Kriminalität im MTK: Eppstein ist eine der sichersten Städte

Entwicklung der Gesamtkriminalität im Main-Taunus-Kreis. Quelle: Polizeipräsidium Westhessen

Eppstein gehört nach der jüngsten Kriminalitätsstatistik des Polizeipräsidiums Westhessen wieder zu den sichersten Städten im Kreis. Laut Polizei steht die Burgstadt wieder auf Rang zwei. Nur in Kelkheim wurden laut Statistik weniger Straftaten begangen.

Die in einer Stadt verübten Straftaten werden auf eine pauschale Einwohnerzahl von 100 000 umgerechnet, um einen Vergleichswert zu schaffen, die sogenannte Häufigkeitszahl. In Eppstein beträgt sie 2922, in Kelkheim 2909. Aber auch bei der Anzahl der tatsächlich verübten und erfassten Straftaten liegt Eppstein an zweiter Stelle: nur in Kelkheim gab es mit 295 Straftaten weniger Fälle. In Eppstein wurden im Jahr 2023 insgesamt 402 Straftaten registriert. Dies sind 29 Taten mehr als im Jahr zuvor.

Zum Vergleich: Für den gesamten Main-Taunus-Kreis beträgt die Häufigkeitszahl 4256, im Jahr 2022 lag sie noch bei 3992. Damit liegt der MTK im Vergleich mit den benachbarten Kreisen Rheingau-Taunus, Hochtaunus, Limburg-Weilburg und Wiesbaden bei der Kriminalität an zweiter Stelle nach Wiesbaden, der Rheingau-Taunus-Kreis ist mit einer Häufigkeitszahl von 2835 wieder der sicherste Landkreis. Wiesbadens Häufigkeitszahl von 7275 zeigt laut Polizeipräsident Felix Paschek, dass es ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land gibt.

Die Aufklärungsquote ging im Main-Taunus-Kreis leicht zurück auf 59,8 Prozent und liegt in der gesamten Polizeidirektion mit 60,7 Prozent noch unter dem Landesdurchschnitt von 63,2 Prozent, bei insgesamt 53 203 erfassten Straftaten.

Die Kriminalität im Main-Taunus-Kreis ist im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark angewachsen, im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums stieg die Kriminalität um 4,3 Prozent an, im MTK um 8 Prozent. In absoluten Zahlen stieg die Kriminalität im MTK von 9553 Fällen 2022 auf 10 381 im vorigen Jahr an und habe damit wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht, so die Polizeidirektion Westhessen. Die Statistik zeigt auch, dass das Niveau in den Jahren zwischen 2014 und 2017 mit durchschnittlich 11 000 Straftaten noch höher lag.

Anders als in früheren Jahren veröffentlichte das Polizeipräsidium in seiner aktuellen Statistik keine Fall-Zahlen für die einzelnen Städte, sondern fasste pauschal zusammen. Demnach stellen Diebstahlsdelikte ohne erschwerende Umstände mit fast 11 300 Fällen und über 21 Prozent den größten Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen in der Landeshauptstadt und den vier Landkreisen dar, gefolgt von Vermögens- und Fälschungsdelikten.

Im Main-Taunus-Kreis liegen Körperverletzungen mit über 1200 Fällen an dritter Stelle, gefolgt von Sachbeschädigung. Sie stiegen um 190 Fälle auf 1190 Fälle an, ein Zuwachs um 19 Prozent. In gut der Hälfte der Fälle wurden Autos beschädigt. Auch beim Ladendiebstahl gibt es einen Zuwachs und auch beim Wohnungseinbruch um 49 auf 243 Fälle.

Fahrraddiebstähle unter erschwerten Bedingungen – also mit Schloss oder anderen Sicherungen – haben stark zugenommen. Von insgesamt 1316 Fällen, registrierte die Polizei im MTK 336 Fälle. Die meisten Fahrräder (42 Prozent) wurden in Wiesbaden entwendet. Die Zahl der Fälle ist seit etwa zehn Jahren nahezu gleich geblieben, die Schadenssumme dagegen stieg im gleichen Zeitraum von knapp 1 Million auf gut 3 Millionen Euro an. Die Polizei führt das auf die zunehmende Verbreitung teurer E-Bikes zurück und rät zu besseren Sicherheitsmaßnahmen wie VdS-geprüften Schlössern, gut sichtbaren FEIN-Codierungen am Rahmen und die Mitnahme des Akkus.

Die Polizei geht davon aus, dass Fahrraddiebstähle zunehmend von organisierten Gruppen ausgeführt werden. Von den insgesamt 1134 Wohnungseinbrüchen wurden 22 Prozent im Main-Taunus-Kreis ausgeübt. Bei knapp 47 Prozent blieb es beim Versuch, jeder achte Einbruch wurde 2023 geklärt, eine Steigerung der Aufklärungsquote um gut vier Prozent.

Ein großes Aufgabengebiet sind Sexualstraftaten gegen Kinder und Jugendliche. Bei den Delikten Herstellen, Erwerb, Besitz und Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten fällt auf, dass diese Taten zu einem guten Drittel von Kindern und Jugendlichen verübt wurden, 168 Tatverdächtige in dieser Altersgruppe wurden ermittelt. Die Polizei verweist auf Präventionsveranstaltungen, die sich gezielt an Schulen, Lehrkräfte und Schulklassen richten. Zumindest sei die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen im vorigen Jahr zurück gegangen. Möglicherweise ein Effekt der Prävention, vermutet die Polizeidirektion.

Die Zahl der Geldautomatensprengungen hat Hessenweit im vergangenen Jahr zugenommen, von 41 im Jahr 2022 auf 61 im vorigen Jahr. Im Gebiet der Polizei Westhessen wurden 13 Geldautomaten gesprengt, in zwölf Fällen wurde die Sprengung ausgeführt, in acht Fällen machten die Täter Beute. Wie bei der Geldautomatensprengung in Vockenhausen war der Sachschaden an den Gebäuden häufig viel höher als der Wert der Beute. Der Gesamtwert der Beute lag 2022 bei über 600 000 Euro, 2023 noch bei gut 100 000 Euro.bpa

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