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Juniorwahl an der Gesamtschule: Jugendliche üben Demokratie

v.r.n.l. : Constantin Mork, Moritz Schild, Merle Stippler, Neele Müller und Vasil Karemi von der Wahlvorstandgruppe aus der Klasse R10b

Nach der Bundestagswahl im vorigen Jahr nahm die Freiherr-vom-Stein-Schule erneut am Projekt Juniorwahl teil und simulierte gleichzeitig mit 260 anderen Schulen landesweit die hessische Landtagswahl. Am vergangenen Donnerstag kamen die Schülerinnen und Schüler der wahlberechtigten Klassen 7 bis 10 aus Haupt-, Realschul- und Gymnasialzweig in die vorbereiteten Wahlräume der Eppsteiner Gesamtschule. Hier warteten bereits die Wahlhelfer und hielten für sie die Stimmzettel bereit.

Zwei Wahlvorstandsgruppen aus der Klasse R10b bereiteten die Wahl vor, erstellten Wahlverzeichnisse und schrieben Wahlbenachrichtigungen. Sie empfingen die Schülerinnen und Schüler, nahmen am Wahltag ihre Benachrichtigungen entgegen und händigten ihnen die originalgetreuen Stimmzettel aus. In den Wahlkabinen konnten sie dann ihre Erst- und Zweitstimme abgeben und den Stimmzettel in die Wahlurne legen. „Bei der Bundestagswahl erfolgte die Wahl noch online, dieses Mal entschied man sich für das Original auf Papier“, erklärte Christoph Züchner, Lehrer für Politik und Wirtschaft. „Anders als bei der Wahl am Sonntag bleibt jedoch die Volksabstimmung zur Änderung der hessischen Verfassung außen vor.“

Je nach Lehrplan der Jahrgangsstufen wurde die Landtagswahl in den Klassen besprochen. Dabei wurde die Bedeutung der Wahl für die Demokratie thematisiert, warum es wichtig ist, zu wählen, und wie der Stimmzettel korrekt angekreuzt wird, welche Parteien es gibt und was in ihren Wahlprogrammen steht. Welche Aufgaben der hessische Landtag hat, konnten sich die beiden zehnten Realschulklassen bereits im vergangenen Jahr anschauen. Gemeinsam besuchten R10a und R10b den Hessischen Landtag in Wiesbaden. Die Schüler diskutierten mit Abgeordneten, erzählten die 15- und 16-jährigen Schüler der Wahlvorstandsgruppe. Die künftigen Erstwähler könnten sich die Wahlberechtigung mit 16 Jahren durchaus vorstellen. Ihre Themenschwerpunkte siedelten sich in den Bereichen des Umweltschutzes, der schlechten Bezahlung von Pflegekräften und der Rente an.

Demokratie erleben und mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein zur Wahl gehen, sei das Ziel, sagte Züchner. Die Ergebnisse der Juniorwahl spiegelten zudem die Tendenzen der künftigen Wählerschaft wider und seien gerade deshalb auch für die Parteien interessant.

Nach der Stimmauszählung und 347 gültigen von 353 Stimmen schnitt die SPD auch bei der Juniorwahl schwach ab. Mit 8,9 Prozent lag die Volkspartei bei den Schülern weit hinter dem offiziellen Eppsteiner Wahlergebnis. Deutlich höher als im landesweiten Trend schnitten die Grünen bei den Jugendlichen ab. Mit 37,5 Prozent lagen sie vor der CDU mit 21,9 Prozent. Bei der Erststimmenverteilung erhielt Lukas Schauder (Bündnis90/Die Grünen) 35,2 Prozent, vor Christian Heinz (CDU) 33,1 Prozent, Nancy Faeser (SPD) 9,6 Prozent, Michael Müller (Die Linke), Stephanie Müller (FPD) und Jonas Pradt (AfD) mit jeweils 6,6 Prozent. Thomas Kandziorowsky (Freie Wähler) erhielt 2,3 Prozent der Stimmen. Von den Zweitstimmen erhielten das Bündnis90/Die Grünen 37,5 Prozent, die CDU 21,9 Prozent, die SPD 8,9, die FDP 6,6, die Linke und die AfD jeweils 6,1 Prozent, die freien Wähler 1,7 und die Piraten 0,3 Prozent der Stimmen. Sieben Stimmen waren ungültig. Alle weiteren Ergebnisse der Juniorwahl für das Land Hessen stehen auf der Webseite www.juniorwahl.de.pw

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