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Am Ende war „Rohrkrepierer“ Walter doch der Silvesterknaller

Georg (li.) und Walter haben Spaß mit Rosi (li.) und Hilda. Foto: ffg

Am vergangenen Samstagabend funkelten die Gags des „Silvesterknallers“, einer Komödie von Erich Koch, am Bühnenhimmel im Vereinssaal Niederjosbach. Der Gesangsverein Taunusliebe 1921 hatte zum Unterhaltungsabend mit Theatervorführung eingeladen.

Zunächst umrahmte der Chor mit einigen Liedern die Ehrungen langjähriger aktiver Sängerinnen, Sänger und Vereinsmitglieder. Die Gäste im Saal sangen dem Geburtstagskind Agathe Hauptmann ein Ständchen und nachdem die letzten Lose für die Tombola verkauft waren, startete das Feuerwerk des „Silvesterknallers“.

Firmenchef Georg Liebling (Gerhard Naschold) und seine Gattin Lilo (Beate Mühl) sind für den Silvesterabend bei Abteilungsleiter Walter (Heinz Seebold) und seiner Familie eingeladen. Walters ehrgeizige Frau Karin (Sina Bischof) hat große Karrierepläne für ihren Mann und sieht ihre Tochter Alisa (Claudia Berger) bereits ehelich verbandelt mit Bruno (Sven Kilb), dem Sohn der Familie Liebling. Walter ist zwar der Ansicht, Liebe lasse sich nicht erzwingen, doch Karin setzt auf ihren Wahlspruch „Liebe vergeht, Geld besteht“. Deshalb soll ihr Walter auch Karriere machen, denn die Liebe ist bereits verflogen. Walter nimmt es stoisch und setzt die Bowle an, Karin bringt sich selbst auf Hochglanz. Um des lieben Friedens Willen beschließt Tochter Alisa ihre eigene Verwandlung von der Punkerin in ein braves Bürgertöchterchen. Sie tauscht ihre zerrissenen Jeans gegen Kleid aus und bändigt die bunte Punkfrisur.

Während der Vorbereitungen taucht überraschend Karins trinkfreudige Mutter Hilda (Gundy Sauer) auf. Sie hat die Kündigung ihrer Wohnung erhalten und erhofft sich Hilfe von ihrer Tochter. Karin handelt pragmatisch, nutzt den Notstand der Mutter aus und spannt sie als Hausmädchen für den Abend ein. Walter freut sich über den Besuch der sinnesfreudigen Nachbarin Rosi (Marion Pfeiffer), die ihm in Lacklederröckchen, Tigerbluse und Stiefeln sehr attraktiv erscheint. Mutter Hilda verbessert die Bowle, denn sie sei erst gut, „wenn die Leber die Hände über der Galle zusammenschlage“. Rosi gibt dem Gebräu den letzten Schliff. Es wird höllisch, doch die Stimmung der Familie ist am Gefrierpunkt. Karin hat billigen Sekt beim Discounter eingekauft und zu edlem Champagner umetikettiert. Walter träumt von deftigem Essen und kühlem Bier während Karin Canapés mit Lachs und Kaviar geplant hat. Alles ist irgendwie unecht. Auch die Begeisterung der Familie Liebling hält sich in engsten Grenzen. Die beiden Ehefrauen Lilo und Karin protzen um die Wette, machen sich scheinheilige Komplimente, während sie gleichzeitig übereinander herziehen und lästern. Die jungen Leute finden sich spießig, daddeln auf ihren Handys und langweilen sich.

Schnell fängt die Bowle an zu wirken und bald platzt der Lack überall ab. Die beiden Männer verbrüdern sich, pfeifen gemeinsam ein Bierchen und haben Spaß mit der feschen Rosi, die in der „Roten Laterne“ arbeitet. Die Youngster Alisa und Bruno entdecken, dass sie in Wirklichkeit beide Punks sind und kommen sich näher. Die Party läuft mit Tempo und viel Situationskomik aus dem Ruder. Rosi erkennt in der Fabrikantengattin die „schnelle Lilo“ aus der „Roten Laterne“. Hilda wird als Mutter enttarnt und entdeckt in Georg Liebling ihren Vermieter. Letztlich erfüllen sich alle Träume der ehrgeizigen Karin. Ihr Walter bekommt die Beförderung, Alisa bandelt mit der „heißen Zündkerze“ Bruno an, Mutter Hilda bekommt von Georg Liebling eine neue Wohnung zugesagt und sie selbst erkennt in ihrem „Rohrkrepierer Walter“ dann doch den Silvesterknaller.

Das kurzweilige Theaterstück machte Publikum und Schauspielern viel Spaß. Souffleur Hermann Ernst war zufrieden. Natalie Ernst hatte die kleine Truppe bei ihren Proben beraten und begleitet. So wurde selbst die kurzfristige Neubesetzung wegen eines Krankheitsfalles souverän gemeistert. Ein vergnüglicher Unterhaltungsabend, der auch nach Ende des Theaters noch lange bei Pizzasuppe und belegten Brötchen weiterging. Sonntagnachmittag gab es bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen eine zweite Vorstellung.ffg

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