Am meisten in Vockenhausen: nur noch 39,4 statt 45,5 Prozent. Auf die Sitzverteilung wirkte sich das nach der Umrechnung nicht aus: Die CDU bleibt in Vockenhausen mit vier von neun Sitzen stärkste Kraft.
In Eppstein wiederum wirkten sich verhältnismäßig geringe Verluste von 30,3 auf 29,7 Prozent so stark aus, dass die CDU einen ihrer drei Sitze abgeben musste und mit drei weiteren gleichstarken Fraktionen (SPD, Grüne und FWG) und der Ein-Mann-FDP-Fraktion künftig um Mehrheiten ringen muss.
Die erste Zerreißprobe dürfte dort die Wahl des Ortsvorstehers oder der Ortsvorsteherin sein. Die CDU-Wähler haben ganz klar Amtsinhaberin Eva Waitzendorfer-Braun von Platz 8 auf der Liste auf Platz 1 kumuliert, die meisten Einzelstimmen erhielt jedoch FWG-Mann Florian Albers. Mit den beiden Grünen Gordon L‘Habitant und Stefan Krüger sowie SPD-Mann Toni Jäckel sind auch einige neue Gesichter im Gremium vertreten.
Auch die FWG schneidet in den Ortsbeiräten unterm Strich schlechter ab als vor fünf Jahren. In drei von fünf Ortsbeiräten hat sie Prozentpunkte verloren und in Niederjosbach und Vockenhausen je einen von zwei Sitzen.Nur in Bremthal und Ehlhalten legte die FWG leicht zu, ohne Auswirkung auf die Sitzverteilung.
In Bremthal kommt Ortsvorsteher Guido Ernst unangefochten auf Platz 1 mit 1571 Wählerstimmen, gleich nach ihm haben die Wähler jedoch für den politischen Neuling Stefanie Linicus gestimmt (1133), alle anderen, beispielsweise Andreas Geis (CDU), Peter Lange (SPD) oder Jörg Huppertz (FWG), haben deutlich weniger Stimmen für sich gewinnen können. Für die Grünen zahlt sich die Popularität der bekannten Bremthalerin mit einem Stimmenzuwachs von 15,9 auf 20,5 Prozent und einem zweiten Sitz im Ortsbeirat aus. Dennoch sieht es danach aus, als ob Ernst Ortsvorsteher bleiben könnte. Die FDP hat es nicht mehr in den Ortsbeirat geschafft und ist damit nur noch in drei Ortsbeiräten vertreten.
In Ehlhalten hatte die FDP ohnehin keine Liste aufgestellt. Dort behielt die CDU trotz leichter Einbußen mit 56,6 Prozent die absolute Mehrheit. Ortsvorsteherin Martina Smolorz holte mit Abstand die meisten Stimmen und steht an erster Stelle, gefolgt von Newcomer Regina Schleicher. Nach Smolorz erhielten die beiden langjährigen FWG-Vertreter Peter Mohr und Stefanie Reitter die meisten Einzelstimmen.
In Niederjosbach legte die SPD deutlich von 12,1 auf 17,6 Prozent zu und errang einen zweiten Ortsbeiratssitz. Die meisten Einbußen verzeichnete dort die FWG und musste einen Sitz abgeben. Die CDU hielt ihre vier Sitze und zieht mit Christoph Striedter an der Spitze als stärkste Fraktion ein und könnte demnach wie bisher den Ortsvorsteher stellen. Charlotte Sehr wurde überraschend vom achten Listenplatz auf Platz zwei kumuliert. Nimmt sie die Wahl an, sind beide Töchter der Ersten Stadträtin Andrea Sehr in der Stadtpolitik aktiv. Franziska Sehr wurde erneut in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Unangefochtene Nummer eins bei den Wählern ist jedoch mit 614 Stimmen Friedhelm Fischer. Die Popularität des ehemaligen Hausarztes mit langjähriger Praxis in Niederjosbach erreicht keiner der jüngeren Kandidaten.
In Vockenhausen hat der langjährige grüne Stadtverordnete und Ortsbeirat Achim von Hein mit Abstand die meisten Kreuze seiner Mitbewohner erhalten. Die Grünen erreichten dort mit 22,4 Prozent (+6,1) ihr bestes Ergebnis im gesamten Stadtgebiet und nehmen den Freien Wählern, die auf 14 Prozent absinken, einen Sitz ab. Fest steht schon jetzt, dass es im zweitgrößten Stadtteil einen neuen Ortsvorsteher geben wird – oder eine Ortsvorsteherin. Der bisherige Ortsvorsteher Henning Quitzau hat nur noch auf einem hinteren Listenplatz kandidiert. Beatrix Hefter von der CDU hat unter den CDU-Kandidaten die meisten Stimmen erhalten, noch vor Magistratsmitglied Christian Weiser und Kristine Zabel, die sich an der Diskussion um die Zukunft der Sparkassenakademie beteiligte und seit vielen Jahren im Kulturkreis aktiv ist.
Ungewöhnlich auch das Abschneiden der weiteren Parteien: Die SPD verzeichnet in Vockenhausen im Vergleich zum Gesamtabschneiden in der Stadt nur leichte Gewinne, die FDP kommt mit 8,6 Prozent auf ihr bestes Ergebnis im Stadtgebiet. bpa






Kommentare