Haareis – seltene, filigrane Schönheit

Wie ein weißer Bart quillt das Haareis aus dem morschen Holz.

Foto: Lothar Besier

Das Bild des Monats Januar der Fotogruppe Eppstein zeigt eine Aufnahme von Lothar Besier, der ein seltenes Naturphänomen von filigraner Schönheit im Eppsteiner Wald fotografiert hat.

Es müssen viele Bedingungen gleichzeitig vorhanden sei, damit sich Haareis bilden kann.

Es kann nur entstehen, wenn sich in abgestorbenen Ästen von Laubbäumen das Myzel eines winteraktiven Pilzes befindet. Dieser Pilz produziert bei seinem Stoffwechsel Gase, die das im Holz vorhandene Wasser an die Oberfläche verdrängen. Jetzt müssen noch ganz bestimmte Wetterbedingungen herrschen. Es muss vorher bis zu zwei Tagen viel geregnet haben damit ausreichend viel Wasser in das Holz eindringen kann. Anschließend muss die Temperatur fallen, jedoch so, dass das Wasser im Holz nicht gefriert. Außerhalb des Holzes muss die Temperatur jedoch unter 0 Grad liegen, damit das aus dem Totholz austretende Wasser sofort zu frieren beginnt. Durch die dünnen Poren des Holzes und der Rinde gefriert das durch die Gase des Pilzes nach oben gedrückte Wasser zu feinen Fäden, die aber sehr fragil sind und bei sich ändernden Temperaturen oder Wind schnell zerfallen. Diese haarähnlichen Eisgebilde halten sich oft nur einen Tag.

„Man muss also viel Glück haben, will man dieses ästhetische Naturphänomen beobachten oder gar fotografieren“, erklärt Besier.

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