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Happy End für Max und Moritz und die Burgfestspiele

Bei der letzten Vorstellung der Burgfestspiele 2018 kamen die kleinen Zuschauer ab fünf Jahren auf ihre Kosten. Max und Moritz trieben am Sonntagnachmittag auf der Burgbühne ihr Unwesen und begeisterten nicht nur die Mädchen und Jungen in den ersten Reihen.

In farbenfrohen Kostümen nahm das fünfköpfige Ensemble der Kleinen Oper Bad Homburg das junge Publikum mit in die Welt des Kinderbuchklassikers von Wilhelm Busch. Wie im berühmten Bilderbuch zeigten die beiden Lausbuben ihre sieben Streiche vor liebevoll gestalteten und detailreichen Bühnenbildern, sei es in Form einer riesigen Teekanne, die sich zu Witwe Boltes Haus aufschieben ließ, eines grünen Hemdes von Schneider Böck oder der Zuckerbäckerei.

„Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss. Nicht allein das A-B-C bringt den Menschen in die Höh’”, erklärte Lehrer Lämpel (Markus Neumeyer). „Wie lautet der Beschluss?”, fragte er Max (Heidrun Höflinger) und Moritz (Jana Degebrodt). „Dass der Mensch nix lernen muss”, antwortete Moritz frech. „Falsch”, sagte Lämpel „was er lernen muss” und setzte sich auf einen Stuhl, auf den Max und Moritz ein Furzkissen gelegt hatten. Als das laute bekannte Geräusch ertönte, amüsierten sich die Kinder köstlich.

Ohne es zu merken lernten auch sie dazu und wurden an klassische Musik herangeführt. Denn jede Szene war mit Musik von Mozart bis Bizet umgesetzt. Weltbekannte Melodien wie zum Beispiel aus der Oper Carmen waren zu hören, aber auch Popmusik mischte sich darunter. „Auf die Musik haben wir einen Text, die original sieben Streiche, gelegt”, erklärte Markus Neumeyer, der das Familienmusical am Klavier, als Erzähler und Lehrer Lämpel begleitete. Parodieverfahren heiße diese Methode, bei der nicht nur Musikstücke für andere Zwecke umgestaltet, sondern auch durch Unterlegung neuer Texte verändert werden können.

Unbekannt ist die Kleine Oper Bad Homburg nicht. Vor etwa drei Jahren war sie bereits in Eppstein mit einer Inszenierung der „Zauberflöte” zu Gast, berichtete Gabriele Sutor vom Kulturkreis. Nach dem Märchenkoffer im vorigen Jahr bot der Kulturkreis erneut mit der Stadt Eppstein das Kindertheater im Rahmen der Burgfestspiele an. Auch mal etwas im Sommer anzubieten, insbesondere im Jubiläumsjahr, darüber freute sich die Organisatorin vom Kulturkreis.

„Das war der vierte Streich, der fünfte folgt zugleich”, kündigten Max und Moritz an. Sie legten Onkel Fritz Käfer unter die Bettdecke, versuchten Meister Bäcker (Bühnentechniker Dirk Keller) Brezeln zu stehlen und wurden schließlich selbst als Brote gebacken. Doch als sie dem Müller (Christoph Kögel) zuletzt Löcher in seine Säcke schnitten, wurden sie selbst im Sack gefangen. Doch anders als im Original fanden Max und Moritz am Sonntagnachmittag ein glückliches Ende. Sie gaben ihr Ehrenwort, keine Streiche mehr zu machen und waren frei. „Gott sei Dank nun ist’s vorbei mit der Übeltäterei.”

Zufrieden machten sich die Kinder auf den Heimweg. Dem siebenjährigen Franz aus Niederjosbach gefiel es sehr gut, am besten aber der zweite Streich, als Max und Moritz die gebratenen Hühner den Kamin hochzogen.

Für das Tourneetheater war es die letzte Vorstellung von Max und Moritz „vor dem neuen Stück”, berichtete Markus Neumeyer. Am 23. September gibt es dann im Kurtheater Bad Homburg die Premiere von „Pinocchio” mit Abenteuern des berühmten Hampelmanns und Musik aus der Oper.

Auch die Burgfestspiele gingen zu Ende. Christine Baum von der Stadtverwaltung war sehr zufrieden. So waren die Vorstellungen durchweg gut besucht und einige ausverkauft, resümierte die erfahrene Organisatorin. Am nächsten Wochenende geht es dann mit dem Eppsteiner Kino Sommer weiter.pw

Max (Heidrum Höflinger) und Moritz (Jana Degebrodt) in Sacken gefangen flehen um Gnade. Links Lehrer Lämpel (Markus Neumeyer), der Müller (Christoph Kögel spielte auch die Witwe Bolte und Schneider Böck) und Meister Bäcker (Bühnentechniker Dirk Keller).

Auch Pyrotechnik fehlte nicht bei Max (Heidrum Höflinger) und Moritz (Jana Degebrodt), im Nebel Lehrer Lämpel (Markus Neumeyer, links). Foto: Simone Pawlitzki

Zum Schluss tanzten die Figuren gemeinsam auf der Bühne.Foto: Simone Pawlitzky

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