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Neue Kita am Bienroth: Verkehrsrisiko für Schulkinder

Eltern der Grundschüler an der Burg-Schule sorgen sich um die Verkehrssicherheit auf dem Schulweg und kritisieren Versäumniss der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit dem Baugebiet Bienroth und der geplanten Nachverdichtung in Vockenhausen:

 

Wer einmal zu Schulbeginn morgens zu Fuß auf dem Eppenhainer Weg unterwegs war, wird sich vorgekommen sein wie auf einer Stadtautobahn. Ein Auto reiht sich an das nächste; das Tempolimit von 30 km/h wird ignoriert. Überall wird gehalten, um die Kinder rauszulassen. Dass hier bislang noch kein Kind auf seinem Schulweg zu Schaden gekommen ist, grenzt an ein Wunder. Und unter diesen Bedingungen soll nun eine Kita am Eppenhainer Weg unterhalb der Schule errichtet werden!? Wie soll dies verkehrssicher funktionieren? Da erfahrungsgemäß nahezu alle Eltern mit dem Auto unterwegs sind, bedeutet dies bei 50 Kita-Kindern 200 zusätzliche Autofahrten – die Fahrten der Angestellten und Lieferdienste für Essen etc. noch unberücksichtigt. Hinzu kommt, dass es keinerlei Parkplätze an dieser Stelle gibt. Wie kann das Magistrat ernsthaft diesen Standort in Erwägung ziehen?

Unverständnis macht sich überdies breit, da das Problem fehlender Kindergartenplätze schon seit Jahren bekannt ist! Wieso wurde hier nicht schon längst eine zukunftsfähige und nachhaltige Lösung erarbeitet? In der vergangenen Ausgabe der Eppsteiner Zeitung wurde Frau Bergold zitiert, dass die Stadt völlig überrascht wurde von der Tatsache, dass in die Neubaugebiete Familien mit mindestens zwei Kindern eingezogen sind. Diese Aussage ist nicht nachvollziehbar! Neubaugebiete werden für Familien geschaffen und bei Familien zeigt sich seit vielen Jahren ein Trend zu zwei und mehr Kindern. 

Den Fokus rein auf die Neubaugebiete zu richten, verharmlost jedoch das vorhandene Betreuungsproblem. Der komplette Südhang in Vockenhausen – ein Baugebiet aus den 70er Jahren – befindet sich aktuell in einem Generationenwechsel. Und bei Immobiliengrößen von mindestens 200 qm ist davon auszugehen, dass hier fast ausnahmslos Familien mit Kindern einziehen werden. Wie konnte man unter diesen Bedingungen ernsthaft davon ausgehen, dass die vorhandenen Kindergarten- und Schulkapazitäten ausreichen? 

Und wie kann die Stadt Eppstein unter diesen Voraussetzungen ernsthaft eine weitere Verdichtung der Bebauung planen? Die vorhandenen Straßen sind nicht auf die damit verbundene Menge an Fahrzeugen ausgelegt. Die Straßen hoch in das Wohngebiet sind eng, oftmals nur einseitig befahrbar und oft ohne bzw. mit nur schmalem Bürgersteig. Bevor über eine Verdichtung nachgedacht werden kann, muss erstmal ein vernünftiges und sicheres Verkehrskonzept erarbeitet werden.

Die Stadt Eppstein steht in der Pflicht, für ausreichend Kindergartenplätze zu sorgen – insofern ist es gut, dass sie sich dem Betreuungsproblem stellt. Die mangelnde Voraussicht bei der Planung, die unsere Schulkinder mit immer schlechter werdender Schulwegsicherheit büßen müssen, macht allerdings wütend. Verstärkt wird dieses ungute Gefühl dadurch, dass in den Medien bis vergangene Woche suggeriert wurde, dass das Betreuungsproblem durch den neuen Naturkindergarten gelöst werden kann. Warum diese Informationszurückhaltung? Kurz nach der Bürgermeisterwahl wird die Hiobsbotschaft kund getan.

Eine nachhaltige Lösung des Betreuungsproblems mit Wahl eines verkehrssicheren Standorts für den neuen Kindergarten ist erforderlich. Darüber hinaus ist die Stadt gefordert, ein Verkehrskonzept zu entwickeln, welches die Verkehrs- und insbesondere Fußgängersicherheit gewährleistet und den sich aktuell vollziehenden Generationenwechsel am Vockenhäuser Südhang berücksichtigt, der mit einer Zunahme des Autoverkehrs einhergehen wird. Erst dann sollte über eine Nachverdichtung entschieden werden. Das Wohl unserer Kinder sollte an erster Stelle stehen. 

Besorgte Eltern der Grundschulkinder

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