„Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“

Die Schüler Neven und Jakob (beide 9 Jahre) tragen die Solferino-Fackel am Bahnhof.

Die Schüler Neven und Jakob (beide 9 Jahre) tragen die Solferino-Fackel am Bahnhof.

Schüler, Eltern und DRK-Helfer warteten am Mittwochnachmittag vergangener Woche aufgeregt am alten Tunnelportal. Mitglieder der Hilfsorganisation, der Rettungshundestaffel und Vertreter aus der Politik hatten sich am Bahnhof versammelt.

Sanitäter des DRK-Ortsverbands Nauheim brachten die Solferino-Fackel nach Eppstein. Stolz trugen Junior-Helfer von der Comenius-Schule sie zum Empfang vor dem Bahnhofsgebäude und überreichten die Ölfackel Stephan Racky vom DRK Eppstein. Bis zum nächsten Tag und der Weitergabe an die Landesgeschäftsstelle in Wiesbaden hütete Racky die Fackel.

Seit dem 23. Februar wird das „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“ von Tschechien durch verschiedene europäische Länder getragen bis sie am 27. Juni in dem kleinen norditalienischen Dorf Solferino ankommt.Mit diesem symbolischen internationalen Lauf erinnert das DRK an die Entstehungsgeschichte der internationalen Rotkreuz-Bewegung. Der Schweizer Henry Dunant beschloss 1859 beim Anblick eines der blutigsten Schlachtfelder der Geschichte bei Solferino die Gründung einer neutralen Hilfsorganisation, die seitdem weltweit Hilfe leistet für Menschen in Krisen- und Kriegsge-bieten, allein nach dem Maß der Not, ohne auf Hautfarbe, Religion oder Nationalität zu achten. Dunant organisierte Hilfe zur Selbsthilfe unter den Soldaten sowie die Hilfe aus der Bevölkerung und verfolgte diese Aufgaben bis zur Formulierung des Humanitären Völkerrechts sowie der Genfer Konventionen.

1901 erhielt Dunant zusammen mit dem Pazifisten Frédéric Passy den ersten Friedensnobelpreis.

DRK-Kreisvorsitzender Frank Stieler freute sich, dass Schüler aus seiner Heimatstadt Eppstein die Botschaft der sieben Grundsätze des DRK, Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität weitertragen. Hessens Justizminister Christian Heinz betonte die Bedeutung der Institution gerade in Zeiten, in denen international vereinbarte Regeln durch Staaten oder Regierungschefs infrage gestellt würden und erinnerte an den Überfall Russlands auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren.

Die Solferino-Fackel bringt Menschen zusammen, schlägt Brücken zwischen Generationen und Ehrenamtlichen und erinnert an die Bedeutung von Solidarität in einer demokratischen Gesellschaft. „Die Aktion zeigt eindrucksvoll die internationale Verbundenheit und gemeinsame Verantwortung der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung“, sagte DRK-Landespräsident Norbert Södler.

Mit einem Gruppenfoto wurde der Moment festgehalten „und wird euch sicher in Erinnerung bleiben“, sagte Södler an die Schüler gerichtet.jp

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