Umwelt und Jugendarbeit sind die Themen der neuen Grünen

Ob mit Wahlplakaten und Info-Stand, per Online-Veranstaltung oder als Video-Sprechstunde – Der Wahlkampf 2021 läuft angesichts der Corona-Krise eher ruhig an. Einige Fraktionen haben erste Erfahrungen mit Online-Veranstaltungen gemacht, andere warten ab, ob im Wahlkampf-Endspurt noch Präsenzveranstaltungen möglich sind, zum Beispiel mit Wahlständen vor Geschäften und auf Plätzen. Eppsteins Parteien setzen auch, ganz klassisch, aufs geschriebene Wort und werben für ihre Kandidaten und Wahlthemen mit Broschüren und Flyern (siehe unsere heutigen Beilagen). Eines haben alle Wahlgruppierungen in Eppstein gemeinsam: Auf den Wahllisten finden sich auffallend viele neue Namen und die meisten sind recht weit vorn platziert. Deshalb stellen wir in den kommenden Wochen einige dieser politischen Neulinge vor.

Besonders fleißig haben die Grünen geworben und gleich fünf neue unter den ersten zehn Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung aufgestellt.

Auf Platz zwei hinter der Spitzenkandidatin und Ortsverbandsvorsitzenden Gabriele Sutor kandidiert Uwe Brendel, Projektleiter aus Bremthal. Der 61-Jährige ist seit kurzem in Altersteilzeit. Schon vor zwei Jahren knüpfte er Kontakte zu den Eppsteiner Grünen, übernahm im vorigen Jahr die Pressearbeit und ist seit September 2. Vorsitzender. Jetzt kandidiert er zum ersten Mal für ein öffentliches Mandat in der Stadtverordnetenversammlung.

Der Vater von drei erwachsenen Söhnen und einer 13-jährigen Tochter räumt ein, dass ihn vor allem die vielen Fragen seiner Tochter zu politischen Themen dazu bewogen haben, sich in der Lokalpolitik zu engagieren. Er wohnt seit fast 20 Jahren in Bremthal, hat im vergangenen Jahr zusammen mit IHH-Chef Markus Rösmann die Gruppe „Eppsteiner Macher“ initiiert, die unter anderem das Gutscheinsystem „Eppstein-hearts“ als Corona-Hilfen für hiesige Unternehmen entwickelte.

Er hofft, dass die Grünen direkt werben dürfen. Mit einer Solarzelle für Balkongeländer wollen sie am Samstag ab 10 Uhr in der Staufenstraße auf ihr Thema „Mehr Strom vor Ort“ und den Ausbau privater Dachflächen mit Solarpaneelen aufmerksam machen.

Auf Listenplatz 5 folgt Marco Klein. Der 25-Jährige ist in Niederjosbach aufgewachsen und führt die Liste der Grünen für den Ortsbeirat an. Klein war acht Jahre lang in der Jugendfeuerwehr, spielte Fußball beim TuS Niederjosbach und war Messdiener in der katholischen Kirche, bis er in einer Hofheimer Tanzschule seine Leidenschaft fürs Tanzen entdeckte. Vor zwei Jahren schloss er sich zunächst der Grünen Jugend im Main-Taunus-Kreis an und will nun auch eine Eppsteiner Grüne Jugend aufbauen.

Klein, der sein Fachabitur an der Konrad-Adenauer-Schule gemacht hat, ist im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Fachinformatiker und setzt sich für erneuerbare Energien und Klimaschutz auf lokaler Ebene ein. Dazu gehören aus seiner Sicht auch Windräder. Für seinen Heimatort Niederjosbach würde er gern Ideen entwickeln, um leere Flächen in zentraler Lage mit Geschäften und Leben zu füllen.

Der 42-jährige Steffen Dittmar, Assistent für Informatik, folgt auf Platz sechs fürs Stadtparlament und an zweiter Stelle im Ortsbeirat Niederjosbach. Dittmar lebt mit Ehefrau Heidi, die für den Ortsbeirat kandidiert, zwei Kindern, 10 und 13 Jahre alt, und zwei Hunden in Niederjosbach und engagiert sich außerdem beim BUND und als Elternbeirat in der Comenius- und der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Seine Motivation fürs politische Engagement sind ökologische Themen: „Wir haben auf unserem Haus eine Solaranlage installiert, den alten Öltank rausgeschmissen und eine Wärmepumpe installiert und wollen als Familie unseren CO2-Fußabdruck reduzieren“, sagt Dittmar und will als Kandidat auch bei anderen für bewussten Umgang mit den Ressourcen werben.

Photovoltaik sieht er als Zukunftsthema für Eppstein: „Da gibt es noch sehr viel Potenzial“, sagt er mit Blick auf viele ungenutzte Dachflächen in Eppstein. Auch die Diskussion um Windkraftanlagen will er weiterführen. „Strom, der in Eppstein produziert wird, schafft einen Mehrwert vor Ort“, ist er überzeugt.

An siebter Stelle kandidiert Kathrin Belten, Diplom-Psychologin und Referentin im Sozialministerium. Die 41-jährige zog 2015 mit Mann und zwei Kindern von Wiesbaden nach Bremthal und war damals schon Mitglied der Grünen. Sohn und Tochter sind inzwischen neun und elf Jahre alt, „alt genug, dass ich auch mal einen Abendtermin wahrnehmen kann“, erklärt sie. Politisch engagieren wolle sie sich, „weil man vor der eigenen Haustür am ehesten Ergebnisse sieht, wenn man sich für etwas einsetzt“.

Sie stamme aus einem kleinen Dorf in Osthessen. Dort habe man nur etwas bewirken können, wenn man sich dafür aktiv eingesetzt habe, sagt sie. Bei den Grünen sei sie, weil dort soziale Themen und Ökologie am ehesten vereinbar seien. Soziale Teilhabe und Gleichberechtigung „in jeglicher Hinsicht“ sind ihre Themen.

Kinder und Jugendliche müssen aus ihrer Sicht stärker in den Fokus rücken, ein Jugendraum, den die Jugendlichen selbst mitgestalten dürfen, ist ihr erklärtes Ziel, ebenso wie die Wiedereröffnung des Mädchencafés.

Auf Platz 8 und für den Ortsbeirat Bremthal kandidiert der parteilose Andreas Naujoks für die Grünen. Der 51-jährige Projektmanager in der Flug-Branche und Vater von drei schulpflichtigen Kindern sieht die Kommunen in der Verantwortung, beim Klimaschutz auch mal über den Tellerrand zu schauen, zum Beispiel auf andere Länder und deren Lösungsansätze.

Eines seiner Themen ist die Politikverdrossenheit. Aus der Wirtschaft wisse er: „Die Infos von den Kunden über ein Produkt sind die Wichtigsten.“ Der gebürtige Schleswig-Holsteiner möchte deshalb gern neue Wege in der Kommunikation ausprobieren, „um die Menschen mit ins Boot“ zu holen.bpa

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