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Die Helden der jungen Künstler

Eltern, Geschwister und die jungen Künstler selbst kamen am Samstag zur Ausstellungseröffnung in den Bürgersaal.Foto: Beate Palmert-Adorff

Das Thema „Moderne Helden“ inspirierte junge Künstler in Eppstein zu ungewöhnlichen Werken.

40 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zeigten am vergangenen Wochenende rund 170 Bilder, die sie in Workshops oder wöchentlichen Malkursen bei Künstlerin Stella Costa oder im Kunstunterricht geschaffen haben. Unter den Motiven waren Helden aus Büchern, Filmen und Spielen: Pipi Langstrumpf, Lars der kleine Eisbär, Harry Potter oder Tom Gates, aber auch Tiere, die für den Überlebenswillen in einer Umwelt stehen, die immer mehr vom Menschen beherrscht wird.

So schwärmte ein ganzer Bienenschwarm über das Bild der Klasse 2a der Burg-Schule oder blickte die von Monika Weiser gemalte Robbe den Betrachter mit schwarzen Knopfaugen an.

Kunst macht den Kopf frei und die Welt ein wenig bunter

Zum ersten Mal beteiligten sich auch die Vorschulkinder des Montessorihauses an der Ausstellung. Ein Mädchen malte eine „Superheldin, die fliegen und springen kann“ ein anderes Kind sah in Erwachsenen „Helden, die alles können“. Die achtjährige Grundschülerin Emilie nahm sich die europaweite Schüleraktion „Fridays for Future“ zum Vorbild, und griff deren Appelle für eine bessere Welt auf.

Die elfjährige Jana Löwe machte einen Luchs, der vermutlich gerade auf Nahrungssuche ist, und einen Esel zu ihren Helden, Jonathan Braun malte einen Hamster: „Er ist für mich ein gutes Beispiel für einen Antihelden: Er schafft sich einen Vorrat an und verkriecht sich in seinem Bau“, sagte der Elfjährige, der seit gut zwei Jahren an den Malkursen des Vereins Junge Künstler teilnimmt und für den die Malerei, vor allem abstrakter Bilder, „auch eine Art Meditation“ ist.

Die 15-jährige Antonia Fiege präsentierte unter einer Bleistiftzeichnung von Michelangelos David ein Skizzenbuch mit Portraits, Naturstudien und Stillleben. Ein Strauß Tulpen scheint sich dem Betrachter fast aus den Seiten des Buchs entgegenzurecken.

Mit sicherer Hand zeichnete die 16-jährige Nicole Wagner zarte Portraits mit Buntstift, Bleistift oder Kugelschreiber und wählte zarte Aquarellfarben oder Collagen aus losen Buchseiten für den Hintergrund.

Auch einige langjährige Schüler von Stella Costa zeigten ihre jüngsten Werke: Felix Fischer, Sarah Homer und Alina Gottbrecht haben als Kinder die Kurse der Jungen Künstler besucht und studieren heute Design. Die 25-jährige Monika Weiser, Malschülerin seit Vereinsgründung und älteste Teilnehmerin der Ausstellung, stellte abstrakte Gemälde und naturgetreue Tierbilder aus. Alina Gottbrecht bringt mit ihren intensiven Farben blaugrüne Wasserwesen und dämonische Gesichter mit rotglühenden Feuerhaaren zum Leuchten, Sarah Homers Zirkustiger mit einem kleinen Zylinder auf dem Kopf scheint der Inbegriff eines traurigen Helden zu sein.

Ellen Dempster (19) hat bereits einen Studienplatz an der Kunsthochschule. Ihre Motive für die Ausstellung suchte sie in Modezeitschriften und veränderte mit Nähten aus rotem schwarzem oder weißem Faden Lippen und Haare der Models, nähte Tatoos und Zeichen auf Haut und Kleidung.

„Leider haben viele Kinder aus Workshops und Kursen ihre Bilder nicht zur Ausstellung gebracht“, sagte Stella Costa bei der Vernissage am Samstag. Sie bedauert, dass die Kinder deshalb die Wertschätzung und Anerkennung ihrer künstlerischen Arbeit in einer öffentlichen Ausstellung nicht erfahren.

Selbst die Jüngsten arbeiten mit Energie und Ausdauer an ihren Bildern. Mit Farbe und verschiedenen Maltechniken entstehen einzigartige Werke: Defue Kalafatas (9) verband mit wenigen Pinselstrichen zwei rote Händeabdrucke und einen roten Fußabdruck zu einem krebsartigen oder froschähnlichen Wesen.

Der zehnjährige Cosmas Helwig stellte die Helden seines Lieblingscomputerspiels Fortnite dar, der gleichaltrige Martin Stephan zeichnete vielschichtige Phantasiewelten mit dem Bleistift: Ein Schiff, vielleicht auch eine Stadt, das sich in ein Monsterwesen verwandelt, die futuristische Silhouette einer Stadt, die von einem Helden mit gezücktem Schwert befreit – oder erobert wird.

Die Vorsitzende des Vereins Junge Künstler, Dagmar Hirtz-Weiser, fasste die Ziele des Vereins in wenigen Worten zusammen: „Die Beschäftigung mit Kunst bereichert das Leben unglaublich. Der Phantasie freien Lauf lassen zu dürfen macht den Kopf frei“ – und die Welt ein wenig bunter, wie die vielen farbenfrohen Werke bewiesen. Sie freute sich, dass nach zwei gut besuchten Ausstellungstagen acht Schulklassen mit ihren Lehrern noch den Montag nutzten, um die Bilder zu betrachten.bpa

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