Er habe sofort mehrere Gespräche geführt. Doch bislang äußern sich weder Verkäufer noch potenzielle Käufer zu Details der Verhandlungen. Das Bundskartellamt bestätigte inzwischen, dass der Edeka-Verbund einen Großteil der insgesamt 300 Filialen vom Schweizer Konzern Migros übernehmen will, und prüft den Antrag. Ein weiterer Interessent an einem Großteil der restlichen Filialen sei Rewe. Der angekündigte Verkauf der Tegut-Kette und die damit drohende Schließung kleinerer Läden habe eine erhebliche Bedeutung für die örtliche Nahversorgung, auch in Bremthal, betont Simon.
In Eppsteins größtem Stadtteil gibt es im Valterweg eine gut erreichbare Tegut-Filiale. Von ihrer Schließung wären nicht nur die rund 4400 Bremthaler betroffen, sondern auch etliche Pendler, die in der benachbarten Tankstelle tanken und bei Tegut einkaufen.
Auch im Stadtentwicklungskonzept Eppstein 2030 sei die standortgerechte Nahversorgung als wichtiges Ziel festgehalten. Sie ist ein wichtiger Standortfaktor. Die Grundversorgung soll in allen fünf Ortsteilen gewährleistet sein. Der Wegfall eines Lebensmittelmarktes bedeute deshalb nicht nur, dass ein Geschäft schließt. Vielmehr sei damit die Frage verbunden, so Simon, wie die Grundversorgung der Bevölkerung vor Ort künftig gewährleistet werden kann. Der Magistrat will laut Simon, alle Möglichkeiten nutzen, um eine tragfähige Nachfolgelösung für den Standort in Eppsteins größtem Stadtteil zu erreichen. Das Ziel sei, die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Waren des täglichen Bedarfs in Bremthal dauerhaft sicherzustellen. Dieses Ziel soll die neue Stadtverordnetenversammlung in ihrer konstituierende Sitzung am 23. April bestätigen. Der Magistrat arbeitet an einer Vorlage, die anschließend auch dem neuen Ortsbeirat und dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorgelegt wird. Ein möglichst hohes Votum der Mandatsträger soll der Forderung Nachdruck verleihen.
Die Schließung des Marktes würde eine spürbare Lücke in der örtlichen Infrastruktur hinterlassen, betont Simon. Gerade in einem großen Stadtteil wie Bremthal sei ein wohnortnaher Einkaufsmarkt weit mehr als nur ein Einzelhandelsangebot. Er ist ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens.
Viele Bürgerinnen und Bürger erledigen dort regelmäßig ihre Einkäufe. Besonders wichtig, so Simon, sei dies für ältere Menschen, für Personen mit eingeschränkter Mobilität, für Familien mit Kindern. Auch für Berufstätige, die ihren Alltag zwischen Arbeit, Familie und weiteren Verpflichtungen organisieren, sei ein örtlicher Einkaufsmarkt von hoher Relevanz. Die Nahversorgung, so Simon, ist ein entscheidender Faktor dafür, ob ein Stadtteil für Menschen aller Altersgruppen attraktiv und lebendig bleibt. EZ

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