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Gemischte Altersgruppen für die neue Natur-Kita erwünscht

Manfred Menke, Andreas Steba und Sabine Bergold (v.li.) besichtigen Pläne am Standort des Holzhauses für die Naturkita. Foto: bpa

Das Interesse am Naturkindergarten der Stadt ist groß. Gut 40 Eltern waren der Einladung der zuständigen Dezernentin, Erste Stadträtin Sabine Bergold, in den Blauen Saal im Rathaus I gefolgt, viele haben noch am gleichen Abend eine Anmeldung ausgefüllt.

Etliche standen bereits auf einer Liste, führte Bergold aus. Die Anmeldefrist endet diese Woche. In der kommenden Woche beginnen Stadt und Träger mit dem Auswahlverfahren.

Schon jetzt, so Bergold, zeichne sich ab, dass die Altersmischung nicht einfach werde. Ideal sei es, so Bergold, wenn einige der neuen Kinder für den Naturkindergarten schon zwischen vier und sechs Jahre alt wären. Doch der Jahrgang der Kinder, die im Laufe des Jahres drei werden, ist, wie berichtet, besonders groß. Entsprechend hoch sind die Anmeldezahlen für Dreijährige. Sie hofft, dass unter den Interessenten für den Naturkindergarten auch Eltern sind, die einen Wechsel in diese besondere Form der Betreuung für ein älteres Kindergartenkind wünschen. Wechseln sie aus einem bestehenden städtischen Kindergarten, wird dort ein Platz für ein jüngeres Kind frei.

Informationen über das Konzept und die konkrete Arbeit in einem Naturkindergarten erhielten die Eltern in der Versammlung mit den DRK-Familiendiensten Main-Taunus und dem Sozialamt in der vorigen Woche. So zerstreuten die künftigen Erzieherinnen Rosie Fiedler und Petra Pajankowski Bedenken und Ängste: Das Wechseln von Windeln, sollte ein Kind noch nicht ganz sauber sein, sei genauso wenig ein Problem wie der Sonnenschutz. Geschützte Räume für die Kinder gibt es ebenfalls, versicherte Ordnungsamtsleiter Stephan Euler einer Mutter: Rund um das geplante Blockhaus wird ein rund 2500 Quadratmeter großes Gelände eingezäunt. Der Rest des 15 300 Quadratmeter großen Parkgeländes bleibt öffentlich zugänglich, so wie es die Stifter der Unternehmer-Familie Ramp vorgesehen haben. Bei schwerem Unwetter steht der Gemeinschaftsraum in der Wohnanlage zur Verfügung.

Das Blockhaus entspreche den Vorgaben für Kindergärten und biete mehr Komfort als ein Bauwagen, führte Bergold aus: eine Toilette für Kinder beispielsweise und einen Ruheraum für die Jüngsten. Auf gesunde und vollwertige Ernährung lege das DRK großen Wert und sei in Verhandlung mit einem Caterer über ein Bio-Angebot. Laut Bergold sei die Stadt ebenfalls in Verhandlung mit dem Caterer für die städtischen Einrichtungen, „weil wir beobachten, dass die Eltern zunehmend auf gesunde Ernährung für ihre Kinder Wert legen.“

Anders als im Regelkindergarten gibt es weder Bastelecke noch Turnraum. Dafür ziehen die Kinder Essbares im eigenen Garten, dessen Anlage auch zum Konzept gehört, und lernen die Früchte aus Wald und Feld kennen. Spielzeug, Material fürs Basteln, Bauen und Fertigen von Musikinstrumenten bietet die Natur, berichtete Rosie Fiedler. Sie habe viele Jahre in einem Waldkindergarten gearbeitet, berichtete die Erzieherin und versicherte: „Auch Vorschulkinder erhalten ausreichend Anregungen.“ Bewegung fördere die geistige Entwicklung und die Konzentrationsfähigkeit, der gemeinsame Aufenthalt im Freien fördere den Zusammenhalt.

Zweifel, dass das Parkgelände zu klein sei oder den Kindern zu wenig Möglichkeiten biete, räumte Fiedler aus: „Wir haben ein riesiges Gelände, der Wald ist nicht weit entfernt, abgesehen davon ist Naturpädagogik keine Frage der Flächengröße.“ Schon der kleinste Fleck Erde mit Blumen, Ästen und Insekten werde für Kinder zum Abenteuerspielplatz.

Die Frage, die viele Eltern am meisten beschäftigte, konnte Bergold noch nicht genau beantworten: „Geplant ist, die Naturkita und den neuen Kindergarten Am Bienroth im Laufe des August zu eröffnen.“ Der Termin stehe noch nicht fest. Wegen der städtischen Schließzeit in den Sommerferien werde er nicht vor dem 15. August liegen. Wie bei Neueröffnungen von Kitas üblich, werden die Kinder im Laufe der ersten Wochen gestaffelt nach und nach aufgenommen, um Kinder und Erzieher nicht zu überfordern. Dadurch verzögert sich der Termin für viele Kinder zusätzlich.

Container und Blockhaus seien bestellt, die Anschlüsse für Wasser und Kanalisation könne die Stadt selbst verlegen. Auch die Arbeiten für die Bodenplatte seien vergeben. Während der Naturkindergarten am Bündelberg eine dauerhafte Einrichtung werden soll mit der Möglichkeit, einer Erweiterung, ist die Container-Kita am Bienroth als vorübergehende Lösung für die kommenden zwei Jahre gedacht. Bis dahin will die Stadt einen neuen Standort für eine feste Einrichtung gefunden haben.

„Wenn alles zügig erledigt wird, werden beide Einrichtungen im August eröffnet“, versicherte Bergold. Aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Sie bekräftigte jedoch: „Auch dieses Jahr wird es für alle Kinder einen Kita-Platz geben, nicht unbedingt gleich zum dritten Geburtstag und nicht unbedingt in der Wunsch-Kita.“

Bei den Dreijährigen wird nach Alter aufgenommen – je früher der Geburtstag, desto früher auch der Aufnahmetermin. Ältere Kinder und Eppsteiner haben Vorrang. Bei der Auswahl werden sämtliche Anmeldungen, auch die, die bereits auf der Liste stehen, berücksichtigt.

Als Träger für den neuen Kindergarten am Bienroth, so Bergold, gebe es bislang drei Bewerber, die in der nächsten Magistratssitzung vorgestellt werden. bpa

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