CDU geht mit Christian Heinz an der Spitze in die Wahl

Sie führen die Liste der CDU an

Seinen Fraktionssitz hat Christian Heinz abgegeben, als er 2024 Hessischer Justizminister in Wiesbaden wurde, den Parteivorsitz und seinen Platz in der Fraktion hat er jedoch behalten. Als Parteivorsitzenden haben die Eppsteiner CDU-Mitglieder ihn in der jüngsten Versammlung bestätigt.

Wie zu erwarten führt der 49-jährige Jurist auch die Liste für die Kommunalwahl am 15. März an, gefolgt von dem Bremthaler Guido Ernst und der Ehlhaltenerin Martina Smolorz.

Der bisherige Fraktionschef Dirk Büttner kandidiert für das Bürgermeisteramt in Liederbach und steht in der kommenden Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung. Offen ist also die Frage, wer die Fraktion nach der Wahl führt. Denn durch Kumulieren und Panaschieren können die Wähler die Zusammensetzung der Fraktion stark beeinflussen. Das bestätigte auch der Spitzenkandidat: „Über den Fraktionsvorsitz entscheidet die neue Fraktion. Niemand weiß heute, wer der neuen Fraktion angehören wird, da dies die Wählerinnen und Wähler entscheiden. Und es gibt keinerlei Vorfestlegung anhand der Kandidatenreihung auf dem Wahlvorschlag.“

Seit der Gebietsreform 1977 bilden die Christdemokraten die größte Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Erklärtes Ziel ist es daher, auch in Zukunft die stärkste Kraft in Eppstein zu stellen. Erreichen will die Partei dies mit ihrem zehn Punkte umfassenden Wahlprogramm „Gut leben in Eppstein – Das ‚Wir‘ stärken“. Angesichts steigender Verschuldung und der jüngsten Grundsteuererhöhung auf 1450 Punkte wundert es nicht, dass „solide Finanzen“ als erstes von zehn Zielen im Wahlprogramm der Eppsteiner CDU aufgeführt sind und die Partei zwar etliche Ziele formuliert, aber kaum konkrete Projekte fordert: Denn der finanzielle Spielraum ist in den kommenden Jahren denkbar eng.

Viele der finanziellen Mehrbelastungen gingen auf immer neue gesetzliche Anforderungen und steigende Kosten zurück. Sie seien nicht hausgemacht und kein Eppsteiner Einzelproblem, betont Heinz. Als wichtiges Ziel, um die Steuereinnahmen zu erhöhen, nennt die CDU die Erschließung weiterer Gewerbeflächen. Einfach wird die Umsetzung nicht, denn ausgerechnet die für ein größeres neues Gewerbegebiet ausgesuchte Fläche zwischen Valterweg und Gewerbegebiet West ist auch die Vorrangfläche für die neue Starkstromleitung Rhein-Main-Link.

Eine starke Wirtschaft und ein starkes Gewerbe nennt die CDU als wichtiges Ziel und weist auf die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen hin, die als Arbeitgeber, mit Angeboten für die Bürger und durch das Gewerbesteueraufkommen zu einem „guten Leben in unserer Stadt beitragen“, so Heinz.

Auf Knopfdruck lasse sich das Haushaltsdefizit nicht beseitigen, sondern nur durch weitere Einsparungen und nachhaltiges Handeln, betont Heinz, deshalb fordere die CDU, „moderates und nachhaltiges Wachstum“ als Punkt 2 in ihrem Wahlprogramm: Darunter versteht die CDU, dass die alten Ortskerne aufgewertet, Leerstand vermieden und der Generationenwechsel ermöglicht wird.

Die CDU setzt auf das Schließen von Baulücken, Erweiterung im Bestand und kleinere Neubauflächen wie in der Steinkaut in Brem­thal oder am Steinberg in Ehlhalten, um auch in Zukunft Eppsteins Einwohnerzahl stabil zu halten. Als einziges größeres Baugebiet will sie trotz Widerstand im Regionalverband, das Baugebiet Dell in Bremthal nicht aufgeben. Nicht nur zusätzlicher Wohnraum stehe dort auf dem Spiel, sondern auch eine wichtige Verkehrsentlastung für die enge Wiesbadener Straße, argumentiert Heinz.

In der Ortsmitte Vockenhausen seien in den vergangenen Jahren zwar Voraussetzungen für eine Neugestaltung geschaffen worden: Die Feuerwehr wurde ausgelagert, ein neuer Kindergarten an der Embsmühle gebaut. Allerdings sei die Frage, wie und wo ein neues Rathaus entstehen solle, ungeklärt und dies werde angesichts der schlechten Konjunktur wohl auch noch einige Jahre so bleiben, macht Heinz keine falschen Hoffnungen.

Ein Eppstein mit guter Kinderbetreuung, Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, ausreichend und gut erhaltene Spielplätze sowie mehr seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen als bisher seien wichtige Ziele. Bei Kultur und Vereinen will die CDU keine Abstriche machen, weder beim Überlassen städtischer Räume an Vereine, bei Sportanlagen, den Burgfestspielen, dem Kulturkreis oder der Bücherei.

