Alphabetisierung in Burkina Faso gegen Perspektivlosigkeit

Die Menschen in der Falaise von Burkina Faso wollen Lesen und Schreiben lernen. Der Eppsteiner Verein Lernen dürfen unterstützt sie dabei und bittet um Spenden.

Trotz der allgegenwärtigen Terrorgefahr und den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das öffentliche Leben vertrauen die Bewohner der abgelegenen Falaise Gobnangou in Burkina Faso darauf, dass Bildung ihr Leben verbessert.

Der Andrang auf die Alphabetisierungskurse für junge Erwachsene und Jugendliche, die keine Grundschule besuchen konnten, ist ungebrochen groß. Das berichtete Claudia Papenhausen, die Gründerin des Eppsteiner Vereins „Lernen dürfen“, der seit 2009 den Bau von Schulen für die zahlreichen Kinder in dem abgelegenen Höhenzug voranbringt und zudem schon für knapp 4000 Menschen Alphabetisierungskursen organisiert hat. Neben Kenntnissen in Lesen, Schreiben und Rechnen erlangen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – über 80 Prozent sind Frauen – Grundwissen über Familienplanung, gesunde Ernährung und Hygiene.

Die Alphabetisierung findet, anders als in den staatlichen Schulen Burkina Fasos, nicht auf Französisch, sondern in der Lokalsprache Gourmantchémata statt. Unterrichtet wird in einfachen Strohhütten, die Lehrkräfte werden aus alphabetisierten Laien gewonnen, die von muttersprachlichen Supervisoren betreut werden. Die Alphabetisierung scheint sich derart im Alltag der meist jungen Erwachsenen auszuzahlen, dass der Andrang in den vergangenen zehn Jahren von Anfangs drei Klassen auf zuletzt 45 angestiegen ist, berichtet Papenhausen.

Doch hat sich die Lage in Burkina Faso in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Wegen der terroristischen Bedrohung sind die Schulen in der Falaise seit fast zwei Jahren geschlossen. Das führt zu Perspektivlosigkeit, die von Terroristen ausgenutzt wird, die immer erfolgreicher junge Männer anwerben. Für viele Jugendliche, so Papenhausen, sei die Alphabetisierung derzeit das einzige erreichbare Bildungsangebot. Das führt dazu, dass es derzeit Anmeldungen für über 70 neue Klassen gibt!

Die lokale Hilfsorganisation Untaani organisiert und koordiniert die Kurse vor Ort. Das Ministerium für Grundschulen und Alphabetisierung in Burkina Faso stellt die Lehrbücher zur Verfügung. Ausbildung und Bezahlung der Lehrerinnen und Lehrer organisiert und finanziert der Eppsteiner Verein Lernen dürfen und benötigt angesichts der Krise in Burkina Faso um so dringender Spenden.

Papenhausen bittet deshalb die Leser der Eppsteiner Zeitung um Hilfe, „damit der Verein für die vielen lernbegeisterten jungen Gourmantché möglichst viele Alphabetisierungsklassen verwirklichen“ könne. Bis Mitte Dezember läuft die Spendenaktion für das nächste Schuljahr. Knapp 20 Euro kosten Aus- und Fortbildung sowie die Ausstattung der Hütten pro Jahr für einen Teilnehmer. Für 600 Euro können Einzelne oder Gruppen die Patenschaft für eine ganze Klasse mit 30 Schülerinnen und Schülern in einer der Streusiedlungen übernehmen.

Interessenten für eine Patenschaft wenden sich an a.gatz[at]lernen-duerfen[dot]org. Aber auch jede andere, noch so kleine Spende unter dem Stichwort „Alphabetisierung“ auf das Konto IBAN: DE64 5105 0015 0225 0759 77 hilft. Weitere Infos unter www.lernen-durfen.org/alphabetisierung.bpa

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