Mit einer Ladenfläche von gut 600 Quadratmetern und rund 30 Parkplätzen samt E-Ladesäule vor dem Haus ist der Bremthaler Tegut-Markt eine der kleineren Filialen – „Aber sehr gut sortiert“, versichert Christian Fröhlich, der gerade für zwei Bremthaler Bekannte die Einkäufe erledigt, beide um die 80 Jahre alt und sonst noch zu Fuß unterwegs: „Für die beiden wäre es ein Riesenverlust, gäbe es das Lebensmittelgeschäft im Valterweg nicht mehr“, sagt er.
Auch Miriam Horn-Kügler kauft „gern und regelmäßig, mindestens zweimal pro Woche“ dort ein. Am Montagvormittag ist sie zu Fuß und mit Rucksack gekommen. Sie schätzt das spezielle Tegut-Sortiment: „Die Obst- und Gemüseabteilung ist super, besser sortiert als in vielen anderen Märkten und vor allem bekommt man das meiste lose und in kleinen Mengen.“ Auch Wiebke Mohr kommt mindestens einmal pro Woche zum Einkaufen oder schickt eines ihrer Kinder: „Ein Geschäft in Laufnähe zu haben, ist einfach gut.“
Eine 79-jährige Bremthalerin beobachtet, dass viele ihrer Bekannten mehrmals die Woche zu Fuß bei Tegut einkaufen gehen: „Das ist für viele wie der tägliche Spaziergang“. Sie selbst mag das Bio-Angebot, aber am Ende sei es wichtig, dass der Markt überhaupt erhalten bleibe.
Die Tegut-Mitarbeiter wissen noch nicht, wie es im Laufe des Jahres weitergeht. Inhaber Steffen Antoines Vertrag läuft im Sommer aus, so viel hat er schon erfahren. Er hat als selbstständiger Handelsvertreter die Tegut-Filialen in Niedernhausen und seit sechs Jahren auch in Bremthal geleitet. Unabhängig von seiner Person werde die Filiale in Bremthal vorerst weitergeführt. „Das Team ist gut eingearbeitet und bekommt das auch für eine Übergangszeit hin“, sagt er.
Als Interessenten für die weiteren Filialen werden Rewe und Aldi Nord gehandelt. Erst wenn die Entscheidung des Bundeskartellamts vorliege, „können wir verbindliche Auskünfte zu einzelnen Filialen erteilen“, teilte Migros-Sprecherin Annabel Ott auf Anfrage der Eppsteiner Zeitung mit. Deshalb gebe es noch keine Auskünfte über Standorte und zu detaillierten Zahlen.
Auch die zeitlichen Abläufe stünden noch nicht fest. „Alle beteiligten Parteien arbeiten jedoch intensiv daran, den Übergang nach kartellrechtlicher Freigabe so zügig wie möglich zu gestalten. Bis zur Übernahme bleiben die Läden unverändert geöffnet“, heißt es in der Mitteilung und auch, dass die Arbeitsplätze in den rund 300 Tegut-Märkten, wo der Großteil der Mitarbeitenden beschäftigt sei, erhalten werden sollen.
Informationen seitens der Käufer lagen bis Redaktionsschluss auch noch nicht vor. Bürgermeister Alexander Simon berichtete, dass er sofort nach Bekanntwerden der Übernahme durch Edeka bei deren Zentrale angefragt habe. Aber auch dort verweist man auf das laufende Verfahren beim Bundeskartellamt. bpa

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