Vegane Ernährung – ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich

Sina (15) bietet ihrer Klasse vegane Süßigkeiten an.Foto: C. Lewinsky

Am Mittwoch in der ersten Schulwoche trafen sich die achte Hauptschulklasse der Freiherr-vom-Stein-Schule und ihre Lehrerin Cansu Arslan-Birinci mit Ernährungsberaterin Rita Mikait zum Thema vegane Ernährung im Supermarkt in der Staufenstraße.

Inhaber Dirk Baßler begrüßte die Gruppe und Mikait erläuterte das Thema ihres Rundgangs durch den Edeka-Markt: fleischlose und gesunde Ernährung.

Auf die Frage, wie die Jugendlichen sich ernähren, antworteten viele der 14- und 15-Jährigen wie Ali, Havin und Sina: „Ich esse alles, außer Schweinefleisch“. Fynn sagte, dass sich sein Vater seit zweieinhalb Jahren vegetarisch ernähre.

Mikait gab einen Überblick über diverse Nahrungsmittel und verwies auf die Nahrungstabelle, nach deren Angaben doppelt so viel Obst und Gemüse als Sättigungsbeilagen auf den Teller kommen sollten, aber auch Fisch oder Fleisch zu einer gesunden Ernährung gehören. Eiweiß bildet aus Aminosäuren Proteine, die wiederum am Aufbau von Muskeln und Knochen beteiligt seien.

Mikait führte aus, warum Produkte mit hohem Proteingehalt bei Sportlern so beliebt, aber nicht nur gesund seien: Zu viel Eiweiß übersäuere langfristig den Körper. Dann müsse Calcium als Puffer dienen, was im schlimmsten Fall den Knochen entzogen werde und zu Osteoporose führen könne. So konnte die Ernährungsberaterin mit Proteinen angereicherte Joghurts und proteinhaltige Fertigprodukte nicht empfehlen.

Eiweißmangel, so die Fachberaterin für Ernährung, käme in der Ernährung kaum vor, weshalb proteinangereicherte Produkte unnötig seien.

Sie empfahl vegane Brotaufstriche. Das Problem vieler veganer Fertigprodukte sei jedoch, dass mit dem geringen Fettgehalt ein wichtiger Geschmacksträger fehle und stattdessen künstliche Geschmacksträger, viel Zucker oder Zuckeraustauschstoffe, verwendet werden. Die Folge: Die Geschmacksknospen werden auf mehr Süße und mehr Salz getrimmt.

Nach der Verkostung veganer Milchgetränke erläuterte sie den Schülern die unterschiedlichen Mehlsorten Typ 405 bis 750, die auf den Vollkorngehalt schließen lassen. Das häufig verwendete Weizenmehl Typ 405 enthalte kaum Schalen und damit fast keine Mineralstoffe mehr. Vollkornmehl enthalte fast alle Schalen und damit auch die meisten Mineralien.

Als Öl empfahl sie kaltgepresstes Oliven- oder Rapsöl. Dieses sei gut für das Herz-Kreislauf-System. Man erhitze es bis es brutzelt, allerdings nicht zu stark: „Wenn es raucht und verbrannt riecht, entstehen toxische Stoffe“, warnte Mikait. Raffiniertes Öl sei bis 300 Grad erhitzbar, enthalte dafür keine sekundären Pflanzenstoffe mehr, die wiederum gut fürs Herz seien, führte die Beraterin aus.

Auch vegane Süßigkeiten und Chips sind im Supermarkt zu finden. Wegen der fehlenden Geschmacksträger seien sie häufig mit Zucker angereichert. Darauf sollen die Jugendlichen achten, die Zutatenliste gebe Auskunft.

Zum Abschluss gab es im Café des Supermarktes für die 15 Schüler und ihre Lehrerin Brezeln mit veganen Streichcremes und vegane Kostproben.ccl

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