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Gegen den Wind

Dieser schöne Blick auf die Nordseite der Burg bleibt auf jeden Fall. Gegen Pläne für eine Windkraft-Vorrangfläche, allerdings nicht Richtung Süden, sondern südwestlich von Eppstein, erheben zur Zeit die Stadt und zahlreiche Eppsteiner Einspruch beim Regionalverband. Foto: bpa

Das Thema Windkraft nimmt seit der Veröffentlichung des neuen Teilplans für Erneuerbare Energien des Regionalverbandes auch in Eppstein konkrete Gestalt an: Der Plan enthält die knapp 42 Hektar große Vorrangfläche 3003 am Judenkopf, die laut Regionalverband grundsätzlich für Windkraftanlagen geeignet wäre.

Sie liegt auf Hofheimer und Bremthaler Gemarkung. Eine weitere Eppsteiner Fläche in der Waldenklave „Mark“ mitten im Oberjosbacher Wald ist im Teilplan Südhessen erfasst.

Gegen die Vorrangfläche 3003 hat die Stadt beim Regionalverband eine Eingabe eingereicht. In zahlreichen Eppsteiner Geschäften liegen Unterschriftenlisten gegen diese Vorrangfläche aus. Auch in der Stadtverordnetenversammlung heute Abend steht der sogenannte Teilplan Erneuerbare Energien des Regionalverbandes auf der Tagesordnung.

Die Bremthaler Journalistin Diana Seiler hat sich angesichts der intensiven Diskussion gegen Windräder in Eppstein die Frage gestellt, wo Energie herkommt und welche Alternativen es zur Windkraft gibt. Die ausgebildete Mediatorin hat im Internet recherchiert und für die Eppsteiner Zeitung die wichtigsten Energiequellen beschrieben und fasst vor allem Argumente gegen diese Quellen zusammen.

Außerdem nennt sie zahlreiche Links und Internetseiten, auf denen sich unsere Leser weiter informieren können. Wir hoffen, mit diesem Beitrag eine umfassende Diskussion anzustoßen über den Energieverbrauch jedes und jeder einzelnen, aber auch darüber, womit in Zukunft – auch in Eppstein – der enorme Hunger nach Energie gestillt werden soll. Wir laden unsere Leser ein: Schreiben Sie uns Ihre Meinung, diskutieren Sie mit über Fakten und mögliche Auswirkungen.

„Zurzeit sieht es so aus, dass wir Erdenbürger und Erdenbürgerinnen 1000 Fass Öl pro Sekunde verbrauchen, also in einer halben Stunde einen Tanker voll. Öl ist weltweit immer noch der wichtigste Energieträger, gefolgt von Kohle und Erdgas. Erneuerbare Energien spielen noch keine Rolle im weltweiten Vergleich“, schreibt Diana Seiler in ihrem Fazit.

Gastbeitrag „Gegen den Wind“ von Diana Seiler im Internet

Diana Seiler arbeitet in der Hessenschau-Redaktion und macht Dokumentationen und Features für verschiedene Fernsehsender. In Eppstein hat sie sich als Vorsitzende des ehemaligen Fördervereins Bergpark Villa Anna für die Öffnung des Bergparks für Besucher eingesetzt und die Entwicklung des Parks dokumentiert.

In den vergangenen Wochen habe sie viel über die Pläne zu Windkrafträdern in Eppstein erfahren, aber keine Antwort auf die Frage erhalten, „woher unsere Energie kommen soll“, sagt die Journalistin. Deshalb habe sie selbst im Internet recherchiert und die Ergebnisse für die Stadtzeitung zusammengefasst, damit alle davon profitieren und als Hilfe für die Meinungsbildung nutzen können. „Ich bin keine Expertin in dem Thema“, sagt Seiler und lädt deshalb alle Eppsteinerinnen und Eppsteiner dazu ein, „ihr Wissen beizutragen“.

Auch wenn es in Deutschland eine Tendenz zu erneuerbarer Energie gebe, werde in Wirklichkeit überwiegend fossile Energie und Kernenergie genutzt, sagt Seiler und weist auf Daten des Umweltbundesamtes hin.

In ihrem Beitrag, den unsere Leser vollständig auf unserer Internetseite lesen, beleuchtet Diana Seiler Nachteile und Risiken unterschiedlicher Energiequellen – analog zu den bisherigen Informationen über Windenergieanlagen in Eppstein.

Seiler unterteilt dazu in drei Kategorien: Unter den erneuerbaren Energien zählt sie Windkraft, Sonneneinstrahlung, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme auf und findet für jede dieser als umweltfreundlich geltenden Energien auch massive Nachteile für Mensch und Natur. In einem Exkurs geht sie auf Fracking ein, ein umstrittenes Verfahren, bei dem mit Hilfe von Wasserkraft und Chemikalien Erdgas und Erdöl freigesetzt werden.

