Der Schwund des Einzelhandels in den Innenstädten und Ortszentren zeigt eine langjährige Entwicklung, wie sie in vielen Städten zu beobachten und noch lange nicht abgeschlossen ist.
Was aus der Tegut-Filiale im Valterweg wird, sei ja auch noch nicht bekannt, erinnerte Eichhorn beim Besuch von Vertretern der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt im Rahmen ihrer Heimat-Shoppen-Tour zu ausgewählten Geschäften in Frankfurt, Main-Taunus- und Hochtaunus-Kreis. In Bremthal wurden sie von der Rathaus-Spitze und dem örtlichen Gewerbeverein IHH begleitet. Wie Bürgermeister Alexander Simon am gleichen Abend im Ausschuss für Stadtentwicklung bestätigte, gebe es noch keine neue Entwicklung bei der Tegut-Übernahme. Drei Interessenten wollen die Filialen unter sich aufteilen. Was das für die kleine Filiale in Bremthal bedeutet, ist noch nicht absehbar.
Mit gerade mal 110 Quadratmeter Gesamtfläche sei sie Inhaberin der kleinsten Apotheke Deutschlands, sagte Eichhorn nicht ohne Stolz, entsprechend kurz war der Rundgang durch die Räume: Ein winziger Nebenraum für persönliche Beratung, Büro-Ecke, eine Schrankwand für die Waren und das kleine, „aber voll funktionstüchtige Labor“, betonte Eichhorn. Ein letzter Blick in den Raum mit einer Warenschleuse für sichere Medikamentenanlieferung und einem Klappbett an der Wand für Apotheken-Nacht- und Notdienste, dann war der Rundgang beendet. Im Verkaufsraum erhielt sie viel Lob für den gut gelungenen Umbau der Apotheke zu einem schönen Anlaufpunkt mitten im Ort. „Sie beraten Menschen in vielen Lebenslagen und wissen auch viele vertrauliche Dinge“, honorierte Bürgermeister Alexander Simon Eichhorns Engagement in Bremthal. Die Apotheke vor Ort sei ihr wichtig. Deshalb engagiere sie sich auch in der Gesprächsrunde Zivilschutz.
Um solches Engagement zu unterstützen, reist einmal im Jahr eine Delegation der IHK durch die inzwischen 16 beteiligten Städte und besucht ausgewählte Geschäfte, diesmal die Rathaus-Apotheke in Bremthal und die im gleichen Gebäudekomplex untergebrachte Pizzeria Bacco. Inhaber Karnail Singh, den die Gäste Wiki nennen, hatte für die Truppe Häppchen und Getränke vorbereitet.
„Auf diese Wohlfühltermine freuen wir uns das ganze Jahr, vor allem auf die großartige Vielfalt der Angebote vor Ort“, sagte IHK-Vize Oliver Schwebel. Im Gepäck hatte sein Tross Werbematerial für die Aktion Heimat Shoppen, Taschen, Luftballons und Werbefahnen. Der Apothekerin zollte er Lob dafür, dass sie die Grundversorgung im Ort sicherstelle und dabei auch individuelle Beratung im persönlichen Gespräch leiste, was für eine Versandapotheke unmöglich sei.
Um die Menschen zum Kaufen vor Ort zu bewegen sei eine gute Erreichbarkeit wichtig, sei es mit dem Auto, dem öffentlichen Nahverkehr, per Fahrrad oder zu Fuß: „Die Innenstädte und Ortskerne müssen für alle gut erreichbar bleiben, appellierte die IHK für gute Verkehrsinfrastruktur.
Eppstein sprach Schwebel seine Anerkennung aus, dass es der Stadt gelinge, mit geringen finanziellen Mitteln tolle Aktionen aufzubauen und nannte als Beispiel den für Freitag geplanten 1. Eppsteiner Genussmarkt in der Altstadt und das Weinfest am Samstag.
Der historische Bahnhof mit S-Bahn, die Altstadt und die Burg seien wichtige Tourismus-Magnete, die Burg aber auch gleichzeitig eine Dauerinvestition, benannte Schwebel ein Kernproblem der städtischen Finanzen. Umso wichtiger sei es, Anziehungspunkte zu schaffen, die die Menschen in die Ortszentren holt. Erste Stadträtin Andrea Sehr, die den Genussmarkt federführend organisierte, hofft, dass es nicht bei einem einmaligen Erlebnis bleibt, sondern eine neue Tradition daraus erwächst. bpa

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