Schokolade und was dahinter steckt

Schokolade kennt eigentlich jeder. Der Rohstoff Kakao ist vielseitig und wird verwendet in Schokolade, im Trinkkakao und in vielen anderen Lebensmitteln. Doch hinter der glänzenden Verpackung stehen globale Lieferketten, an deren Anfang der Kakaoanbau steht.

Weitgehend unbekannt ist, unter welchen Bedingungen Kakao angebaut, gehandelt und schließlich zu dem verarbeitet wird, was im Supermarktregal landet.

Im Rahmen der Fairen Woche lädt das Eppsteiner Fairtrade-Netzwerk zu einem Kulturdienstag ein, der genau diese Strukturen beleuchtet. Unter dem Titel „Blick hinter die Schokolade“ wird am Dienstag, 29. September, ab 19 Uhr in der Wunderbar Eppstein der Film „The Chocolate War“ gezeigt. Der Film wirft einen eindrücklichen Blick auf globale Ungerechtigkeiten im Kakaoanbau.

Kakao ist ein Geschäft, das von Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern getragen wird. Rund 70 Prozent des weltweiten Kakaos stammen aus Westafrika, insbesondere von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Viele Betriebe dort sind klein und bewirtschaften nur wenige Hektar. Einnahmen hängen unmittelbar von Ernte, Wetter und den Preisen ab, die für den Kakao geboten werden. Der Markt ist unberechenbar und zeigt enorme Schwankungen auf. Für die Bäuerinnen und Bauern bedeutet ein hoher Weltmarktpreis nicht automatisch ein höheres Einkommen. Krankheiten der Kakaobäume, ungünstige Wetter- und Klimabedingungen sowie schwankende Erträge können die wirtschaftliche Situation der Betriebe erheblich belasten.

Für sie kann Fairtrade dabei konkrete Unterstützung bieten. Ein zentraler Bestandteil ist der Fairtrade-Mindestpreis: Er soll Produzentinnen und Produzenten vor starken Einbrüchen des Weltmarktpreises schützen und ihnen dadurch mehr Planungssicherheit geben. Hinzu kommen weitere Maßnahmen zur Stärkung von Kooperativen und ihrer Mitglieder – etwa Schulungen, Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel oder die Förderung nachhaltiger Anbaumethoden wie Agroforstwirtschaft. Dabei werden Kakaobäume mit anderen Nutzpflanzen und Bäumen kombiniert, was die Anbausysteme widerstandsfähiger macht und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten schaffen kann.

Für das passende kulinarische Erlebnis an diesem Dienstag sorgt die Wunderbar mit einem thematisch abgestimmten Angebot. Der Eintritt ist frei. Da der Kulturabend in der Wunderbar stattfindet, wird um Reservierung gebeten. Organisiert wird der Abend vom Eppsteiner Fairtrade-Netzwerk in Kooperation mit INKOTA-netzwerk.

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