Der 62-jährige Morgenstern, der dem VVE seit 2023 angehört, wurde sofort aktiv: Ob bei der Frühjahrsbepflanzung des Eppsteiner Wappens in der Wooganlage oder beim Mähen der Wiese rund ums Taubenhaus im Bergpark Villa Anna oder bei der Suche nach Sponsoren für die Neufville-Turm-Stiftung zum Erhalt des Areals am Bergpark. Auch das Kaisertempelfest sollte wiederbelebt werden.
Sein größter Coup gelang Morgenstern im Juni. Per Zufall knüpften die Nachfahren der Familie de Neufville Kontakt zum Verschönerungsverein. Die de Neufvilles ließen im 19. Jahrhundert den Bergpark samt Villa Anna, Kutscherhaus, Schweizer Haus, Taubenhaus und Neufville-Turm anlegen. Als deren Stiftungsversammlung im Juni in Frankfurt anstand, meldete sich ein Mitglied der Familie beim VVE. Über die Neufville-Stiftung sei man auf den früheren Besitz, den Bergpark in Eppstein, aufmerksam geworden. Morgenstern lud die de Neufvilles kurzfristig zu einer Besichtigungstour zum Turm ihrer Vorfahren ein und zeigte ihnen ein Stück Familiengeschichte. Zehn Mitglieder des deutschen Zweigs der Familie folgten der Einladung bei schönstem Sommerwetter und wurden mit dem Planwagen vom Bahnhof über den Theodor-Fliedner-Weg zum Turm gebracht. Alle genossen den Ausflug mit vielen guten Gesprächen.
Der Turm beeindruckte die Ausflügler sehr. Besonders angetan waren die Gäste von der zum Teil noch historischen Innenausstattung wie die Wandvertäfelungen im Wohngebäude. Auch Spenden oder Zustiftungen seien in Aussicht gestellt worden, berichtet Morgenstern.
Doch dann kam alles anders: Eine Meinungsverschiedenheit mit der Stadt über eine an sich alltägliche Aktion führte zu Missverständnissen, die laut Morgenstern so schwerwiegend seien, dass sie ihn dazu veranlasst hätten, sämtliche Mandate mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Offiziell führt er persönliche Gründe an und will keine Details nennen.
Er habe mit viel Einsatz als ehrenamtlicher Stadtrat im Magistrat, in der Bremthaler CDU-Fraktion und gern auch im VVE mitgearbeitet. Als dessen neuer Vorsitzender hatte er gehofft, dass möglichst bald eine Sitzung des Stiftungsrats einberufen und das weitere Vorgehen der Stiftung beraten werden könne. Doch nun bleibt er nicht mal bis zur Terminfestlegung Vorsitzender. Für den VVE bedaure er das sehr. „Ich wollte wirklich etwas bewirken“, sagt Morgenstern, aber in der aktuellen Situation sehe er keine Möglichkeit der Zusammenarbeit.
Für den VVE bedeutet das schlimmstenfalls, dass der Verein nicht mehr weiter arbeiten kann. Ohne neue, vor allem jüngere Mitglieder seien keine Aktionen möglich, sagt auch der langjährige zweite Vorsitzende Werner Seidel, dem der Rücktritt nach seiner Heimkehr aus dem Urlaub auf den Tisch flatterte.
Als nächstes stünde nun eine Vorstandssitzung an, um die weiteren Schritte zu beraten. Auch das für den ersten Sonntag im September geplante Kaisertempelfest, wird nun nicht stattfinden. „Wir hatten ohnehin Probleme, den Shuttle-Service mit Kleinbussen zu organisieren: Der Malteser-Hilfsdienst in Fischbach hat seine jahrelangen Fahrdienste gekündigt. Und auch Feuerwehr und DRK, die in früheren Jahren fuhren, haben anderweitige Verpflichtungen.bpa

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