Unter der zweiten Kategorie beschreibt Diana Seiler die Nutzung fossiler Energiequellen wie Braun- und Steinkohle, Erdgas, Erdöl und Torf – mit vielen, zum Teil schrecklichen Folgen: Vertreibung von Menschen, Gesundheitsschäden, CO2-Emmissionen, Verschmutzung, Unfällen an Förderstellen – und zählt als dritte Möglichkeit die Kernenergie auf mit den seit Tschernobyl und Fukushima bekannten Risiken durch nukleare Brennstoffe.

Am Ende, so Seilers Fazit, muss sich jeder entscheiden, welche Energiequellen er bevorzugt – oder „Wenn ich nichts davon möchte, meinen Energieverbrauch komplett einstellen“.

Sie ist überzeugt: „Schon in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts werden wir Erdenbürgerinnen oder Erdenbürger ohne den Überfluss an Öl auskommen müssen. Und entweder wird der Ölpreis gigantisch steigen (wegen der geringer werdenden Menge) oder erneuerbare Energien werden uns versorgen.“

Lesen Sie den kompletten Gastbeitrag auf unserer Internetseite www.eppsteiner-zeitung.de. Schreiben Sie uns Ihre Meinung über die Energieversorgung der Zukunft – auch in Eppstein. Leserbriefe und Kommentare sind auch als nicht registrierter Gast möglich. bpa

Gegen den Wind

Gastbeitrag von Diana Seiler

Die Eppsteiner Zeitung hat am 11. Mai in ihrem Bericht „Widerstand gegen Windräder“ über die Aktivitäten einiger Eppsteiner Gruppen im Hinblick auf die Pläne zu Windkrafträdern auf unserem Stadtgebiet berichtet. Ich fand die vielen Argumente sehr aufschlussreich und bedenkenswert. Da ich mich jedoch gerne zu einem Thema umfassend informiere, hat mir von allen Interviewgebern eine Antwort auf die Frage gefehlt, woher unsere Energie kommen soll. Auch die Menschen, die mir in den letzten Wochen eine Unterschriftenliste gegen die Windkraftpläne vorgelegt haben, hatten keine Antwort auf diese Frage.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, dieser Frage selbst nachzugehen. Ich bin keine Expertin in dem Thema und möchte deshalb alle Eppsteinerinnen und Eppsteiner dazu einladen, ihr Wissen beizutragen. Der Redaktion der Eppsteiner Zeitung habe ich angeboten, meine Rechercheergebnisse für die Stadtzeitung zusammenzufassen, also sie zu „teilen“, damit alle davon profitieren können und sie als Hilfe für ihre Meinungsbildung nutzen können. So ist es zu diesem Gastbeitrag gekommen.

Woher soll die Energie kommen,die ich verbrauche?

Die großen Möglichkeiten oder Kategorien heißen 1. „Erneuerbare Energie“, 2. „Fossile Energie“ und 3. „Kernenergie“. In Deutschland gibt es eine Tendenz zu erneuerbarer Energie, und die Wirklichkeit in Deutschland heißt noch ganz überwiegend fossile Energie und Kernenergie. www.umweltbundesamt.de/daten/energiebereitstellung-verbrauch/energieverb...

Ich habe in der EZ nur über die Nachteile und Risiken von Windenergie gelesen, deshalb möchte ich mich auch nur auf die Nachteile und Risiken der verschiedenen Energiequellen beschränken. Ja, es sind eine Menge Informationen, aber die gute Nachricht: Ich werde nicht 160 Zeilen für jede Energiequelle nutzen, wie es im Artikel vom 11. Mai in Bezug auf die Windkraft geschehen ist.

1.1. Windenergie

Gegen Windräder spricht, dass sie für Großvogelarten und Fledermäuse gefährlich sind, dass sie das Landschaftsbild verschlechtern, dass sich Menschen vom Rotorengeräusch und von seinen Schwingungen gestört fühlen können und dass die Immobilienpreise eventuell sinken (dazu gibt es unterschiedliche Untersuchungsergebnisse). Schließlich setzen einige Hersteller von Windrädern (für geschätzt ein Sechstel der Windräder) ein wertvolles Metall ein, Neodym, eine sogenannte „seltene Erde“. Neodym wird fast ausschließlich in China abgebaut. Dabei gelangen giftige Abfallprodukte ins Grundwasser, es werden radioaktives Uran und Thorium freigesetzt.

https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/windkraft189.html

Die speziell auf Eppstein zugeschnittenen Argumente möchte ich an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen; man kann sie in der EZ vom 11. Mai 2017 nachlesen.

Wenn ich Windenergie zwar grundsätzlich gut finde, jedoch keine Windräder vor der eigenen Haustür haben möchte, setze ich mich eventuell für Windparks im Norden Deutschlands ein. Die Energie, die dort erzeugt wird, muss noch zum Verbrauch zu uns Richtung Süden gebracht werden. Dazu benötigt man Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen wie „Ultranet“ in Nordrein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg oder „Südlink“ in Thüringen und Hessen. Doch fast überall entlang der Trassen, auch in Eppstein, gibt es massive Proteste gegen die Trassenplanung. Niemand möchte die Stromtrasse bei sich in der Nähe haben, wie es mir scheint.

