strahlenden Gesichtern der Kinder.bpa

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