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Palmen, Glas und viel Raum für kreative Prozesse

Markus Rösmann führte den Magistrat durchs neue Botanical.

„Botanical“ nannte Unternehmer Markus Rösmann sein neuestes Projekt im Gewerbegebiet Am Quarzitbruch, weil ihn das ehemalige Ausstellungsgebäude mit der großen Glasfront und dem breiten Lichtband im Dach sofort an ein Treibhaus erinnert habe.

Der Name ist Programm: Die Polster der Sitzgruppen sind mit Blüten und floralen Mustern in unterschiedlichsten Dekors gestaltet. Auf der Terrasse wachsen Palmen. In den kommenden Wochen wird der frühere Verkaufsraum noch mit Grünpflanzen ausgestattet. Blickfang sind die kugelförmigen, fragil wirkenden Lampen. „Organisch zu wachsen“ entspreche außerdem der Firmenphilosophie, sagt Rösmann: 2016 zog das Unternehmen mit seinem Kerngeschäft, der Firma Karl Cliem Energy, in die obere Etage des neuen Gebäudes im Gewerbegebiet bei Bremthal und eröffnete auf den beiden unteren Etagen Percuma, ein multifunktionales Veranstaltungsgebäude mit einem großen Außengelände für kreative Arbeitsprozesse und Events.

Das Geschäft habe sich in den beiden ersten Jahren gut entwickelt, berichtet Rösmann. Im vergangenen Jahr beherbergte Percuma 15 000 Gäste, 2019 erwartet Rösmann zusammen mit den Buchungen für das kaum 200 Meter entfernt liegende neue Botanical eine Steigerung auf 25 000 Besucher. Für bis zu 175 Teilnehmer oder Gäste kann Percuma gebucht werden. Platz für weitere 200 bietet das neue Botanical, wobei auch Raum für kleinere Gruppen ist.

Vor allem für große Firmen, die bestimmte Projekte auf Zeit auslagern wollen, böte sich laut Rösmann Botanical als moderne Coworking-Lösung an.

Große Unternehmen haben künftig noch mehr Platz, wenn sie beide Gebäude mieten, sagt Rösmann und zählt große Autofirmen, aber auch Fluggesellschaften und Banken auf, die er in Percuma bereits beherberge. Viele Firmen suchen laut Rösmann nach einer anderen Umgebung, wenn sie neue Projekte entwickeln, Produkte einführen oder über neue Strategien sprechen wollen. Dafür hält Rösmanns Team unterschiedlichstes Mobilar, vom klassischen Konferenztisch bis zur gemütlichen Sitzgruppe im Lager bereit. „Big Store“ heißt das rund 300 Quadratmeter große neue Lager im Botanical, wo laut Rösmann sogar Platz für Autos und Caravans wäre.

Meistens werden die Räume für mehrere Tage gebucht, im Schnitt für eine Woche. Hochzeiten und Familienfeiern machen laut Rösmann rund zehn Prozent der Buchungen aus, Firmenfeiern weitere zehn Prozent. Den weitaus größten Anteil bei den Buchungen nehmen Workshops und mehrtägige Meetings ein. Ein Problem sei dann die Übernachtung. Rösmann wird nicht müde, das bei vielen Gelegenheiten zu betonen. Mindestens 100 Hotelbetten würden für Eppstein benötigt, sagt Rösmann. Die Kapazität des benachbarten Hotels in Niedernhausen mit 250 Betten reicht schon jetzt oft nicht aus. Rösmann ist sicher, dass er auch einem neuen Hotel in Eppstein eine Grundauslastung mit seinen Gästen verschaffen könnte – wenn sich ein Investor und ein geeigneter Standort fände.

Von München bis Hamburg erreichen ihn Anrufe, warum er denn sein Konzept nicht dort umsetzen würde, berichtet der ideenreiche Unternehmer. Trotz der geschilderten Mängel gefalle ihm die exponierte Lage am Bremthaler Hang, mitten im Grünen mit direktem Autobahnanschluss. Rösmann: „Wir liegen im Niemandsland, sind aber verkehrstechnisch gut zu erreichen.“

Rund 2,5 Millionen Euro hat Rösmann in Botanical investiert, davon 1,3 Millionen Euro für den Kauf des Grundstücks der früheren Firma Noll Gartentechnik. Als er vor einem Jahr vom Verkauf des Gebäudes erfahren habe, habe er erst einmal abgelehnt, sagt Rösmann, unter anderem, weil er gerade ein Grundstück neben Percuma gekauft hatte. Die Pläne dafür verschiebt er nun. Denn kaum zwei Jahre nach Eröffnung von Percuma will er jetzt erst das Botanical-Projekt umsetzen. Die ersten Buchungen liegen schon vor. Im April will Rösmann es offiziell eröffnen.

13 Mitarbeiter arbeiten in fester Anstellung für Percuma, 120 stünden für Veranstaltungen zur Verfügung. Sein Unternehmen stelle die Räume, den Service und die Ausstattung und kümmere sich um das Catering oder organisiere Bustransfers. Dabei arbeite er am liebsten mit benachbarten Unternehmen zusammen.

Er stehe mit seinem Team in einem ständigen kreativen Prozess, „es geht um Zukunftsgestaltung hier in Eppstein für uns, aber auch für unsere Kinder“, sagt Rösmann, selbst Vater von zwei Kindern. Gemeinsam suche das Unternehmen nach zukunftsweisenden Lösungen wie Ausbildungen ermöglicht, Arbeitsplätze gesichert und für die Rente vorgesorgt werden könne. Da kommen die Ideen für ein Hotel oder zusätzliche Freizeitangebote wie Mountainbike-Touren für Manager wieder ins Spiel.

Im ganz in Schwarz und Anthrazit gehaltenen Kreativraum, der sich vom saalartigen Zentrum des Gebäudes durch Glaswände abtrennen lässt, könnte er sich Treffen der Lego-Kreativgruppen vorstellen, die es in Eppstein inzwischen gibt.

Vergangene Woche trafen sich dort die Eltern der Burg-Schüler. Als Vorsitzender des Fördervereins ist Rösmann bei der Planung des nächsten Zirkus-Projekts der Grundschule im Juni einer der Organisatoren. bpa

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