1.2. Sonneneinstrahlung

Überall gibt es Sonne. Doch sie scheint nicht immer, man kann sich nicht auf sie verlassen, und wenn wir hier in Deutschland am meisten Energie brauchen - im Winter - scheint sie am seltensten. Manche besitzen ein eigenes Dach in geeigneter Lage und haben sich deshalb für Solarenergie entschieden. Ich besitze das leider nicht und kann deshalb den Strom nur aus großen Solaranlagen beziehen. Sie brauchen relativ viel Fläche und konkurrieren deshalb mit der Landwirtschaft.

1.3. Wasserkraft

Ein Wasserkraftwerk nutzt die Strömung des Wassers; man staut das Wasser und hinter einer zweiten Mauer lässt man es wieder ab. Damit verändert man das ökologische Gleichgewicht, das der Fluss vorher hatte. Ein Wasserkraftwerk wirkt sich negativ auf Fische und Kleinlebewesen aus. Der Grundwasserspiegel am Unterlauf kann absinken. Es kann zu Erosion und zu Sedimentation kommen. Große Talsperren haben sogar einen negativen Einfluss auf das Klima. Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Damm brechen könnte. Stauseen lassen Gase entstehen, die die Erderwärmung anheizen. Wohl nicht in Deutschland, aber in anderen Ländern werden vor dem Bau von Wasserkraftwerken Menschen einfach von ihrem Land vertrieben und die biologische Vielfalt wird zerstört.

Ich selber habe darüber mal einen Film in Chile gemacht, wo unter anderem eine Deutsche enteignet und vertrieben werden sollte, zu sehen unter https://www.youtube.com/watch?v=IRqYsc45Mxk. Und auch dort gibt es den Konflikt über die Stromtrassen. Einige chilenische Interviewpartner haben mir gesagt, die Trassen würden wie Narben das Land durchziehen.

1.4. Biomasse

Darunter verstehen die Experten zum Beispiel Holzpellets, Hackschnitze, Stroh, Getreide, Altholz, pflanzliches Treibgut, Biodiesel und Biogas. Das Wort „Bio“ deutet schon an, dass es sich hier um natürliche Stoffe handelt, und daraus ergibt sich auch ein ethischer Kritikpunkt. Der Slogan „Keine Lebensmittel in den Tank“ bringt den Gedanken auf den Punkt, denn was man verbrennt, kann man nicht mehr essen.

Unter folgenden Links kann man sich informieren: https://www.regenwald.org/pressemitteilungen/3282/keine-nahrungsmittel-u... und https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/biosprit/lebensmittel-ge... )

Ebenso kritisch wird Palmöl gesehen, denn dafür wird massiv Regenwald abgeholzt, was zur Erderwärmung beiträgt, denn die Niederschläge verringern sich und die gefährlichen Treibhausgase bilden sich.

Die Treibhausgasemissionen erhöhen sich auch durch die Düngemittel, die für das „Kraftstoff-Getreide“ verwendet werden. Nitrat gerät ins Grundwasser, Oberflächengewässer können umkippen. Eingesetzte Pestizide führen zu Gesundheitsschäden. Trinkwasser steht in Konkurrenz zum Gießwasser.

Seit mehr als zehn Jahren gibt es den Trend, sich zu Hause einen Kamin einbauen zu lassen. Wenn man Holz verbrennt, ist das u.U. giftiger, als wenn Öl oder Gas verbrannt wird. Feinstaub wird freigesetzt und Feinstaub ist immer schädlich. Außerdem hat die Holzverbrennung hohe Emissionen an unverbrannten Bestandteilen, so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, die zum Teil krebserregend sind.

1.5. Erdwärme

Wärme aus der Erde steht in Deutschland noch in den Anfängen. In unserer Nähe kommt dafür der Oberrheingraben infrage. Die Geothermie ist recht umstritten. Mit entsprechenden Bohrungen und Anlagen kann man Erdbeben auslösen; es gibt Umweltgefahren durch Lagestättenwasser; das Grundwasser kann versehentlich angebohrt werden. Das alles führt dazu, dass Erdwärmenutzung unwirtschaftlich sein kann. Außerdem braucht auch sie eine ziemlich große Fläche.

Exkurs Fracking

Fracking ist eine Methode, um mit Hilfe von Chemikalien an Gase und Flüssigkeiten im tiefen Untergrund zu gelangen. Sie wird hauptsächlich zur Gewinnung von Erdgas und Erdöl genutzt. Zu den Risiken des Frackings gehört, dass diese Chemikalien toxisch sind, manche krebserregend und dass sie den Boden verunreinigen. Weitere Nachteile: Treibhausgas-Immission, Erdbeben und gesundheitliche Risiken.

2. Fossile Energiequellen

Woher soll die Energie kommen, die ich verbrauche? Nachdem ich mir die Nachteile der regenerativen Energiequellen angesehen habe, möchte ich einen Blick werfen auf die Energiequelle, auf die wir bis heute in Deutschland am meisten zurückgreifen, die fossile Energie. Bei ihrer Verbrennung wird immer CO2 freigesetzt; deshalb ist fossile Energie in hohem Maße umweltbelastend. Stichwörter sind erneut Treibhausgasemissionen und globale Erwärmung. Die ist ja auch eine der Hauptursachen dafür, dass Menschen ihr Land verlassen und zu Flüchtlingen werden. Dieser Nachteil gilt für alle folgenden Energiequellen.

