... ereilt sie schon der nächste Ruf: Museumsleiterin Monika Rohde-Reith bereitet gerade ihren Herbstspaziergang zur Burg vor und schreibt an einigen neuen Spielszenen, mit denen sie die Besucher zum Abschluss der Sommersaison am 25. Oktober ins Eppstein von 1926 versetzen will.
Hinter dem Titel „Die Burg-Kapelle ist doch keine Singspielhalle!“ verbirgt sich ein empörter Ausruf von Franz Burkhard, dem ersten Konservator der Burg. Das Gotteshaus sollte mit Stühlen ausgestattet und der Altar verhängt werden. Pfarrer Fink wollte die damals schon leerstehende Kirche auf der Burg für acht Konzerte nutzen. Die Katholiken hatten längst ihre neue St. Laurentius-Kirche eingeweiht. Das Rentamt der Fürsten zu Stolberg genehmigte dem Pfarrer zuliebe schließlich ein Konzert – Von diesem Zeitpunkt an ist die frühere Burg-Kapelle ein Museum.
Pfarrer, Burgenkonservator, Eppsteiner Bürgerinnen und Bürger, Kurgäste und andere historische Personen mischen sich beim Herbstspaziergang unter die Gäste und verpacken die Stadtgeschichte in unterhaltsame Häppchen. Außer den Eppsteiner Burgschauspielern mischen sich dann auch einige Darstellerinnen und Darsteller der Büdinger Bühne unter den Spaziergang. Wie Schauspiel-Chefin Juliane Rödl berichtet, „scheint sich gerade eine sehr nette Theaterfreundschaft zu entwickeln, die unsere Hoheiten, Burgfräulein Nathalie I. und Junker Patrick angezettelt haben“.
Auch die Truppe fürs Weihnachtsmärchen hat sich schon gefunden: 27 Darsteller spielen am dritten Adventswochenende das Märchen „Dornröschen“ auf der Bühne im Bürgerhaus, darunter 18 Kinder und Jugendliche. Dank Janna Bergen vom Regie-Quartett wurde auch diesmal das Märchen passgenau für so viele Schauspieler umgeschrieben. Dornröschen werde vermutlich alles verschlafen, so Rödl, aber 13 Feen, der Hofstaat und der Prinz haben in der Zwischenzeit genug zu tun.
Jetzt sucht Juliane Rödl, die ebenfalls zum Regie-Team gehört, noch Helfer für Kasse, Sektstand und hinter den Kulissen.

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