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Ehlhaltener sammeln Ideen zum Erhalt ihres Bistros

Viele Ehlhaltener nutzten die Gelegenheit, ihre Wünsche fürs Bistro mitzuteilen. Foto: Beate Palmert-Adorff

Das Interesse an der Zukunft des Bistros in Ehlhalten war groß. Gut 70 Besucher folgten der Einladung von Bürgermeister Alexander Simon zum Bürgertreff im „Alten Spritzenhaus“ in der früheren Verwaltungsstelle.

Und obwohl sich die Besucher schon in Zweierreihen um den Stammtisch und noch dichter um den Tresen reihten, wurden selbst Nachzügler nicht abgewiesen. Für ältere Mitbürger wurde flugs ein Stuhl organisiert.

Während der Bürgermeister hörte, was sich die Ehlhaltener von einem neuen Pächter wünschen, wollten die Ehlhaltener wissen, ob es überhaupt Interessenten gebe. „Sie stehen nicht gerade Schlange“, räumte Simon ein, aber einen Anwärter gebe es, der den Betrieb des Bistros übernehmen würde. Bevor eine Entscheidung über das Bistro fällt, wolle die Stadt jedoch von den Ehlhaltenern wissen, wie ihr Dorftreff künftig aufgestellt sein solle, sagte Simon. Er bat die Gäste, auf Strichlisten ihre Präferenzen darzustellen.

So wurde schnell klar, dass fast alle eine Außenbewirtschaftung wünschen. Vorschläge, wie ein Wintergarten mit Glasschiebetüren gestaltet werden könnte gab es ebenfalls. Auch solle das Bistro eine Anlaufstelle für die Vereine bleiben. Einen Ruhetag gestanden die Ehlhaltener dem Wirt ebenfalls einhellig zu.

Weniger als ein Drittel der Anwesenden votierte für die Erlaubnis zum Rauchen, ein gutes Drittel wünschte ein rauchfreies Bistro und einem weiteren Drittel war das schlicht egal. Etwa die Hälfte der Besucher wäre dafür, dass im Bistro Fußballspiele gezeigt werden, nur einer war strikt dagegen. Eine Mehrheit war dafür, dass im Bistro kleine Snacks gereicht werden können, eine größere Speisekarte wünschten dagegen nur ein Drittel.

Ideen zur Verbesserung des Angebots wurden auf roten Merkzetteln gesammelt. „Kein Imbiss – kein Döner!“, stand da zu lesen. Zumindest rauchfreie Abende wurden als Kompromiss zwischen Rauchern und Nichtrauchern vorgeschlagen. Neue Fenster, da die alten sehr zugig seien, und vor allem eine Überprüfung des Rauchabzugs wurden gewünscht. Vorschläge, wie das Angebot aufgepeppt werden könnte gab es auch: Kaffee und Kuchen oder Eis im Sommer wurden vorgeschlagen und Spieleabende in regelmäßigen Abständen, kostenloses WLan und kulinarische Themenabende. Musik unplugged mit regionalen Bands schlug einer der Besucher vor, eine Wohnung für den Pächter im Obergeschoss eine andere Besucherin. Die Ehlhaltener schlugen vor, das Bistro um einen Nebenraum für Dart oder Billard zu vergrößern. Der Skat-Club „Herzdame Heftrich“ stellte sich vor, der das Bistro seit etwa einem Jahr als Vereinsgaststätte nutzt und sich jeden Donnerstag dort zum Skatspielen trifft. „Wir haben schon Liga-Spiele hier ausgetragen“, berichtete Stefan Jäger. Die drei Mannschaften spielen in der Hessenoberliga und würden gern auch mal Turniere nach Ehlhalten holen.

SPD-Stadtverordnete Marion Kütemeyer schlug vor, eine Genossenschaft zu gründen, damit Bürger den Betrieb der Gaststätte selbst organisieren können. Simon zieht diese Option erst als letzte Möglichkeit in Betracht, „wenn wir keinen neuen Pächter finden“. Ortsvorsteher Michael Kilb berichtete, dass er gemeinsam mit Vereinsvertretern bereits über die Möglichkeit eines Betreibervereins nachgedacht habe. Dafür müssten Geschäftsführung und Aufsichtsrat gegründet werden, meistens ginge das einher mit dem Kauf eines Gebäudes. Deshalb wäre auch ihm ein Pächter lieber.

Kilb wünscht sich, wie die meisten Ehlhaltener, einen nahtlosen Übergang. Pächterin Britta Rank hat zum 15. Juli gekündigt. Vor einer Neuvermietung müsse die Stadt notwendige Reparaturen ausführen und abwägen, welche Investitionen sinnvoll sind, damit das Bistro für einen neuen Betreiber und für die Ehlhaltener attraktiv bleibt, sagte Simon. Das hört sich zumindest nach einer längeren Sommerpause an.

Simon stellte klar, dass die Stadt das Gebäude nicht verkaufen wolle und dementierte damit Gerüchte, die im Dorf kursieren. „Die Stadt muss etwas vorhalten, das der freie Markt nicht bietet“, betonte Simon. Deshalb werde überlegt, einem neuen Pächter einen zusätzlichen Nebenraum oder auch eine Wohnung in dem Gebäude anzubieten.

Der Verkauf an einen Investor komme nicht in Frage, sagte Simon und wies darauf hin, dass die Stadt mit dem Bacco in Bremthal, der Wunderbar Weite Welt am Eppsteiner Bahnhof und dem Bistro der größte Gastronomie-Anbieter in Eppstein sei. bpa

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