2.1. Braunkohle

Mit ihr Strom zu erzeugen ist die kohlenstoffintensivste Art der Stromerzeugung. Braunkohle hat hohe Schwefelanteile, und auch das schädigt die Umwelt. Außerdem verbraucht der Tagebau große Areale an Landschaft: Dörfer, Straßen, Höfe müssen weichen. Um Braunkohle abzubauen muss der Grundwasserspiegel gesenkt werden. Deutschland ist Weltmeister bei der Braunkohleförderung. Im rheinischen Kohlerevier, im Lausitzer Kohlerevier und im Kohlerevier in der Umgebung von Leipzig werden Dörfer abgebaggert, Wälder gerodet und Menschen aus ihren Häusern vertrieben.

Tote? Ja. Greenpeace schätzt, dass allein in Deutschland 3000 Menschen durch Feinstaub sterben – pro Jahr. Diese Zahl wird von anderen Seiten angezweifelt.

2.2. Steinkohle

Sie in Deutschland abzubauen ist teuer; in anderen Ländern liegt die Steinkohle teilweise an der Oberfläche und/ oder die Löhne sind niedriger. Seit Ende der 1960er Jahre subventionierten die deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die Steinkohlefirmen im Ruhrgebiet. Der Professor für Energieökonomik am 

RWI in Essen schätzt die Summe dieser Subventionen auf rund 200 Milliarden Euro. Dazu müsste man noch die unbekannten Kosten für den Klimawandel und für die Gesundheitsschäden rechnen. Hier eine Schätzung dazu vom Umweltbundesamt: https://www.boell.de/de/feed/9645/rss.xml

Im Dezember 2018 wird die letzte Zeche im Ruhrgebiet schließen.

200 Milliarden – und nun nichts mehr? Nein! Nun folgen die sogenannten Ewigkeitskosten des Steinkohlebergbaus. Dazu gehören die Grubenwasserhaltung, die Poldermaßnahmen und die Grundwasserreinigung. Es ist gut möglich, dass wir SteuerzahlerInnen das noch ewig zahlen werden.

Doch können wir uns entspannt zurücklehnen, wenn die Kohle nun aus den USA, aus China oder Australien importiert wird? Oder aus Kolumbien, von wo etwa ein Drittel der deutschen Kohleimporte, die zur Stromerzeugung genutzt werden, kommt. In der Provinz Cesar betreiben eine Tochter des US-Unternehmens Drummond und eine Filiale des Schweizer Energiemultis Glencore den Steinkohleabbau. Die Minenkonzerne sollen Paramilitärs beauftragt haben, Menschen zu vertreiben, zu misshandeln oder gar zu töten. 

Die niederländische Menschenrechtsorganisation Pax (früher Pax Christi) berichtet von 2500 gezielten Ermordungen und 60 000 Vertriebenen. Es gibt Kolumbianer, die den Deutschen deshalb eine Doppelmoral vorwerfen: „Euer Luxus kostet Leben in Kolumbien.“ Dazu der Hinweis auf eine Sendung vom Deutschlandfunk: http://www.deutschlandfunk.de/kolumbiens-kohle-deutschlands-doppelmoral.1247.de.html?dram:article_id=320192

Tote? Ja. Für den Kohleabbau insgesamt habe ich verschiedene Angaben ausgemacht: 200 000 Tote weltweit pro Jahr, 250 000 Tote pro Jahr allein in China, 18 200 Tote pro Jahr EU-weit. Die Verbrennung von Kohle ist weltweit die größte Quelle von CO2-Emissionen.

2.3. Erdgas

Zu dieser Energiequelle habe ich nicht viele Informationen bzgl. Risiken gefunden. Der weltweit größte Erdgasproduzent mit Sitz in Deutschland ist die BASF-Tochter Wintershall. Den größten Teil des bezogenen Erdgases erwirbt E.ON Ruhrgas vom russischen Unternehmen Gazprom sowie von der niederländischen Gasunie und von norwegischen Produzenten. Das heißt, eine mögliche Abhängigkeit von Gas hat auch politische Aspekte. Darüber hinaus kann es zu Gasexplosionen und zu Lecks in Speichern und Leitungen kommen. Wenn das Erdgas durch Fracking gewonnen wird, werden hohe Mengen Treibhausgase (Methan) freigesetzt.

2.4. Erdöl

Auch beim Erdöl wissen wir seit den 70er Jahren, dass die Förderländer eine große Macht haben (Stichwort Ölkrise). 2014 bezog Deutschland knapp 34% seiner Rohölimporte aus Russland, 17% aus Norwegen und rund 11% aus Großbritannien (www.bafa.de). Von diesen drei Ländern sind wir also am stärksten abhängig derzeit und damit erpressbar.