Der öffentliche Nahverkehr soll die Stadtteile miteinander verbinden: Drei Bahnhöfe und Dutzende von Bushaltestellen sowie der Rufbus Colobri bilden ein dichtes Netz – wenn der Verkehr reibungslos funktioniert. Die CDU setze sich dafür ein, dass die Bahnen künftig wieder pünktlich fahren. Radwege von Bremthal nach Wildsachsen und von Bremthal nach Eppstein bis nach Hofheim sind erklärtes Ziel, ebenso wie die fortlaufende Sanierung der kommunalen Straßen.

Das Klimaschutzkonzept sei fortgeschrieben und zum Teil umgesetzt worden: Mit Pho­tovoltaik auf öffentlichen Gebäuden, E-Ladestationen und Beratungsangeboten. Große Hoffnungen setzt die CDU auf den Windpark, der neue Einnahmen einbringen soll. Regenerative Energieträger bei Bebauungsplänen und energetische Sanierung an städtischen Gebäuden sollen zum Klimaschutz beitragen und Energiekosten senken.

Beim Vorausschauenden Hochwasserschutz will die CDU sich für den Bau von Rückhaltebecken vor Ehlhalten und unterhalb von Bremthal einsetzen, Versickerungsmulden im Wald pflegen und die Hochwasserschutzstrategie kontinuierlich anpassen.

Beim Brandschutz sei Eppstein dank seiner ehrenamtlichen Feuerwehr gut aufgestellt. Für Ausrüstung und Nachwuchsarbeit sollen ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden. Eine Zusammenlegung, wie sie etwa von der FDP immer wieder gefordert werde, dürfe nicht von oben verordnet werden, sondern müsse in den Vereinen wachsen. Denn neben dem Brandschutz sei der soziale Zusammenhalt in der Wehr ein wesentlicher Faktor, so Heinz. Überlegungen, wie die Stadt mit weniger Feuerwehrhäusern auskommen könne, gebe es zwar. Die seien aber keine Option, solange die Feuerwehren in jedem Stadtteil so gut funktionieren wie derzeit.

Die Sicherheit will die CDU stärken durch gut beleuchtete Wege und Bahnhöfe, gut ausgearbeitete Schulwegepläne, Fortführen der Zusammenarbeit mit der Polizei zum Schutz vor Einbrüchen und durch Investitionen in den Katastrophenschutz. bpa

82 Eppsteiner hat die CDU Eppstein für ihre Liste für die Stadtverordnetenversammlung gewonnen, in der Hoffnung, die 16 Sitze aus der Kommunalwahl 2021 zu verteidigen oder weitere zu gewinnen. Bewusst habe die CDU bei ihrer Liste darauf geachtet, dass die Kandidatenliste von Alter und Herkunft ausgewogen ist, betont CDU-Vorsitzender Christian Heinz. So bewerben sich CDU-Mitglieder aus allen fünf Stadtteilen. Jüngster Kandidat ist der 26-jährige Alexander Schmidt aus Niederjosbach, der älteste das langjährige Magistratsmitglied Josef Bähner (83) aus Niederjosbach. Spitzenkandidat ist, wie zu erwarten, Christian Heinz. Der 49-jährige Jurist gehört der Stadtverordnetenversammlung seit dem Jahr 2000 an und ist seit 2007 Vorsitzender der Eppsteiner CDU. Er wohnt mit seiner Frau und drei Kindern in Niederjosbach. Seit 2024 ist Heinz Hessischer Justizminister und sitzt seit 2010 für die CDU im Landtag.

Auf Platz 2 folgt der 52 Jahre alte Brem­thaler Guido Ernst. Der selbstständige Feinwerkmechanikmeister ist Ortsvorsteher von Bremthal und seit 2016 Stadtverordneter. Er hat vier Kinder und gehört zahlreichen Vereinen an. Ehlhaltens Ortsvorsteherin Martina Smolorz folgt auf Platz 3. Die 66-jährige Erzieherin im Ruhestand ist stellvertretende CDU-Vorsitzende. Sie engagiert sich in der katholischen Kirche und setzt sich für soziale Themen ein.

Listenplatz 4 nimmt Christian Weiser (71) ein. Der promovierte Rechtsanwalt aus Vockenhausen leitet aktuell den Haupt- und Finanzausschuss. Ihm folgt auf Platz 5 Hugo Domes aus Alt-Eppstein. Der Hotelbetriebswirt ist außerdem Mitgliederbeauftragter der CDU. Die 27-jährige CDU-Stadtverordnete Franziska Sehr aus Niederjosbach auf Platz 6 studiert in Frankfurt Psychologie. Als Vorsitzende im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt legt sie ihren Fokus auf nachhaltige Entwicklung Eppsteins mit innovativen und finanziell tragfähigen Konzepten und will Ehrenamt und Vereinslandschaft in Eppstein stärken.

Für die fünf Ortsbeiräte kandidieren 94 Männer und Frauen, 22 für Bremthal, zwölf für Eppstein 19 für Ehlhalten, 20 für Niederjosbach und 21 für Vockenhausen.bpa

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