Der Burgverein ist mit der Stadt zusammen dieses Mal der Veranstalter des Festes. Die Einnahmen sind wie immer für den Erhalt der Burg bestimmt.
Der Eintritt ist frei. Höhepunkt ist die offizielle Ehrung der Stadtwache, Übergabe der Schlüssel des Mainzer Kellers an den Burgverein, wildes Treiben der Eppsteiner Rotte und natürlich Speis‘ und Trank. Auch der Pranger der Stadtwache wird aufgestellt. Allerdings wird niemand verhaftet und im Pranger zur Schau gestellt – Dieses Mal darf jeder in den Pranger und sich fotografieren lassen.
Während der Corona Zeit ist es still geworden um die Stadtwache. Lange Zeit wurde der Mainzer Keller, die Heimstätte der Stadtwache, nicht genutzt. Es fehlte an jungen Rekruten. Ein defekter Lüfter und die nicht mehr absorbierte Feuchtigkeit im Mauerwerk gaben der Einrichtung des Mainzer Kellers den Rest. Alles musste raus. Und so fragte die Stadtwache schweren Herzens beim Vorstand des Burgvereins an, ob er nicht den Mietvertrag mit der Stadt übernehmen wolle.
Für den Burgverein eine einmalige Chance – nach 50-jährigem Bestehen ergab sich endlich die Möglichkeit, eine eigene Heimstätte, ein Vereinsheim auf der Burg zu bekommen. Mit der Stadt wurde man sich schnell einig und so begannen emsige Mitglieder mit Abbruch- und Sanierungsarbeiten im Mainzer Keller (die EZ berichtete).
Neben der Freude über das künftige Nest, war dem Burgverein aber auch eines klar: Die Stadtwache sollte nicht einfach sang- und klanglos von der Burg ziehen. Ein Fest musste her und die Stadt war sofort mit im Boot. Bürgermeister Alexander Simon, als Schultheiß quasi Chef der Stadtwache, liegt die ehrenvolle und offizielle Außerdienst-Stellung der 1968 zur 650-Jahr-Feier gegründeten Repräsentationsgarde am Herzen. Und so planten Stadtwache, Burgverein und Stadt ein gemeinsames Fest.
Im Mittelpunkt des Festes steht die Burg als zentrales Element der Identität der Eppsteiner. In ihren Mauern werden Feste gefeiert und kommen die Menschen zusammen. Gemeinsam sollen Erinnerungen wach werden. Denn eines verbindet Stadtwache und Burgverein: Beide sind seit über 50 Jahren in, um und für die Burg aktiv. So werden an diesem Tag im Burghof Degen und federgeschmückte Hüte neben Ritterrüstungen zu sehen sein.
Gegen Mittag wird die Stadtwache ehrenvoll vom Schultheiß der Stadt verabschiedet. Sicherlich ein schwerer Gang für Stadthauptmann Klaus Wilke und seine Recken. Denn gleichzeitig ist die Ehrung wohl auch der letzte offizielle Auftritt der Stadtwache.
Vorher schon, sozusagen als letzte Amtshandlung der Stadtwache, übergibt der Hauptmann den Schlüssel des Mainzer Kellers offiziell an den Burgverein. Der Burgverein ist schon mit Sanierungsarbeiten beschäftigt und freut sich, nun sein eigenes Vereinsheim auf der Burg zu bekommen.EZ

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