Außer diesem geostrategischen Aspekt hat Erdöl viele andere Nachteile. Auslaufendes Öl und Abwässer der Raffinerien schädigen massiv die Umwelt. Um einen Einblick in die Schäden zu bekommen, die ein Ölkonzern im täglichen Betrieb verursacht, finde ich die Liste von Royal Dutch/ Shell über ihre eigenen Umweltsünden sehr hilfreich: http://reports.shell.com/sustainability-report/2013/our-performance/envi...

Das kann man vervielfältigen um die Schäden durch ExxonMobile, Chevron, Total und BP.

Der Konzern Shell legt auch offen, wie viel Öl durch seine bloße Produktionstätigkeit und durch Sabotage austritt. 2014 waren das 3400 Tonnen, die ins Erdreich oder ins Meer gelaufen sind. Das entspricht allein bei Shell einem größeren Ölunfall pro Tag, dazu kommen noch Müll und Sondermüll.

Diesen Aspekt kenne ich aus eigener Anschauung. Im Januar 1990 hat mich ein Vertreter von Texaco in Ecuador eingeladen, ihre Erdölgewinnung im Amazonasgebiet anzusehen. Noch heute habe ich die riesigen schwarzen Pfützen im Urwald in Erinnerung. Mittlerweile ist auch amtlich, dass Texaco dort ein Umweltdesaster angerichtet hat. 28 Jahre - bis 1992 - beutete Texaco die ecuadorianischen Quellen aus, 2001 übernahm Chevron Texaco. Der Oberste Gerichtshof Ecuadors verurteilte Chevron 2015 zu 9,5 Milliarden Dollar Strafe – die höchste weltweit je verhängte Strafe wegen Umweltverschmutzung. Noch immer wehrt sich Chevron dagegen. https://en.wikipedia.org/wiki/Lago_Agrio_oil_field

Nicht nur bei der Förderung, auch beim Transport und bei der küstennahen Verarbeitung des Erdöls entstehen Schäden für die Umwelt - ganz zu schweigen von den Unfällen auf Bohrinseln und den Tankerunfällen.

Jeder ausgetretene einzelne Tropfen Öl schädigt bereits das Ökosystem, weil Öl hochgiftig ist. Im Meerwasser lösen sich die Kohlenwasserstoffe auf und bilden danach eine Emulsion, die fast alle Lebewesen umbringt. Zwischen 20 und 30 Prozent des Erdöl-Rückstands bleiben als Teerklumpen im Meer zurück. Was heißt das in dem Moment und Jahrzehnte später? Ein Beispiel: 25 Jahre nach dem Unfall der Exxon Valdez erschienen Untersuchungen über die Schäden, die zum Teil heute noch akut sind: http://www.globalmagazin.com/themen/natur/die-natur-vergisst-nicht-exxon-valdez-und-die-folgen/

Wenn ein Unglück nicht auf dem Meer, sondern auf dem Festland geschieht (Tanker oder Pipelines), dann gelangt Öl ins Grundwasser und richtet dort den Schaden an. Die Anzahl der Pipelineunfälle hat seit Beginn dieses Jahrhunderts zugenommen.

Vielen wird noch der Brand auf der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko in Erinnerung sein. Es war die schwerste Umweltkatastrophe ihrer Art in der Geschichte. Geschätzte ausgetretene Ölmenge: zwischen 500 000 Tonnen und einer Million Tonnen Öl.

Über große Ölunfälle informieren uns die Medien, über die tägliche maritime Ölverschmutzung nicht; sie liegt jedes Jahr zehnmal so hoch wie die Verschmutzung durch Ölunfälle.

Alles weit weg? Mitnichten. Auch in der Nordsee werden kräftig Öl und Gas gefördert – in 1585 technischen Offshore-Anlagen. Mehrmals stand die Nordsee zwischen 2010 und 2014 kurz vor der Katastrophe, denn es gab schwere Zwischenfälle, die noch schlimmer hätten ausgehen können. Doch auch alltäglich verschmutzen die Länder die Nordsee mit Öl und Chemikalien, siehe Tabelle 5B unter https://www.ospar.org/documents?v=33826

Die Offshore Öl- und Gasindustrie entlässt enorme Mengen von Kohlendioxid und Luftschadstoffen in die Umwelt. 

Schließlich noch ein Aspekt, über den man seit der versuchten Versenkung des schwimmenden Öltanks Brent Spar so gut wie nie liest. Mittlerweile sind die technischen Einrichtungen in der mittleren und südlichen Nordsee in die Jahre gekommen; die Störfälle häufen sich. Denn Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten werden so weit wie möglich herausgeschoben, weil die Öl- und Gasvorkommen zur Neige gehen. Warum noch investieren? Und bei Unfällen sind die Strafen gering. Bei illegalen Einleitungen kommt es fast nie zu einer Verurteilung. Von den 4123 Verschmutzungen der Nordsee durch Öl seit dem Jahr 2000 wurden ganze sieben mit Geldstrafen geahndet (laut dem britischen Energieministerium). Keine der sieben Strafen lag über 24 000 Euro.

