So wird Kochen zum Gemeinschaftserlebnis

Sevil und Engin Kaldirim (hinten v. li.) zeigen Elli, Kensi, Mia und Enola (vorne v. li.) wie Linsenbällchen zubereitet werden.Foto: bpa

Sevil und Engin Kaldirim (hinten v. li.) zeigen Elli, Kensi, Mia und Enola (vorne v. li.) wie Linsenbällchen zubereitet werden.Foto: bpa

Sie kochen gern und wollen dazulernen, darin waren sich die vier Mädchen einig, die sich für die internationale Kochaktion der Eppsteiner Jugendarbeit in den Herbstferien angemeldet hatten:

… Die 13-jährige Elli aus Ehlhalten war schon bei früheren Ferien-Kochaktionen dabei und bedauert es, dass es an ihrer Schule in Königstein keine wöchentliche Koch-AG gibt: „Da wäre ich sofort mit dabei“. Diesmal hat sie sich zusammen mit ihren Freundinnen Mia (13) und Enola (12) angemeldet.

Enolas wichtigste Erkenntnis an diesem Tag: „Ich habe gelernt, die Sachen in meinem Topf nicht anbrennen zu lassen!“ Die zwölfjährige Kensi übte auf ihrem Schneidbrett, Gemüse in gleichmäßig große Stücke zu schneiden. Auch das will gelernt sein. Eine weitere wichtige Erkenntnis nehmen die drei aus dem gemeinsamen Tag an der Küchenzeile der Schulküche der Freiherr-vom-Stein-Schule mit: Auch aus Resten lässt sich noch etwas Leckeres zaubern. „Aus den Schalen, dem Abrieb und restlichen Stücken der Orangen und Zitronen von unserer Nachspeise haben wir eine frische Limonade angesetzt“, sagt Elli stolz. Sie mundete den jungen Köchinnen beim gemeinsamen Mittagsmahl besonders gut.

Aber auch von der türkischen Pizza mit herzhafter Sucuk und Mais und den mit fruchtiger Tomatensoße vermengten, mit Salatblättern angerichteten Linsen-Bulgur-Bällchen waren die Mädchen angetan – und von der süßen, mit Orange und Sirup getränkten, überbackenen Griesnachspeise Revani. Betreuer Engin Kaldirim ist schon zum dritten Mal mit seiner Frau Sevil bei dieser Ferienkochaktion dabei. Die beiden brachten wieder Rezepte mit türkisch-orientalischem Einfluss mit.

Engin Kaldirim war diesmal allerdings unter neuer Prämisse dabei: Seit einigen Wochen hat der Mitarbeiter des Vereins Jugendarbeit und Jugendhilfe die Nachfolge in der Eppsteiner Jugendarbeit angetreten. Mit einer halben Stelle ist er für aufsuchende Jugendarbeit und Freizeitangebote für Jugendliche in Eppstein zuständig und mit einer weiteren halben Stelle für die Flüchtlingsarbeit in den städtischen Notunterkünften.

Ihnen zur Seite standen Emilia Pflüger, seit September im Rahmen ihres Studiums tageweise als Werkstudentin in der Jugendarbeit beschäftigt, und Amy Mahlow, die schon seit einigen Monaten als Werkstudentin in der Jugendarbeit beschäftigt ist. Die beiden unterstützen die Arbeit im offenen Treff jeden Mittwoch in Bremthal und halfen auch bei den Ferienangeboten.

Der Henna-Tattoo-Workshop in der ersten Ferienwoche wurde mit einer Spende des Lions Clubs finanziert, am besten besucht waren allerdings die offenen Angebote im Jugendraum. „Viele Jugendliche wollen sich nicht vorher auf einen Termin festlegen und kommen lieber spontan vorbei, hat Amy Mahlow beobachtet.

Engin Kaldirim ist gerade dabei, die Treffpunkte der Jugendlichen in den Stadtteilen aufzusuchen, um sich vorzustellen und mit den Jugendlichen zu sprechen – und sich Beschwerden der Anwohner anzuhören. Ruhestörung sei immer wieder ein Thema, beispielsweise An der Embsmühle, wo sich anscheinend gerade ein Jugendtreff entwickelt habe, oder auf dem Spielplatz an der Müllerwies, wo er darauf hinweisen musste, dass nach 20 Uhr kein Lärm mehr gemacht werden dürfe. In Vockenhausen wiederum haben ihn Jugendliche darauf angesprochen, dass es für sie keinen richtigen Treffpunkt gebe.

In der warmen Jahreszeit sollen im nächsten Jahr wieder die beliebten Pop Ups in den Stadtteilen aufgebaut werden. bpa

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