Einen Tag lang Menschen retten und Feuer löschen

Lagebesprechung der Jugendwehr vor dem Einsatz.

Lagebesprechung der Jugendwehr vor dem Einsatz.

Einen Tag und eine Nacht lang übten Eppsteins fünf Jugendwehren wieder von Samstag- bis Sonntagmorgen den Ablauf eines Berufsfeuerwehrtages. Zunächst begann er für die Jugendlichen mit Tagesplanung und Arbeitseinteilung im heimischen Feuerwehrhaus.

Auch die Einsätze im Laufe des Samstags absolvierte jede Stadtteiljugendwehr für sich. Erst am Abend trafen sie sich zum gemeinsamen Essen, diesmal in Bremthal. Von insgesamt 120 Mitgliedern der fünf Stadtteiljugendwehren hatten sich gut 80 für den Berufsfeuerwehrtag angemeldet.

Jugendwarte und Betreuer hatten vier Einsatzszenarien für die Kinder aufgebaut, die die einzelnen Jugendwehren im Laufe des Tages nacheinander und unabhängig voneinander absolvieren mussten. Auf dem Hof der Firma Ruco in Eppstein beispielsweise löschten die Jugendlichen einen Autobrand und retteten eine Person aus der Gefahrenzone. Der Brand wurde durch eine Rauchbombe simuliert und musste mit Wasser gelöscht werden. Bei der Ruco proben die Eppsteiner Feuerwehren in regelmäßigen Abständen Gefahrgut-Einsätze – Diesmal durfte der Nachwuchs dort seine Kenntnisse zeigen.

Am Bahnhof in Eppstein retteten die Jugendlichen eine verletzte Person mit Hilfe eines Schienenwagens aus dem Bahntunnel. Dafür nutzen die Jugendlichen die ausrangierten Gleise vor dem alten Tunnel, auf dem sie die menschenähnliche Puppe, die bei den Übungen als Dummy diente, in Sicherheit brachten. Am Feuerwehrgerätehaus in Niederjosbach wurde ein Brand im Gebäude simuliert. Die Jugendlichen mussten dabei auch Personen aus dem Gebäude retten. Um fehlende Sicht im Inneren zu simulieren, trugen die Jugendlichen während des Einsatzes präparierte Brillen.

Als vierter Tageseinsatz wurde eine Rettung aus unwegsamem und steilem Gelände am Friedhof in Vockenhausen inszeniert. Dort war angeblich ein Mensch beim Spaziergang den Hang hinab gerutscht und konnte sich nicht mehr bewegen. Der Einsatz forderte nicht nur Können, sondern auch Geschick und Einfallsreichtum. So hatten die Jugendlichen aus Eppstein und Ehlhalten unabhängig voneinander die Idee, den Weg zu der hilfebedürftigen Person mit Steckleitern zu überwinden. Die Bremthaler sicherten ihre Helfer mit Klettergurten ab, bevor sie sich am Hang zu der verletzten Person abseilten.

Vor der Abschlussübung trafen sich alle 80 Jugendlichen zum gemeinsamen Abendessen, das diesmal in Bremthal vorbereitet wurde. Hungrig und zufrieden ließen sich die Jungen und Mädchen Gyros mit Reis, wahlweise auch eine vegane Alternative schmecken.

Danach ging es gemeinsam nach Ehlhalten zur Dattenbachhalle. Dort simulierten die Organisatoren eine Verpuffung in einer Feuerstätte. Das Kellergeschoss wurde mit Nebelmaschinen „verraucht“ und es galt, Personen zu retten. Dies übernahmen die Jugendfeuerwehren Eppstein und Niederjosbach. Vockenhausen rettete eine hilflose Person von einem Flachdach und stellte die Wasserversorgung für andere Löschfahrzeuge sicher indem sie Wasser aus dem naheliegenden Bach pumpten. Die Jugendlichen aus Ehlhalten und Vockenhausen löschten umsichtig mehrere Brände, die durch Trümmerteile entstanden waren.

Währenddessen retteten Jugendliche der Bremthaler Feuerwehr eine eingeklemmte Person aus einem Auto. Der Fahrer dieses PKW hatte sich laut Regieanweisung durch die Verpuffung ablenken lassen und war gegen einen Baum gefahren.

Insgesamt halfen am Samstag die rund 40 Betreuer der fünf Jugendwehren und etliche Aktive aus den Einsatzabteilungen mit. Sie übernahmen Fahrdienste und die Betreuung bei den Übungen sowie die Verpflegung. Stadtjugendwartin Anna-Lena Cassel war am Tag danach hoch zufrieden: „Die Jugendlichen haben eine unglaublich gute Leistung gezeigt.“

Seit über 20 Jahren gibt es diesen Übungstag in Eppstein – und viele der heute Aktiven haben ihn selbst in ihrer Zeit in der Jugendfeuerwehr miterlebt. So erinnert sich Anna-Lena Cassel, die 2009 bei der Jugendfeuerwehr anfing, noch gut an das Gefühl nach einem anstrengenden Übungstag und der fast schon obligatorischen Alarmierung zum letzten Einsatz nach einer kurzen Nacht am frühen Sonntagmorgen: „Man war völlig verschlafen und hat geschimpft über die frühe Störung, war aber auch ungeheuer stolz auf sich und die eigene Leistung.“ bpa

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