Tote durch Erdöl? Ja. Ich konnte jedoch keine Statistik auftreiben. Ein Gefühl für das Ausmaß könnte man bekommen, wenn man sich die (unvollständige) „Liste der bedeutenden Ölunfälle“ bei Wikipedia ansieht: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_%C3%96lunf%C3%A4lle

Die Verbrennung von Öl ist weltweit die zweitgrößte Quelle von CO2-Emissionen.

Exkurs Kohle, Öl und Gas

Wenn wir Kohle, Öl und Gas verbrennen, erzeugen wir wetterbedingte Katastrophen wie Dürren, Stürme und Überflutungen. Diese vertreiben pro Jahr über 20 Millionen Menschen von dort, wo sie wohnen und gerne bleiben würden. 20 Millionen Flüchtlinge - das sind mehr als doppelt so viele Menschen wie vor Krieg und Gewalt fliehen. Klimaschutz würde also auch Schutz vor Vertreibung bedeuten. https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20170524-greenpeace-studie-klimawandel-migration-deutsch.pdf

Und ein kurioser Effekt: Wenn wir Kohle, Öl und Gas verbrennen, sorgen wir dafür, dass das weltweite Klima sich aufheizt. Dadurch schmilzt zum Beispiel das Eis in der Arktis. Bisher unerreichbare Öl- und Gasreserven werden nun zugänglich. Wenn wir sie abbauen, heizen wir wiederum das Klima an.

2.5. Torf

Energiegewinnung durch Torf ist wirtschaftlich relativ unbedeutend, aber dennoch schädlich. Moore können sich von der Entwässerung meist nicht mehr erholen. Durch Torfabbau werden die Moore zerstört, und das heißt: wichtige Kohlenstoffspeicher gehen verloren, Kohlendioxid wird massiv freigesetzt sowie seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum.

3. Kernenergie

Nach Tschernobyl und Fukushima kennen wir die Risiken der nuklearen Brennstoffe recht gut: Es kann Radioaktivität austreten, die Umwelt kann durch Kühlwasser geschädigt werden. Außerdem: Aufbereitung, Transport und Endlagerung der Brennstäbe verursachen sehr hohe Kosten. Schließlich: Niemand will ein Endlager bei sich um die Ecke haben.

Tote? Ja. Beispiel Tschernobyl: „4000“ sagen offizielle Stellen. Wissenschaftler aus Russland, Weißrussland und der Ukraine stellen fest: Vor dem GAU 1986 seien 80% der Kinder gesund zur Welt gekommen, nach dem GAU nur noch 20%. Die atomkritische „Gesellschaft für Strahlenschutz“ sagt, bis heute seien an den Folgen des Tschernobyl-GAUs 1,4 Millionen Menschen gestorben und bis heute seien überhaupt nur zehn Prozent der genetischen Schäden sichtbar.

4. Jeder muss Entscheidung treffen

Für irgendetwas davon muss ich mich entscheiden. Wenn ich nichts davon möchte, muss ich meinen Energieverbrauch ab heute komplett einstellen.

Jede und jeder von uns muss diese Entscheidung treffen. Unterschiedlich sind nur unsere Motive: ob es christliche Nächstenliebe ist, ob es die Verantwortung ist, unseren Enkelkindern noch etwas übrig zu lassen oder ob es eine Gewissensentscheidung ist.

Die Zukunft

Zurzeit sieht es so aus, dass wir Erdenbürger und Erdenbürgerinnen 1000 Fass Öl pro Sekunde verbrauchen, also in einer halben Stunde einen Tanker voll. Öl ist weltweit immer noch der wichtigste Energieträger, gefolgt von Kohle und Erdgas. Erneuerbare Energien spielen noch keine Rolle im weltweiten Vergleich. Schon in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts werden wir Erdenbürgerinnen und Erdenbürger ohne den Überfluss an Öl auskommen müssen. Und entweder wird der Ölpreis gigantisch steigen (geringe Menge vorhanden) oder erneuerbare Energien werden uns versorgen.

 

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Kommentare

Gegen den Wind

Frau Dr. Seiler hat mit Ihrer Kommentierung der verschiedenen Energieträger erhebliche Tatsachen übersehen. Leider wird in der Presse der Wechsel zur erneuerbaren Energie immer positiv dargestellt und jede kritische Meinung niedergeknüppelt. Zur Windenergie möchte ich zunächst auf die vielen YouTube Beiträge hinweisen in denen ausführlich auf die Probleme hingewiesen wird.

1.Aktuelle Positionen
http://www.gegenwind-vogelsberg.de/

2.Vortrag 16.12.1013, Hans-Werner Sinn: Energiewende ins Nichts
https://www.youtube.com/watch?v=FpxUjxLhgsY

3.Woran die Windkraft scheitern wird vom 24.11.2014
https://www.youtube.com/watch?v=VPTVbrxWftY&t=10s

Einige Argumente gegen den Windpark in Eppstein:
1. Eine intakte Waldlandschaft wird verunstaltet
2. Erholungslandschaft für die umliegenden Großstädte wird geopfert
3. Missachtung von Denkmalschutz und Naturschutz
4. Wirtschaftlichkeitsnachweis fehlt, im Vergleich zur Küste weht hier der Wind mit ca. 1/2 Windstärke was ein 1/8 des Stromes bedeutet
5. Viele ungelöste Probleme: wie Infraschall durch Windkraft, Vergleichmäßigen der Windkraftschwankungen, Speichern der überschüssigen Energie, Netzverteilung

Es ist unsinnig Windkraftanlagen im Binnenland zu bauen, solange so viele Probleme ungelöst sind und nur durch die EEG-Umlage der Bau von Windrädern gepuscht wird.

