Lernen dürfen feiert Jahrestag, Schulabschluss und sagt Danke

In langen Schlangen warten Schülerinnen und Schüler in Burkina Faso geduldig auf die Essensausgabe, die der Verein Lernen dürfen durch Spenden finanziert.Foto: privat

Auf ein rundes Dutzend an Jahren schaut der Verein „Lernen dürfen“ zurück und nimmt dies zum Anlass, Vereinsmitlgieder und Unterstützer zu einem Dankeschön-Treffen einzuladen und gleichzeitig den neuen Vorstand vorzustellen.

Joachim Souverein wurde in der Online-Sitzung des Vereins im Mai aus der Verantwortung als Schatzmeister verabschiedet. Der neue Vorstand mit Claudia Papenhausen an der Spitze besteht aus fünf Frauen, die neue Projekte anstoßen und beraten möchten. Am Jahrestag der Vereinsgründung, Donnerstag, 9. September, ist ab 19 Uhr Platz auf der Terrasse der „Wunderbar Weite Welt“ im Stadtbahnhof reserviert.

Insbesondere das letzte Nothilfe-Projekt, die Versorgung mit einer warmen Mahlzeit pro Tag während des Schuljahres für über „1000 wissbegierige und entschlossene Schülerinnen und Schüler“ sei ein Grund mehr, zu feiern, freut sich Claudia Papenhausen. Nach einem terroristischen Überfall in der abgelegenen Region im Südosten Burkina Fasos auf eine der von „Lernen dürfen“ errichteten Schulen wurden im vergangenen Jahr alle Schulen in der ländlichen Region geschlossen. Tausende Schülerinnen und Schüler waren betroffen. Etwa 1700 aus Logobou, meist Jugendliche und junge Erwachsene, sind deshalb im vorigen Jahr aufgebrochen, um vorübergehend Schulen in zentralen Städten wie Tombaga und Diapaga zu besuchen. Die Schülerinnen und Schüler waren seit Anfang des Jahres zunehmend von Hunger bedroht, da ihre mitgebrachten Vorräte längst aufgebraucht waren. Diergou Lompo, Repräsentant von Lernen dürfen in Burkina Faso und Koordinator aller von Lernen dürfen mitfinanzierten Projekte, erstellte in kurzer Zeit ein Konzept für eine Versorgung der Jugendlichen mit warmen Mahlzeiten, um ihnen den Abschluss des Schuljahres zu ermöglichen. Der Verein warb deshalb intensiv um Spenden. Zwar konnte statt der ursprünglich angedachten zwei Mahlzeiten nur eine pro Tag finanziert werden. Dass es aber durch die beeindruckende Hilfsbereitschaft vieler großzügiger Spenderinnen und Spender tatsächlich gelungen ist, allen Schülern bis zum Abschluss des Schuljahres wenigstens täglich ein warmes Essen plus Wasser – insgesamt 80 000 Mahlzeiten – auszugeben, sei ein kleines Wunder, findet Claudia Papenhausen. Insgesamt wurden Spenden in Höhe von 45 000 Euro für die Versorgung aufgewendet. Das Abitur haben trotz aller Widrigkeiten deutlich mehr Schülerinnen und Schüler bestanden als in früheren Jahren.

Das ungewohnte Stadtleben fern vom Hof der Eltern hat sich besonders für die Mädchen als prekär und teilweise folgenreich erwiesen: Einige Schülerinnen sind ungeplant schwanger geworden. „Um ihr so eindrücklich bewiesenes Interesse an einer guten Ausbildung weiter unterstützen zu können, prüfen wir derzeit gemeinsam mit UNTAANI, dem Selbsthilfeverein in Burkina Faso, die Möglichkeiten für eine individuelle Förderung, etwa durch Paten, damit sie ihre Zukunftspläne trotzdem verwirklichen können“, heißt es im neuesten Newsletter, den Lernen dürfen regelmäßig an seine Mitglieder und Interessierte verschickt.

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