Menschenkette gegen Vollsperrung in Lorsbach

StraßensperrungFoto: pixabay.com

Voraussichtlich im nächsten Frühjahr wird die L3011 zwischen Hofheim und Lorsbach für ein Jahr gesperrt. Die Auswirkungen, so Bürgermeister Alexander Simon, „werden bis nach Eppstein zu spüren sein“.

Deshalb habe die Stadt, die als Träger öffentlicher Belange frühzeitig über das Planungsverfahren informiert war, schon früh ihre Bedenken bei der Straßenbaubehörde Hessenmobil vorgetragen und um eine andere Lösung gebeten. „Eine einjährige Sperrung ist für Pendler und Autofahrer, aber vor allem für die Unternehmen entlang der Strecke ein großes Problem“, sieht Simon die Sperrung kritisch. Abgesehen von Einzelhandel und Handwerk in Lorsbach und entlang des Schwarzbaches, sind in Eppstein beispielsweise die Tankstelle und der Discounter an der Lorsbacher Straße, ein Bau- und Fuhrunternehmen, aber auch große Firmen wie Ruco, davon betroffen, da Kunden und Zulieferer große Umwege fahren müssen.

Ob es eine andere Lösung gibt, könne er nicht sagen, so Simon, da Hessenmobil Herrin des Verfahrens sei und die sanierungsbedürftige Teilstrecke auf Hofheimer Gemarkung liege. Die große Baustelle an der L3011 während der Erneuerung der Hauptstraße in Vockenhausen 2013 und 2014 und die vielen Beschwerden in dieser Zeit seien ihm noch in guter Erinnerung. Simon: „Damals hatten allerdings wir die Planung in der Hand und haben die Vollsperrung vermieden“, erinnert er sich, „zumindest für Anlieger blieb die Straße damals halbseitig geöffnet.“ Vollsperrungen, etwa für die Asphaltdecke, wurden auf wenige Tage begrenzt.

Hessenmobil weist darauf hin, dass der komplette Neuaufbau der sogenannten Klärwerkskurve nur unter Vollsperrung möglich sei. Dagegen wendet sich das überparteiliche Aktionsbündnis L3011 aus Lorsbach und wirbt für eine Petition gegen die einjährige Vollsperrung.

Sie schlagen zwei Alternativen vor: Die Verrohrung des Mühlenbachs, den zur Krebsmühle führenden Mühlgraben, auf einer Strecke von 250 Metern. Dazu müsste ein neues Gutachten eingeholt werden. Und als zweite Möglichkeit: Ein Vertrag mit der Familie Georg, den Betreibern des Reiterhofs und unmittelbaren Anrainern, über den Bau einer Umleitungsspur.

Es gebe dazu ein Einvernehmen mit der Stadt Hofheim – aber nicht mit Hessenmobil oder dem Verkehrsministerium. Das wollen die Aktivisten des Bündnisses nicht so stehen lassen und fordern weitere Verhandlungen um eine bessere Lösung.

Unterstützung erfährt die Initiative auch von der Kreishandwerkerschaft. Inzwischen wurde die Petition vom Petitionsausschuss des Hessischen Landtages anerkannt. Wer sich dem Protest anschließen will, findet weitere Infos unter dem Link:  https://openpetition.de/!bfgfj

Grüne Radtour mit dem Minister lässt Lorsbach links liegen

Eigentlich hatte das Aktionsbündnis L3011 vor, am Sonntag, 11. September, eine Menschenkette in Lorsbach zu bilden, um Verkehrsminister Tarek Al Wazir bei seiner Radtour von Hofheim zum Rettershof auf die Situation in Lorsbach aufmerksam zu machen. Denn der Kreisverband der Grünen hat den Minister als Gast für seine jährliche Radtour im Main-Taunus-Kreis gewinnen können.

Bei der Promi-Radtour der Grünen geht es wohl eher um Geselligkeit als um brisante Themen: denn die Tour, die um 13.30 Uhr am Untertor in Hofheim beginnt, führt haarscharf an Lorsbach vorbei über die weniger konfliktträchtige Gundelhard zum Rettershof bei Fischbach und abends gegen 19.30 Uhr zurück in die Kreisstadt. Unterwegs sind ein Kuchenpicknick am Waldrand, ein Infostopp über klimafreundliche Wasserstoff-Züge am Bahnhof Kelkheim-Mitte und ein Rundgang am Hofgut Rettershof geplant – aber kein Gespräch mit den besorgten Anwohnern der geplanten Dauerbaustelle und den um ihre Existenz fürchtenden Geschäftsleuten.               bpa

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