Gegen den Wind

In der Ausarbeitung von Frau Dr. Seiler bleibt leider der Istzustand Eppsteins bzw. weiter Teile des Rhein-Main-Gebiets unberücksichtigt. Schauen wir zunächst auf Eppstein. Es gibt bereits Hochspannungstrassen im Stadtgebiet, die z.B. den „Roth“ durchqueren. Es gibt weiterhin stadtnah eine stark frequentierte Autobahn, einen ICE-Trasse, eine Bahnlinie, Bundesstraße und last not least auch eine Flugroute – kurzum an Belastungen mangelt es nicht. Diese Situation trifft auf nicht wenige Kommunen in Rhein-Main zu. Die Region hat deshalb für mich eine besondere Schutzwürdigkeit und ich sehe keine Notwendigkeit in den wertvollen Naherholungsgebieten Waldflächen zu opfern, weder in Eppstein noch auf dem westlichen Taunuskamm. Rhein-Main trägt bereits eine große Last, da dürfen andere Regionen durchaus auch einmal die Windkrafterzeugung übernehmen.

Gegen den Wind

Frau Dr. Seiler liegt mit ihrer Meinung über geringer werdende Ölmengen falsch ! Seit Jahren zeigen die Angaben über Ölreserven immer nur in eine Richtung: nämlich nach oben ! Dabei sind Vorkommen unter permanenten Frostgebieten noch gar nicht berücksichtigt. Auch ist nachgewiesen, daß sich Bohrlöcher nach Jahren wieder füllen. Man vermutet, daß Erdöl im Erdinnern permanent produziert wird. Und schließlich wird der Ölpreis von Spekulanten und der Psychologie gebildet ! Fazit: Öl fließt weiterhin im Überfluss ! S.Bachert, Eppstein

Bitte benennen Sie die Quelle.

Sehr geehrter Herr Bachert,

bitte benennen Sie die Quelle der von Ihnen angeführten Behauptung über die sich wieder füllenden Bohrlöcher.

Ein Link auf entsprechenden Referenzen und den Dokumentationen die den Nachweis führen, reicht vollkommen.

Vielen Dank.
Steffen Dittmar

Gegen den Wind

In ihrem Beitrag listet Frau Dr. Seiler die Vor- und Nachteile der verschiedenen Arten der Energieerzeugung auf. Das ist ein löbliches Unterfangen. Es lenkt aber von der eigentlichen Problematik für oder gegen die Errichtung von Stromerzeugungsanlagen in Form von Windrädern im Umland von Eppstein ab. Die Konsequenz aus der Errichtung von Windrädern ist doch, dass in erheblichem Umfange Wald gerodet, Boden betoniert und damit ein intaktes Waldgebiet und Naherholungsgebiet zerstört wird. Um es auf den Punkt zu bringen: Lokal die Umwelt zerstören, um global das Klima zu retten.
Offengestanden verwirrt mich zunehmend auch der Rollentausch der Grünen, die sich in der Vergangenheit für die Erhaltung einer intakten Umwelt mit Vehemenz eingesetzt haben und dafür auch von mir gewählt worden sind. Plötzlich stehen sie auf der anderen Seite nach dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel. Auch vermisse ich den Protest der Naturschützer.

Außerdem möchte ich auf einen wesentlichen Aspekt aufmerksam machen, der gegen die Errichtung von Windkrafträdern in der Nähe von Wohngebieten spricht und bisher noch nicht ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist: Macht Infraschall von Windkraftanlagen krank? Dänemark, ein Vorreiter des Ausbaus von Windenergie, hat vorerst den Bau von Windrädern an Land gestoppt, bis die staatliche Untersuchung über Gesundheitsprobleme durch Infraschall abgeschlossen ist, da es massive Anzeichen gibt, dass Infraschall Tiere verrückt und Menschen krank machen kann.

Es spricht also alles dafür, sich gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im Umfeld Eppsteins zu wehren. Deswegen bitte ich die Eppsteiner Bürger sich mit ihrer Unterschrift gegen die Zerstörung unserer Umweld durch die Errichtung von Windkraftanlagen zu engagieren. Wenn sie erstmal hier stehen, ist es zu spät.! Die Frist läuft nur noch bis zum 14.7.17. Sie können sich das Widerspruchsformular von der Seite der Stadt Eppstein www.eppstein.de runterladen.
Peter Leu
Waldallee 7.53
65817 Eppstein

Rollentausch der Eppsteiner Grünen? Mitnichten!

