Kunst als Versuch, die Natur zu verstehen

Frank Leske mit seinen Raumskulpturen.

Die 1975 in Ehrenberg/Rhön geborene Hessin hat sich im bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm niedergelassen. Dort geht sie seit 2011 ihrer künstlerischen Arbeit nach – wenn sie nicht im In- oder Ausland an einer Ausstellung oder an einem Bildhauer-Symposium teilnimmt.

Mitte der 1990er Jahre absolvierte sie an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim/Rhön ihre Ausbildung als Holzbildhauerin, zwei Jahre später besuchte sie die Meisterschule in München mit Abschluss Holzbildhauermeisterin. Ihre künstlerische Arbeit führt sie oft ins Ausland, in die unmittelbare Nachbarschaft nach Österreich, Schweiz, Belgien, Luxemburg, Italien oder Frankreich, aber auch nach Neuseeland, Kanada, Russland, Argentinien, Türkei, Syrien, Zypern, Finnland, Rumänien und Bulgarien. Zwischen 1999 und 2016 erwarb sie zehn Auszeichnungen – Kunstpreise im In- und Ausland.

Der Mensch in seinen Lebenssituationen und seine Verbindung zur Natur steht im Mittelpunkt ihres Schaffens. Aus Eiche oder Lärche und anderen Nadelhölzern fertigt sie schlanke, glatte teils meterhohe Figuren ohne Gesicht, die durch das Moment ihrer Bewegung bestechen – tänzelnd, schwebend, liebend, liegend, auch ihre Vorstellung von Terrorismus, Ehrfurcht, Neugier oder Unschuld hat sie in eine Form gebracht, die deutlich ihre Handschrift trägt. Nach der Arbeit mit der Kettensäge werden die Skulpturen geraspelt und eventuell geschliffen.

„Klare Linien und Kanten stehen im Wechsel zu Flächen und Rundungen,“ erklärt die vielseitige Künstlerin, die auch mit Stein, Stahl und Bronze arbeitet, „Volumen steht im Kontrast zu filigranen Formen und Durchbrüchen“.

Die Künstlerin setzt auch Farbe ein, um mit ihren Werken eine Botschaft zum Ausdruck zu bringen. Die Natur dient ihr als Vorlage für die Formgebung ihrer Skulpturen. Dazu nutzt sie das Medium Papier, auf das sie den menschlichen Akt, Tiere, deren Anatomie, Knochen, Pflanzen, Steine, Muscheln und Treibholz bannt. Die Natur selbst abzubilden, hat sie nicht im Sinn, denn ihrer Auffassung nach bleibt deren Vollkommenheit in Funktion, Proportion und Schönheit unerreicht. „Ich möchte die Natur nicht nachahmen, sondern sie verstehen“, erläutert Röder. Der Betrachter ist eingeladen, die kraftvollen, lebendigen und raumgreifenden Skulpturen zu deuten, um die Natur selbst und auch die künstlerische Botschaft zu verstehen.mi

Tiefe Schnitte und Spiel mit Licht und Schatten

Der in Bad Kreuznach lebende und arbeitende, freischaffende Bildhauer Frank Leske wurde 1965 geboren. Seine Selbstständigkeit startete er 1990 mit einem eigenen Atelier in Bad Kreuznach, seine Skulpturen sind jedoch in ganz Deutschland zu bestaunen – unter anderem in Wiesbaden bei „Kunst Schaefer“, wo man die Skulpturen nicht nur anschauen, sondern auch einige erwerben kann.

Im Jahr 2002 bekam Leske von seiner Heimatstadt den „Kunstpreis der Stadt Bad Kreuznach“ verliehen.

Seine Kunst ist stets geometrisch abstrakt wenn auch schlicht. Neben Köpfen in Lebensgröße – teilweise auch mit Teilen des Körpers, erstellt Leske auch abstrakte Raumskulpturen, welche stets aufwändig aus Holz gefertigt werden. Das Material war jedoch nicht seine erste Wahl – anfangs nutzte Leske Marmor & Granit, wechselte dann vor einigen Jahren jedoch zum Holz.

Besonders wichtig ist Frank Leske die Auseinandersetzung mit der Masse im Raum, die er durch das Öffnen der Skulpturen mit tiefen Einschnitten darstellt. Durch seine Schnitte entsteht ein kontrastreiches Spiel aus Licht und Schatten, das die Skulpturen mehrschichtig und tiefgründiger erscheinen lassen.

Für das farbliche „Finish“ nutzt er gerne Eisenoxide zum Tönen oder brennt die einzelnen Schnitte für eine dunkelbraune Färbung aus.js

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