Auch die Energiewende ist ein zentrales Grünes Thema. Dass Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien mit Umwelt- und Naturschutz in Einklang gebracht werden müssen und dazu vor JEDER Errichtung einer Windkraftanlage Gutachten und Untersuchungen zum Natur- und Artenschutz nötig sind, dass ein Einzelfallgutachten aufgrund der Nähe zum Flughafen in Erbenheim vorgelegt werden muss und die regionalen Experten und Naturschutzverbände in dem Entscheidungsprozess gehört werden, ist auch unser Ziel.
Aber es geht im gegenwärtigen Teilabschnitt der Energiewende in Hessen um die Definition von 2% Vorranggebiete gegenüber 98% windkraftfreie Gebiete in Hessen. Es geht auch darum, dass ganz ohne Vorranggebiete überall außerhalb geschlossener Ortschaften Windkraftanlagen grundsätzlich möglich sind. Ein Argument, dass bei aller Kritik und allen Befürchtungen gegenüber dem Vorranggebiet „Judenkopf“ sicherlich auch mit zu berücksichtigen ist.
Mein Ziel deckt sich mit dem der hessischen Landesregierung bis 2050 den Energiebedarf Hessens aus nahezu 100 % erneuerbaren Energiequellen abzudecken. Dazu sind Anstrengungen in allen Teilen Hessens notwendig und es gilt abzuwägen wo und wieviel Windkraft, Sonnenenergie und andere erneuerbare Energiequellen errichtet werden. Gelingt es können laut Umweltbericht des hessischen Regionalverbandes ( https://www.region-frankfurt.de/Windkraft ) rund 200.00 T CO² eingespart werden. Für diese Ziel bin ich bereit Kompromisse einzugehen.
Auch sind für mich regionale Lösungen ein notwendiger Bestandteil der Energiewende in Hessen, wenn wir den weiteren Ausbau überregionaler Stromtrassen reduzieren wollen. Ebenso wie die Anstrengungen der Stadt und der Eppsteiner Bevölkerung den eigenen Energiebedarf zu reduzieren und - wo immer möglich - umzusteigen auf den Bezug von 100 % Ökostrom. Eppstein hat ein Solarkataster das bei der Prüfung der eigenen Dachfläche hilft. Es gibt sicherlich noch viele Dächer, die sich für eine Solaranlage eignen.
All dies zusammen sind grüne Ziele – die es abzuwägen gilt. Ein Sichtargument hat für mich nur nachrangige Bedeutung. Ja – Windräder sehen nicht schön aus, aber dies allein ist für mich kein Grund dieses Gebiet komplett abzulehnen. Deshalb werde ich mich an der gegenwärtigen Unterschriftenkampagne in Eppstein nicht beteiligen.
Gabriele Sutor
Mendelssohnstr. 10
65817 Eppstein

Gegen den Wind

Gegen den Wind Erklärtes Ziel in Deutschland ist es, kurzfristig hin zur Elektromobilität und mittelfristig weg vom Heizen mit Öl und Gas zu kommen. Ich persönlich sehe diese Schritte als richtig und notwendig an, gerade in solch dicht besiedelten Ballungsräumen wie hier bei uns. Man möge sich zum Beispiel überspitzt vorstellen, wir könnten den Straßenverkehrslärm auf die Abrollgeräusche der Reifen reduzieren, es wäre eine durchgreifende Entlastung für alle. Das Ganze benötigt Strom und zwar regenerativ hergestellten Strom. Es macht keine Sinn, den Strom irgendwo mit Gas oder Öl im Kraftwerk verlustbehaftet zu produzieren, diesen dann über Energieleitungen verlustbehaftet hier her zu transportieren und hier dann verlustbehaftet zu verbrauchen. Da schüttet man den Treibstoff besser gleich in den Tank.

Man kann nun sagen, wir wollen hier bei uns in der reichen Gegend möglichst viel regenativ erzeugte Energie, produziert möglichst irgendwo wo wir es nicht oder nur im vorbeifahren sehen, hertransportiert möglichst ohne Kabel, weil diese uns optisch nicht zusagen. Wir können auch sagen wir produzieren auch hier mit unseren Möglichkeit regenativ erzeugte Energie. Leider verwöhnt uns die Sonne nur bedingt. Wir haben auch keine Wasserfälle, welche man durch Turbinen umleiten könnte. Wobei ich auch da nicht wissen möchte, wie groß die Kritik wäre, wenn man sich Gedanken über einen geregelten Wasserfall in Eppstein machen würde (was zum Beispiel in der Schweiz und Norwegen Standard ist). Eine gute Möglichkeit der regenrativen Energieerzeugung ist die Windkraft. Wenn nun das Thema Infraschall ein Thema ist, dann lautet die Aufgabe an unsere deutschen, kreativen Ingenieure eher, überlegt euch was mit dem Infraschall – und das möglichst schnell. Desweiteren muss man klar feststellen, dass sich kreative Ingenieure normalerweise nicht gegen gute Ideen stemmen. Wenn also die Kritiker der Windkraft bessere Ideen und Lösungen zur Produktion von regenerativer Energie haben, sollten sie mit diesen nicht hinter dem Berg halten, sondern der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Zu dem Thema Optik und Blickachsen muss ich sagen, Blickachsen können sich ändern, über Optik lässt sich streiten....

Ralf Welsch

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